Viel mehr Pech geht nicht

Sparta unterliegt im Derby durch Eigentor in vorletzter Minute

Niederlagen gehören nun mal zum Fußball, aber jene, die am vergangenen Dienstagabend den Spartanern im Ortsderby der Kreisliga gegen die Reserve des TSV KK widerfuhr, schmerzte dann doch mehr als üblich. Ausgerechnet einem der bis dahin auffälligsten Akteure im Abwehrverbund der Schwarz-Gelben, Vahit Erdem, unterlief bei heranbrechender Dunkelheit knapp zwei Minuten vor Ende einer heißumkämpften Partie der entscheidende Treffer –allerdings ins eigene Tor! Im Spielbericht von Schiri Rufus Giesel wurde als Torschütze Felix Groth aufgeführt, der allerdings lediglich eine eher harmlose Flanke von links an Spartas Fünfmeterraum geschlagen hatte. Zweifellos war dieser Wahrnehmungsfehler auch den kaum mehr akzeptablen Sichtverhältnissen geschuldet. Wegen der verspäteten Anreise des Unparteiischen und seiner Assistenten wurde die Partie nämlich erst mit 20-minütiger Verspätung angepfiffen und um 20.30 Uhr, dem Zeitpunkt des spielentscheidenden Treffers, ist es um diese Jahreszeit nun einmal dunkel.
Die ambitionierte Truppe von TSV-KK-Übungsleiter Marco Biester, als Tabellendritter noch im Rennen um die Aufstiegsplätze, bekam schnell zu spüren, dass sich die Hausherren keinesfalls verstecken wollten. Im Gegenteil, mit schnellen Ballstafetten wurde aus einer kompakten Defensive das Mittelfeld überbrückt und immer wieder als vordere Anspielstation Ali Damergi gesucht. Die Gefährlichkeit von Spartas Angreifer hat sich inzwischen natürlich herumgesprochen und so wurde er von Beginn an recht robust von seinen Gegenspielern attackiert. Bereits nach 16 Minuten handelte sich Christopher Heckler für sein hartes Einsteigen die gelbe Karte ein. Kurz darauf setzte sich der Torjäger nach toller Vorarbeit von Sedat Ekinci trotz harter Bedrängnis durch und kam nach einem nicht geahndeten Rempler an der Strafraumgrenze zu Fall. Die bis dahin größte Chance zum Führungstreffer war dahin! Der ansonsten so treffsichere TSV-KK-Schütze Bukurim Ukaj und seine Nebenleute standen dagegen voll im Schatten einer hochkonzentrierten Abwehr, in der Niklas Neumann und German Ullmann nichts anbrennen ließen. Einzig Felix Groth tauchte in der 35.Minute in aussichtsreicher Position vor Hafez Hassos Gehäuse auf, wobei sein Kopfball knapp über der Latte landete. Bezeichnend, auch Ukaj half bei den Gästen in der Verteidigung aus und erhielt für sein Foul an Damergi ebenfalls noch vor dem Seitenwechsel den gelben Karton (43.Minute).
Das Geschehen änderte sich auch nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit zunächst nicht. Die Spartaner setzten immer wieder Nadelstiche und man hätte sich manches Mal in der Vorwärtsbewegung etwas mehr Genauigkeit beim finalen Pass in die Spitze gewünscht. So verpufften einige hoffnungsvolle Aktionen, die im Ansatz mehr versprachen. Der Tabellendritte demonstrierte im Offensivbereich gleichfalls keine nennenswerte Durchschlagskraft, sodass letztlich der Eindruck entstand, dass beide Teams mit einem torlosen Remis gut leben könnten. Einen Aufreger gab es in der 74. Minute, als Ukaj frei vor Hafez zum Schuß kam, das Leder jedoch über das Tor bugsierte. Im Gegenzug startete Ullmann zu einem Sololauf über sechzig Meter, der erst kurz vor dem gegnerischen Strafraum unfair gebremst wurde. Der anschließende Freistoß von Cem Erkan verfing sich in der Abwehrmauer.
Hektisch wurde es in den letzten Minuten. Daniel Heynes Foul an Damergi bescherte ihm ebenso Gelb wie wenig später Felix Groth. Spartas Schlussspurt mit Chancen für den stark aufspielenden Issa Saado sowie Gezim Kelmendi war nicht von Erfolg gekrönt und dann geschah das Missgeschick von Erdem. Ganz am Schluss kassierte Groth für eine Unsportlichkeit noch die Ampelkarte.
Coach Jamal Miri, der sich diesmal nur für den Notfall als Einwechselspieler bereithielt, war nach dem Schlusspfiff bemüht, seinen deprimierten Mannen aufmunternde Worte mit in die Kabine zu geben. Seine Elf hatte dem favorisierten Team vom Waldsee über die gesamte Spielzeit Paroli geboten und dennoch eine unverdiente Niederlage kassiert. Jetzt gilt es, diesen Nackenschlag schnell abzuhaken, auch besonders im Hinblick auf die Viertelfinal-Begegnung im Krombacher Kreispokal-Wettbewerb. Hier erwarten die Spartaner am kommenden Mittwoch wiederum um 19 Uhr auf dem Sportplatz am Silbersee den Badenstedter SC, ein Team, das in der Parallelstaffel 3 ähnlich positioniert ist wie die Gastgeber. Die Chancen auf ein Weiterkommen stehen also nicht schlecht. Dazwischen steht am Sonntag noch das Punktspiel beim TSV Berenbostel auf dem Programm. Spielbeginn 15 Uhr.
Aufstellung Sparta: Hafez Hasso; David Waziri, Vahit Erdem, Niklas Neumann, German Ullmann, Cem Erkan, Rinaz Ossman (46.Min. Mert Güven), Gezim Kelmendi, Ali Damergi, Issa Saado, Sedat Ekinci.
Aufstellung TSV KK: Sascha Kinne; Rene Schlemon, Mathis Dunker, Mirko Blech (67.Min. Daniel Heyne), Lorenz Elligsen (90.Min. Alexander Weper), Bukurim Ukaj, Jonas Heckler, Florian Pawlow (80.Min. Patrick Brodersen), Felix Wittmann, Felix Groth, Christopher Heckler.