Auf historischen Wegen im Oderbruch

Wer etwas über die Rettung des Bronzedenkmals Friedrichs des Großen in Letschin erfahren will, sollte wie die Fußball-Alt-Senioren und ihre Frauen in den dortigen Gasthof „Zum Alten Fritz“ einkehren.

Vier Tage lang war die Ü50 des SCL unterwegs

SC Langenhagen Ü50. Diesmal erlebten die Fußball-Alt-Senioren (Ü50) des SC Langenhagen während ihrer Jahresabschlussfahrt Frankfurt an der Oder und den Oderbruch. Das von Helga und Fritz Rohn organisierte viertägige Programm bot neben außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten vor allem geschichtsträchtige Stätten der jüngsten Vergangenheit. Ausgangspunkt war Frankfurt – 58.000 Einwohner, eine Stadt etwas größer als Langenhagen – das sich zu einer der schönsten Städte in Brandenburg entwickelt hat. Schon 1993 erhielt Frankfurt gemeinsam mit Slubice, einem ehemaligen östlichen Vorort, das Eurodiplom. Sehenswert sind hier besonders die Marienkirche, das Rathaus, das Kleistmuseum, die Europa-Universität Viadrina und die Oderpromenade.
Die Oderbruchregion entwickelte sich besonders unter der Preußischen Regentschaft zu einem wirtschaftlichen Zentrum. Neben der Landwirtschaft („Gemüsegarten von Berlin“) siedelte sich auch besonderes Handwerk an, das zum Teil bis heute existiert, wie etwa die Orgelwerkstatt Scheffler und der Kunst- und Baukeramikhersteller Golem in Sieversdorf. Dass darüber hinaus viel für den Wiederaufbau und die Restaurierung nach der „Wende“ getan wurde, ist besonders an den Gutshäusern zu erkennen.
Wenn man sich im Oderbruch in der Nähe von Küstrin aufhält, ist natürlich auch die Gedenkstätte Seelower Höhe aufzusuchen. Bei einer letzten sowjetischen Großoffensive mit erbittertem Widerstand auf deutscher Seite starben hier noch im April 1945 mehr als 100.000 Soldaten. Noch heute werden Knochenfunde gefallener Soldaten sowie Munitions- und Waffenfunde geborgen und erinnern an die Sinnlosigkeit des Krieges.
Am sogenannten „Polentag“ standen Slubice mit seinem typischen Basar, Küstrin und Dabroszym (Tamsel) auf dem Programm. Küstrin hatte wegen seiner strategischen Lage schon im 16. Jahrhundert Festungscharakter und behielt diesen bis 1945 bei, wurd dann zum Ende des Krieges total zerstört. Seit 1993 wird versucht, Teile der Festung wieder zu rekonstruieren.
Ein Höhepunkt zum Abschluss der Mannschaftsfahrt war schließlich die Besichtigung des Klosters Neuzelle und der klösterlichen Brauerei mit einer anschließenden Verkostung.