Weite Fahrt lohnt sich

Godshorner D-Junioren gewinnen Winter-Cup des KSV Baunatal / Sieg in letzter Sekunde

Wenn sich die D-Junioren des TSV Godshorn schon einmal auf den Weg zu einem Turnier ins Nachbarbundesland Hessen machen, sollte es sich für die Jungkicker zumindest lohnen. Und das tat es: Das Team von Christian Michalek und Sandro Di Michele startete beim Winter-Cup des KSV Baunatal und sicherte sich am Ende verdient den Sieg. Dazu gab es als schmackhafte Sahnebonbons noch zwei Einzelpreise: Als „Bester Torwart“ wurde Jordi Sündermann ausgezeichnet, zum „Besten Feldspieler“ kürten die Trainer Jona Renner. „Die Jungs sind wirklich sensationell“, schwärmte Coach Michalek. „Hier haben sie mal nur gegen Gleichaltrige gespielt – und da war gut zu sehen, wie weit die Jungs schon sind.“
Auch ohne drei etatmäßige Leistungsträger wie Fabio Di Michele Sanchez, Nico Bahrs und Paul Bock glänzten die Godshorner Youngster. „Das zeigt einfach, wie stark wir besetzt sind“, freute sich der Trainer. Das erste Gruppenspiel gegen den RSV Göttingen 05 gewannen sie souverän mit 4:0, dabei trafen Jona Renner (2) und Gabriel Michalek (2). In der nächsten Partie gegen KSV Baunatal II hatten sich die Godshorner schon deutlich härterer Gegenwehr zu erwehren. Zwar siegten sie am Ende nach Treffern von Amoro Diedhiou, Jona Renner und Lluis Cendon klar und verdient mit 3:0, doch die starken Hausherren hielten gut dagegen und kamen ihrerseits zu einigen Hochkarätern. „Ein Lob gilt hier unserem Keeper, Jordi war wie eine Katze und hat überragend gehalten“, lobte Michalek. Das letzte Vorrundenduell gegen den OSC Vellmar erwies sich als Pflichtaufgabe, die die Godshorner mit 7:1 problemlos erledigten. Hier sorgten Jona Renner (2), Alexander Zöllner (2), Gabriel Michalek, Lluis Cendon und Ole Marchlewski für die Tore.
Was dann folgte, darf getrost als spektakulär bezeichnet werden: Im Halbfinale bekam es der TSV mit dem KSV Baunatal I zu tun – einer extrem harten Nuss. Nach zwei Patzern in der Startphase lagen die Godshorner bereits nach vier Minuten 0:2 zurück. „Danach haben wir enormen Druck aufgebaut, aber unsere Chancen nicht genutzt.“ In den letzten 180 Sekunden der Partie kippten die Godshorner die Partie aber doch noch: Dabei erwiesen sich Trainersohn Gabriel und Kapitän Tim Schustereit als leidenschaftliche Antreiber und Motivatoren, die mit ihrem Siegeswillen die Mitspieler förmlich mitrissen. Schustereit, Michalek und Amoro Diedhiou schossen den TSV im Schlussspurt ins Endspiel.
Und dort machten es die Jungs noch einmal genauso spannend: Gegen das zweite Team der Baunataler, das sie in der Gruppe noch mit 3:0 besiegt hatten, taten sich die Godshorner nun deutlich schwerer. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe“, gab der Coach zu. „Dazu hat der KSV auch noch Spieler aus seinem Team I eingesetzt.“ Nachdem die Finalisten zur Champions-League-Hymne eingelaufen waren, entwickelte sich eine Partie auf extrem hohem Niveau. „Das war Werbung für den Jugendfußball – es ging rauf und runter.“ Die Godshorner gerieten jedoch wieder mit 0:2 ins Hintertreffen. Doch erneut bewiesen die TSV-Talente Moral, Kampfgeist und enorme Qualitäten: Sie bewahrten kühlen Kopf, vertrauten auf ihre Fähigkeiten – und so gelang ihnen das schier Unmögliche: Auch hier nutzten sie die Schlussphase, um ein scheinbar verlorenes Spiel zu drehen: Amoro Diedhiou und Gabriel Michalek sorgten für den Ausgleich, und in der Schlusssekunde sicherte Lluis Cendon mit einer spektakulären Direktabnahme seiner Mannschaft den Siegerpokal. „Den hat er in Karate-Kid-Manier reingemacht“, jubelte Michalek. Danach gab es ein großes Kompliment für die gesamte Mannschaft: „Heute waren alle herausragend.“