Zum Schluss schwächelte der Schiedsrichter

5:3 für Sparta – offener Schlagabtausch am Silbersee

Unschwer zu erraten war in der 90. Minute, wer den Abschluss dieser Partie bei hochsommerlichen Temperaturen wohl am meisten herbeisehnte, nämlich kein Geringerer als Thomas Grünwald vom 1.FC Germania Egestorf/Langreder. Der Mann vom Deister, Unparteiischer in diesem vorletzten Heimspiel der Spartaner, lag mit einer Zerrung und von Wadenkrämpfen geplagt, langgestreckt auf dem Rasen und pfiff sozusagen auf dem letzten Loch. Da konnte man von Glück sagen, dass er zumindest noch die Kraft fand, dem Geschehen ein reguläres Ende zu setzen und Betreuer Klaus Borschewski mit seinem Erste-Hilfe-Koffer schnell zur Stelle war.
Wohlwollend ausgedrückt, hatten beide Teams zuvor über weite Strecken Sommer-Fußball geboten, was angesichts der Ausgangslage nicht unbedingt überraschen konnte. Spartas Aufstieg stand nahezu unumstößlich fest während für die Gäste ein Platz im Tabellenmittelfeld nicht zu verbessern war. Zumindest die acht Tore entschädigten daher die Anhänger beider Vereine für so manchen Leerlauf hüben wie drüben. Die Elf von Jamal Miri, der wegen Personalknappheit wieder einmal selbst auflief, hat nun zwei Wochen Zeit den Akku für das Saisonfinale aufzuladen. Als Belohnung des Vorstandes für die überragende Saison kann die Mannschaft dies an der polnischen Ostsee-Küste tun, wo drei Tage ein verlängertes Wochenende verbracht wird.
Wenig Spektakuläres tat sich zunächst auf dem gut bespielbaren A-Platz, sieht man einmal von einem Solo-Auftritt Ümit Topals nach drei Minuten ab. Spartas Torgarant zeigte sich von einer Zerrung im Oberschenkel gut erholt verfehlte die frühe Führung nur um Zentimeter. Besser zielte der wiederum sehr agile Yigit Arslan in der 19.Minute, der eine gelungene Kombination mit Topal zum 1:0 abschloss.
Die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten, wenngleich zumindest aus Sicht der Platzherren der zum Ausgleich führende Elfmeter fragwürdig erschien. Egal, Mariensees Cedric-Ian Barr verwandelte unhaltbar für Spartas bis dahin wenig geprüften Keeper Ilyes Khlifi (24.). Und damit nicht genug: Als die ziemlich sorglos agierende Deckung der Schwarz-Gelben Gäste-Stürmer Tobias Joerges aus den Augen verlor, nutzte dieser in der 31. Minute seinen Freiraum zum 1:2. Als Konsequenz beorderte Miri fortan Tufan Akca wieder auf seine angestammte Position im Abwehr-Zentrum, nachdem dieser zunächst im Angriff sein Glück versuchen durfte.
Während der Halbzeit-Pause erinnerte Spartas Coach seine Truppe nochmals an die schmachvolle 0:4-Niederlage aus dem Hinspiel und hatte damit wohl den Ehrgeiz neu entfacht. Jedenfalls legten die Spartaner nach dem Seitenwechsel los wie die Feuerwehr. Topal war nun kaum zu bremsen und verzeichnete zwei Minuten nach Wiederanpfiff seinen 36. Saisontreffer zum 2:2, dem er in der 53.Minute per Strafstoß auch noch den Führungstreffer hinzufügte. Bezeichnend, dass er zuvor selbst gefoult worden war. Spartas Zwischen-Hoch rundete erneut Arslan mit einem Schuss aus sechzehn Metern ab, der vom Innenpfosten zum beruhigenden 4:2 ins Netz sprang (57.). Binnen kürzester Zeit hatten die Miri-Schützlinge diese Partie gedreht und schalteten danach in einen Ergebnisverwaltungs-Modus zurück. TSV-Angreifer Barr durfte sich in der 70. Minute ziemlich unbehelligt ebenfalls zum zweiten Mal als Torschütze auszeichnen, was allerdings die Spannung in dieser Partie kaum mehr erhöhte. Taufick Saado, ebenso wie Vorlagengeber Erdem Deniz eingewechselt, setzte in der 78.Minute den Schlusspunkt zum 5:3. Allerletzte Zweifel am Wieder-Aufstieg der Spartaner waren damit endgültig beseitigt.
Nach einer Auswärtsbegegnung beim TSV Horst am 22. Mai steht für die Spartaner am letzten Spieltag eine Woche später noch ein Highlight auf eigenem Platz bevor. Mit dem SV Türkay Sport Garbsen tritt der Tabellenführer am Silbersee an, bei derzeit vier Punkten Vorsprung wohl auch kommender Meister der ersten Kreisklasse Staffel zwei. Bei Sparta hofft man auf zahlreiche Unterstützung durch die Langenhagener Fußball-Gemeinde und natürlich auf die Wiederholung des 2:0-Erfolges aus dem Hinspiel. Beginn 15 Uhr auf dem Sportplatz am Silbersee.
Aufstellung Sparta: Ilyes Khlifi; Tufan Akca, Patrick Brodersen (53. Minute Erdem Deniz)), Tolga Candir, Niklas Neumann, Danijel Toroman, Kai-Steven Lawrence, Ümit Topal, Yigit Arslan (59. Minute Taufick Saado), Jamal Miri, Celim Sögüt.