Auf Wanderschaft

Die Kröten gehen jetzt auf Wanderschaft.

NABU bittet um Unterstützung bei der Amphibienwanderung in Langenhagen

NABU Langenhagen. Wenn Erdkröten, Molche und andere Amphibien in Langenhagen auf Wanderschaft gehen, sind sie auf Unterstützung angewiesen. Denn auf ihrem Weg aus den Winterquartieren zu den Laichgewässern müssen sie auch Straßen überqueren. Dies wird oft zu einer Todesfalle. "Daher sind wir auf die Rücksicht der Autofahrer und auf freiwillige Helfer angewiesen", bittet Ricky Stankewitz, erster Vorsitzender des NABU Langenhagen um Unterstützung. "So spät wie in diesem Jahr sind die Amphibien unter meiner Betreuung noch nie gewandert", erklärt Stankewitz, der mit dem Beginn der Wanderung am kommenden Wochenende rechnet: "Bei entsprechenden Wetterbedingungen werden die Amphibien in den nächsten drei Wochen massiv auf dem Weg zu ihren Laichgewässern sein."
Die in Langenhagen bekannten Wandergebiete werden mit den Verkehrsschildern »Achtung Krötenwanderung« durch die Stadt Langenhagen gekennzeichnet. Die Straße »An der Neuen Bult« wird durch Querbaken ab 19 bis 6 Uhr voll gesperrt. Ein Durchfahren zum oder vom Betriebshof/Wietzeblick ist nur für Mitarbeiter des Betriebshofs gestattet. Am Wietzeblick gilt ab 18 Uhr Halteverbot an den Parkplätzen. In dieser Wanderzone kümmern sich Naturfreunde aus der Kernstadt und Anwohner des Stadtwaldes um die wandernden Amphibien.
Eine weitere Wanderzone befindet sich am »Stucken-Mühlen-Weg« ungefähr auf Höhe des Waldsees in Krähenwinkel. Innerhalb dieser Zone wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert. Für diese Wanderzone sucht der NABU noch ein Team für die Betreuung.
Im Weiherfeld an der Straße »Ortleuth« befindet sich der Wanderbereich an einer Straße, die für den normalen Durchgangsverkehr grundsätzlich gesperrt ist. Da dies aber immer wieder missachtet wird, ist die Straße während der Wanderzeiten mit Querbaken gesperrt, um das Leben der hier wandernden Amphibien zu retten.
Im Bereich Evershorst wird auch in diesem Frühjahr wieder ein Amphibienschutzzaun aufgestellt. Während der Wanderzeit müssen jeden Morgen bis 8:30 Uhr und bei optimalem Wanderwetter (Regen, plus acht Grad Celsius) auch jeden Abend gegen 23 Uhr die eingegrabenen Eimer entlang des Zaunes kontrolliert werden. Befinden sich Tiere in den Eimern, werden sie auf die jeweils gegenüberliegende Straßenseite gebracht und dort hinter den Zaun gesetzt.
Die Wirtschaftswege nördlich des Flughafens sind als Wanderzonen für Amphibien bekannt und ganzjährig nur für Anlieger freigegeben. Während der Wanderzeit sind Wohldamm und Woldtrift mit Querbarken komplett von 18 bis 6 Uhr gesperrt.
An der Kananoher Straße auf Höhe des Parkplatzes Hasenheide queren Amphibien die Straße auf ungefähr 500 m Länge in einer leichten S-Kurve. Diese Straße kann für den Durchgangsverkehr nicht gesperrt werden. Die Geschwindigkeit ist in diesem Wanderbereich auf 30Stundenkilometer reduziert.
Wer den NABU während der Amphibienwanderung nicht aktiv unterstützen kann, hat dennoch die Möglichkeit zu helfen: "Klären Sie bitte andere Autofahrer über den Grund der Geschwindigkeitsbegrenzungen auf: Unter Pkw entsteht ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h ein Unterdruck, der zum Tode der unter dem Wagen befindlichen Tiere führt. Die Amphibien müssen also nicht unbedingt unmittelbar mit dem Reifen überfahren werden, um großen Schaden anzurichten. Umso wichtiger ist es, sich in den Wanderzonen an die angegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten", erklärt NABU Sprecherin Katja Woidtke. Wer den NABU bei der Amphibienwanderung unterstützen möchten, melde sich bitte bei Ricky Stankewitz per E-Mail: ricky.stankewitz@nabu-langenhagen.de oder telefonisch unter (0511) 27 08 20 19. Die Temperaturen sollen milder werden, deshalb ist schon am Wochenende mit dem ersten Schwung Amphibien auf den Straße zu rechnen.