Wieder bittere Niederlage für den TSV KK

Letzter der Tabelle, aber doch mit neuer Aufbruchsstimmung

Nach dem Landesliga-Punktspiel des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide am vergangenen
Sonnabend gegen den SV Ramlingen/Ehlershausen waren die Fakten aus Sicht der Krähen ernüchternd. Der TSV KK hat zum dritten Mal in Folge verloren, hat im dritten Spiel hintereinander und damit im siebten von 14 Saisonspielen kein Tor erzielt. Die Hinrunde endet ohne einen Heimsieg. Und zu allem Überfluss sind die Krähen nach dem überraschenden Sieg des bisherigen Schlusslichts TSV Wetschen auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht.
Und doch hat all dieser bitteren Zahlen zum Trotz keinen KK-Anhänger gegeben, der der Mannschaft nach dem Schlusspfiff Vorwürfe gemacht hätte. Im Gegenteil: Das Team hat gegen den favorisierten Tabellendritten einen großem Kampf voller Leidenschaft und Einsatzwillen abgeliefert. Einige Augenzeugen sprachen sogar von der besten Leistung seit Wochen. Und – so die Meinung zahlreicher Anhänger – wäre das Team nicht in Unterzahl geraten, dann wäre im ersten Spiel der zweiten Amtszeit von Trainer Andreas Pawlow mindestens ein Punkt herausgesprungen.
Pawlow hatte im Vergleich zu den letzten Partien einige Veränderungen vorgenommen, die der Mannschaft sichtlich gut getan haben. Zudem war zu beobachten, dass der Spielaufbau aus der Abwehr heraus deutlich besser funktionierte als zuvor. Dem SV Ramlingen/Ehlershausen, der mit dem Vorhaben angereist war, mittels eines Auswärtssiegs an Spitzenreiter TuS Sulingen dranzubleiben, machten es die Krähen äußerst schwer. Die beste Chance in der ersten Halbzeit hatten die Gäste in der 39. Minute. Beim Freistoß von Marvin Omelan aus halbrechter Position flog der Ball über das Tor. Die Minuten vor dem Pausenpfiff gehörten dann den Krähen. Zunächst schlug Philipp Schmidt einen starken Freistoß von links auf den Kasten, wo RSE-Keeper
Marcel Maluck beide Fäuste brauchte, um den Ball abzuwehren. Dann gab es drei Eckbälle in Folge für die Krähen. Schmidt spielte den Ball jeweils exzellent in den Strafraum, und das 1:0 lag in der Luft. Beim ersten Versuch köpfte Arne Döpke, der in seiner neuen Rolle als Außenverteidiger starke Szenen hatte, knapp über das Tor. Nach der zweiten Ecke konnte Ramlingens Yannick Kranz den Ball nach dem starken Kopfball von Alexander Dosch im letzten Moment auf der Torlinie klären. Den dritten Eckstoß fing Mulack ab. Beim Pausenpfiff erhielten die Rot-Blauen verdienten Applaus, und im zweiten Durchgang ließen sie nicht nach. Zwar hatte der Favorit nun mehr Torraumszenen, doch einmal sollte auch der TSVKK noch in den
gegnerischen Gefahrenbereich vordringen. Nach einer schönen Balleroberung durch Tim Hübner schickte dieser in der 63. Minute Lucas Münch auf die Reise, die leider mit der zu Recht gehobenen Fahne des Linienrichters wegen einer Abseitsstellung endete. Im Gegenzug hatte Franlin Nnane die bis dahin größte RSE-Chance. Aus kurzer Distanz schoss er den Ball über das Tor. Inzwischen waren 70 Minuten vergangen, und noch immer wirkte es nicht wie ein Duell eines Kellerkindes mit einem
Meisterschaftsfavoriten. Noch immer zeigten die Krähen einen couragierten Auftritt. Doch dann folgten die Szenen, die die Partie massiv beeinflussen sollten. Nach einem harten Foul von Arne Döpke an Franklin Nnane gab es Rot gegen den Krähenwinkeler. In Unterzahl mussten die Krähen dann in der 84. Minute das 0:1 durch einen 20-Meter-Schuss von Kesip Caran, der sich hinter dem überraschten KK-Keeper Jan-Hendrik Helms ins Tor senkte, hinnehmen. Und dann sah auch der bereits mit Gelb vorbelastete Alexander Dosch wegen Reklamierens Gelb-Rot.
Und so gab es nach dem Ende des Spiels seitens der KK-Anhänger nicht nur Lob für die eigene Mannschaft, sondern auch Kritik an der Spielleitung des Schiedsrichtergespanns. Diese hatte aus Sicht vieler Beobachter doch recht einseitig gewirkt. Während es für die Heimseite zwei Platzverweise gegeben hatte, kamen die Gäste nach einem äußerst harten Einsteigen gegen Philipp Schmidt sowie nach einer durch sie initiierten Rudelbildung deutlich besser davon. Sicherlich waren die vielen Schubsereien und Provokationen, die sich währenddessen in kurzer Abfolge ereigneten, für die Unparteiischen schwer zu rekonstruieren. Doch das KK das Spiel mit Neun gegen Elf beenden musste, konnte kaum jemand im Umfeld der Krähen nachvollziehen.
Trotz der Niederlage war beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide so etwas wie eine neue
Aufbruchsstimmung spürbar gewesen. Und diese wollen die Krähen unbedingt nutzen, um in der nächsten Begegnung endlich wieder zu punkten. Zum Rückrundenauftakt geht es in einem weiteren Heimspiel am Sonnabend, den 19. November um 14 Uhr gegen den MTV Almstedt.
Mannschaft: J. Helms, Hübner, S. Helms, F. Miener, Döpke, P. Schmidt (ab 65. Minute M. Ulrich), Dosch, Mücke, Tasche (ab 83. Minute Zimmermann), Münch (ab 73. Minute A. Ulrich), Schwitalla; Trainer: Andreas Pawlow.
Tor: 84. Minute 0:1 Kesip Caran
Rot: 70. Minute Arne Döpke (KK)
Gelb-Rot: 84. Minute Alexander Dosch (KK)