"Unbedingt in die Erfolgsspur zurück“

RECKEN wollen in Lemgo erfolgreich in Jahresendspurt starten

Bereits am Sonnabend geht der ‚heiße‘ Dezember für die TSV Hannover-Burgdorf in die nächste Runde. Vier Tage nach dem bitteren Aus im DHB-Pokal-Viertelfinale beim SC DHfK Leipzig steht abermals ein Auswärtsspiel auf dem Programm, wenngleich die Anreise eine verhältnismäßig kurze ist. Beim TBV Lemgo wollen DIE RECKEN dabei nach drei Niederlagen in Folge in der Lipperlandhalle wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. „Wir können bis zum Jahresende alle Spiele gewinnen, aber auch alle verlieren. Ersteres wäre mir deutlich lieber“, will Trainer Jens Bürkle mit seinem Team das Jahr 2016 erfolgreich abschließen.
Mit Lemgo erwarten die Niedersachsen dabei zunächst eine Mannschaft, die sich mit bislang 6:24-Punkten auf Tabellenplatz 16 mitten im Kampf um den Klassenerhalt befindet. Trainer Florian Kehrmann, Weltmeister von 2007, setzt dabei auf eine junge Mannschaft, in der vor allem Rolf Hermann und Andrej Kogut die nötige Erfahrung einbringen. Während Linkshänder Hermann mit bislang 70 Feldtoren für entsprechende Torgefahr aus dem Rückraum sorgt, zeichnet sich Kogut im zentralen Rückraum neben seinen gefährlichen Schlagwürfen vor allem als Lenker der TBV-Offensive aus. Hinzu kommt mit dem erst 20-jährigen Tim Suton (57 Tore) ein talentierter Akteur im linken Rückraum, der seine Vollstreckerqualitäten in dieser Saison bereits unter Beweis gestellt hat, während Patrick Zieker (40/9) und Tim Hornke (58/23) auf den Außenpositionen gleichermaßen Schnelligkeit und Zuverlässigkeit aufweisen. „Lemgo hat einen guten Gegenstoß und stellt zudem eine kompakte Abwehr“, analysiert Bürkle das Spiel der Ostwestfalen.
Dass Lemgo trotz der derzeitigen Tabellenkonstellation keineswegs zu unterschätzen ist, zeigt ein Blick auf die bisherigen 15 Partien, in denen nicht weniger als elf mit vier oder weniger Toren Differenz endeten. Neben knappen Erfolgen gegen Erlangen (28:27) und Göppingen (27:26) sowie einem deutlichen Sieg gegen Aufsteiger Coburg (32:22) waren aus TBV-Sicht unter anderem die ein-Tore-Niederlagen gegen Minden und in Stuttgart als unglücklich einzustufen. Zuletzt stellte das Kehrmann-Team bei knappen Niederlagen in Mannheim (35:32) und Berlin (26:24) sein Potenzial unter Beweis, als man sich gegen absolute Spitzenteams jeweils nach großem Kampf erst im Endspurt geschlagen geben musste. „Lemgo hat in den letzten Spielen sehr gut gespielt und sowohl die Rhein-Neckar Löwen als auch die Füchse Berlin am Rande der Niederlage gehabt“, stellt Jens Bürkle den Ostwestfalen ein gutes Zeugnis aus. Zudem erwartet DIE RECKEN in der Lipperlandhalle ein absoluter Hexenkessel – vergleichbar mit der Stimmung am vergangenen Dienstag in der Arena Leipzig.
Nicht nur mental steht den Niedersachsen demnach eine schwierige Aufgabe bevor. „Das Pokalaus tut immer noch wahnsinnig weh und wir haben eine gewisse Leere in uns“, trauert Bürkle der verpassten Chance nach, richtet den Blick jedoch nach vorne. „Wir müssen aus dem Spiel in Leipzig die richtigen Lehren ziehen und vor allem unter Druck besser spielen. Der Fokus liegt jetzt voll und ganz auf den letzten Ligaspielen im Jahr 2016.“ Um die Reise nach Lemgo perfekt vorbereitet anzutreten, sieht Bürkle dabei den Schlüssel in der optimalen Vorbereitung. „Wir werden uns taktisch akribisch auf den TBV vorbereiten. Um nach den intensiven Spielen der letzten Wochen frisch zu sein, werden wir dazu die Belastung im Training etwas herunterfahren“, so der 36-Jährige.
Verzichten muss Bürkle dabei neben dem Langzeitverletzten Csaba Szücs auch auf Mait Patrail und Lars Lehnhoff. Mit dabei ist hingegen auch diesmal wieder Casper U. Mortensen. „Ich bin wieder fit und habe keine Schmerzen mehr“, gibt sich der Däne nach seinen Problemen an der
Achillessehne optimistisch. „Wir haben großen Respekt vor Lemgo, aber wir wissen auch, dass wir gewinnen können.“ Wie schwer das Vorhaben ist, zeigt ein Blick auf die abgelaufene Saison, als DIE RECKEN sich beim 34:34 in der Lipperlandhalle einen Zähler erkämpften, während man die Ostwestfalen zu Hause mit 28:23 in die Schranken weisen konnte.
Von großer Bedeutung wird daher in den verbleibenden Dezember-Spielen vor allem die Unterstützung des eigenen Anhangs sein. „Die Fans waren in Leipzig sensationell, aber wir brauchen sie in den letzten Spielen wahrscheinlich noch mehr“, spricht Bürkle ein Lob aus und setzt auf den achten Mann im Rücken. Mit Hilfe der Zuschauer wollen DIE RECKEN mit Casper U. Mortensen einen guten Start in den Jahresendspurt schaffen: „Wir haben jetzt noch drei tolle Aufgaben und wollen unbedingt in die Erfolgsspur zurückkehren!“