Zuviel Respekt lähmt den SCL

Der VfB Oldenburg beherrschte Ball und Gegner. Foto: R. Thode

Verdiente Heimpleite gegen VfB Oldenburg

(rt). Dass eine der beiden Serien reißen würde, konnte man im Vorfeld schon fast erahnen. Leider riss die des SC Langenhagen im Walter-Bettges-Stadion vor über 450 Zuschauern. Mit einer gehemmten, von zuviel Respekt geprägten Leistung verlor die Mannschaft von Trainer Hilger Wirtz ihr erstes Heimspiel dieser Saison gegen einen kompakt auftretende VfB Oldenburg, der seinerseits auswärts ungeschlagen blieb und die Tabellenführung in der Oberliga übernahm. Nach dem Abpfiff wurde die Truppe von Trainer Torsten Fröhling von den 200 mitgereisten Fans minutenlang frenetisch gefeiert.
Schon vor dem Anpfiff hatte der SCL einen weiteren Nackenschlag einstecken müssen: Zum gesperrten Marco Hansmann gesellte sich sein Mitspieler im defensiven Mittelfeld, Daniel Hintzke. Bei einem Auffahrunfall als Beifahrer von Hansmann erlitt der Kapitän eine Gehirnerschütterung, die seinen Einsatz nicht zuließ. So stellte Wirtz mit Pascal Biank und Björn Lambach ein neues Duo auf die Sechserpositionen.
Von Beginn an entwickelte sich eine Partie, in der die Hausherren sehr gehemmt auf die Angriffe des Gegners warteten. Oldenburg nahm die Einladung dankend an, kam mit zielstrebig vorgetragenen Aktionen über links auch des Öfteren in Tornähe. Gute Torchancen waren auf beiden Seiten jedoch Mangelware. Einen Kopfball von Tim Schwarz entschärfte Torhüter Alexander Dlugaiczyk, ein Weitschuss vom einzig in Normalform spielenden Langenhagener Marco Menneking verfehlte das Ziel beträchtlich. Kurz vor dem Pausenpfiff schlug es dann doch noch im Kasten des SCL ein. Eine Ecke wehrte Stürmer Arafat Tcha-Gnaou unglücklich in die Mitte ab, wo Julian Harings volley abzog und Didier Webessie entscheidend abfälschte.
Durch Freund und Feind fand das Leder in gemächlichem Tempo den Weg zur Führung. Die zweite Halbzeit verlief ausgeglichener, ohne dass die Oldenburger die Kontrolle über das Spiel verloren. Als Schwarz wieder über links ein Solo hinlegte nahte die Vorentscheidung. Seinen Rückpass brauchte Waldemar Kowalczyk unbedrängt nur noch einzuschieben. Danach läuteten die zahlreichen Fans die Feierlichkeiten für den neuen Spitzenreiter ein.
Pech hatte der SCL bei einem regulären Treffer von Ertan Ametovski, dem der ansonsten gute Schiedsrichter Patrick Düver wegen Abseitsstellung die Anerkennung verwehrte. Auf der anderen Seite bewahrte Dlugaiczyk seine Elf mit guten Paraden vor einer höheren Pleite. Positiv war dann noch das Debüt von Sevkan Bulut, der nach seiner langen Verletzungspause gute Ansätze zeigte.
Auf dem vierten Tabellenplatz liegend, sollte der SCL nicht zu lange mit sich hadern, denn schon am kommenden Wochenende geht die Reise zum starken VfV Hildesheim.
Tore: 0:1 (43.) Webessie, 0:2 (58.) Kowalczyk.
SCL: Dlugaiczyk – Kiefer (86. Ulrich), Tasky, Heise, Menneking – Lambach (66. Bulut), Biank – Tcha-Gnaou (66. Pohl), Deppe, Harms – Ametovski.