Vorne hui – hinten pfui

Sparta springt beim 4:3 in Garbsen in die dritte Kreispokalrunde

Wenn es Mannschaften gibt, die zur Kategorie Angstgegner zählen, dann ist eine davon für die Spartaner ganz sicher auch der SC Garbsen. Hier gab es in den Auseinandersetzungen über viele Jahre kaum etwas zu holen, auch deshalb, weil in der Regel auf dem ungeliebten Kunstrasen-Terrain gespielt wurde. Da war es dieses Mal schon eine Überraschung, dass die Pokal-Partie trotz vorausgegangenen Regenwetters auf dem Rasenplatz am Planetenring ausgetragen wurde.
Die Gastgeber, gerade erst nach einjährigem Zwischenstopp in der ersten Kreisklasse wieder in die Kreisliga aufgestiegen, zeigten sich vor dem Anpfiff höchst zuversichtlich, zumal ihr langjähriger Trainer Sören Albrecht an die Auftritte mit den Schwarz-Gelben nur positive Erinnerungen hatte.
Nicht zu Unrecht „Sicherheit zuerst“ hieß daher die Parole von Spartas Coach Jamal Miri, der seinen Mannen sozusagen eine kontrollierte Offensive verordnet hatte. In der Praxis sah dies so aus, dass die Elf vom Silbersee zunächst zwar mit hoher Ballbesitz-Quote gegen tiefstehende Platzherren agierte, allerdings in der Vorwärtsbewegung kaum einmal gefährliche Aktionen kreierte. So musste in der 21.Minute ein Elfmeter dazu herhalten, die Torblockade zu lösen. Der quirlige Gezim Kelmendi wurde hart an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht und wie in der Vorwoche ließ Spartas Mann für die Standards, Volkan Ates, sich diese Chance zur Führung nicht entgehen. Kurz darauf schickte der bis dahin nur wenig geforderte Schiri Güney Artak vom SC Elite die Aktiven vorzeitig in die Kabinen. Aus einer dunklen Wolkenfront schüttete es geradezu sintflutartig, was zu einer viertelstündigen Unterbrechung führte. Offensichtlich hatte der SC die Pause genutzt um neue Kräfte frei zu machen, denn neben dem ersten richtigen Schuss auf das Gehäuse von Hasso Hafez nach exakt 28 Minuten Spielzeit verzeichnete man auch den ersten Eckball, sage und schreibe nach einer halben Stunde! Vollends aus dem Häuschen geriet die Heimelf in der 39.Minute. Spartas Innenverteidiger Dachas Doski und German Ullmann waren sich uneinig, was Toni Pivac vom SC mit entschlossenem Antritt sowie kapitalem Schuss hoch in den Torwinkel zum Ausgleich nutzte. Die Antwort der Spartaner ließ zwar nicht lange auf sich warten, aber SC-Keeper Joerg Linder zeigte sich gegen Kelmendi auf der Höhe und bei Ali Damergis Pfostentreffer mit dem Glück im Bunde (45.).
Bei Sparta kam nach dem Seitenwechsel Diako Omar für den leicht angeschlagenen Elfmeterschützen Ates und sorgte gleich mit seiner ersten Aktion für Torgefahr. Insgesamt entwickelten die Miri-Schützlinge fortan mehr Druck und mit der Einwechselung des lange vermissten Cem Erkan (56.Min.) sollten die Vorzeichen endgültig auf Sieg gestellt werden. Sedat Ekinci fackelte in der 63.Minute nicht lange, als er den Ball mustergültig von Kelmendi vorgelegt bekam und für die erneute Führung sorgte. Der Vorlagengeber selbst trug sich keine sechzig Sekunden später in die Torschützenliste zum 3:1 ein. Omar hatte den Assist geliefert. Alles gelaufen, sollte man meinen, aber weit gefehlt. Die Gastgeber, inzwischen mit drei neuen Offensivkräften im Einsatz, setzten Spartas an diesem Tag nicht immer sattelfester Abwehr mächtig zu. Tobias Wenzlaff verkürzte in dieser aufregenden Phase fast im Gegenzug (66.). Dass die Spartaner in dieser Saison scheinbar sehr breit aufgestellt sind, wenn es um das Toreschiessen geht, demonstrierte Ali Damergi nachhaltig. Per Dropkick beförderte er das Leder in der 74.Minute aus gut zwanzig Metern unhaltbar in den gegnerischen Kasten. Die Antwort folgte allerdings prompt. Baris Cakmak brachte die Hausherren kurz darauf wieder heran (76.) und läutete eine aufregende Schlussviertelstunde ein, in der Garbsen mit drei Aluminiumtreffern aufwartete. Ganz am Ende dieser Partie befreite sich die Silbersee-Elf und vergab selbst noch Chancen durch Damergi sowie Erkan. Erfreuliche Randnotiz: Schiri Artaks Karten kamen nicht zum Einsatz!
In der dritten Pokalrunde müssen die Spartaner nun am Mittwoch, 30. August, um 19 Uhr beim SV Wilkenburg antreten. Zuvor steht allerdings am Sonntag um 15.00 Uhr das schwere Punktspiel beim SV Frielingen an. Die Siegel-Schützlinge sind in die Saison mit einem 6:2-Erfolg bei TuS Garbsen II gestartet, haben danach allerdings zu Hause gegen Mellendorf 1:3 gepatzt. Sparta möchte natürlich die derzeit gute Ausgangsposition bis zum Heimspiel am 3. September gegen MTV Engelbostel-Schulenburg erhalten.
Aufstellung: Hafez Hasso; Dachas Doski, David Waziri, German Ullmann (72.Min. Jamal Miri), Bilel Khlifi, Pascal Feuss, Volkan Ates (46.Min. Diako Omar) , Ali Damergi, Mirko Reinicke, Sedat Ekinci, Gezim Kelmendi