Ausflug anlässlich des Jubiläums

Mit den Räubern in Wald begaben sich die MTVler auf Geschichtsspuren.

50 Jahre MTV Turnen und Gymnastik

MTV Engelbostel-Schulenburg. Die Abteilung "Turnen und Gymnastik" feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Anlass genug, eine schöne Reise zu unternehmen. Die führte nun zu schönen Städten, Burgen und zu den Spessarträubern. Mit dem komfortablen Reisebus fuhren 39 Frauen und acht Männer in Richtung Süden. Vorbei an herbstlich bunten Landschaften durch Hessen über die bayerische Landesgrenze war Rothenburg (o.d.Tauber) das erste Ziel. Hier empfing Reiseleiter Paul im Hauptberuf Wirt vom Hotel Frankenbrunnen im Odenwald die Gruppe. In seinem Hotel wurde übernachtet. Entlang ging es an guterhaltenen Stadtmauer, den Toren und den mittelalterlichen Häusern, dem Schrannenplatz (Schranne ist die Lagerscheune für den Zehnt, die Abgabe in Naturalien), dem großen rechteckigen Marktplatz und am Rathaus mit seinen schönen Arkaden. Der Reiseleiter erzählte aus der Stadtgeschichte, über die Entwicklung in und nach dem dreißigjährigen Krieg. Das heute jährliche Festspiel "Der Meistertrunk" in dem General Tilly mit seinen schwedischen Soldaten die Stadt besetzte, ist als Erzählung aus jener Zeit übrig geblieben. Die Weiterreise führte durch das obere und mittlere Taubertal mit seiner lieblichen Landschaft entlang der Landesgrenzen von Bayern und Baden-Württemberg. Besichtigt wurde die Stadt Wertheim, im Dreieck, wo die Tauber in den Main mündet. Die Stadt stellte im Mittelalter eine wichtige Handelsachse dar. Den damals erhobenen Wegzoll mussten die Mitfahrer nun aber nicht mehr entrichten. Auch Lohr am Main mit seinem Fischertor, der Fischergasse und dem Schloss (Schneewittchen-Schloss) aus dem 14. Jahrhundert und den hohen Rundtürmen war sehenswert. Weiter ging die Fahrt durch die hohen Wälder des Spessart, dem größten zusammenhängenden Mischwald Deutschlands. Doch nach und nach wurden die Wege immer enger, die Bäume kamen bedrohlich nah. Es war fast schon unheimlich. Da, plötzlich zwei Schüsse, der Bus musste anhalten, die Türen wurden aufgerissen und herein stürmten verwegene Gestalten. Barsch und unmissverständlich bugsierten sie die Insassen aus dem Bus, verpassten ihnen Rußflecken in das Gesicht und drohten mit Messern und Pistolen. „Wir waren den legendären Spessarträubern in die Arme gefallen“, konnten die Mitfahrer später in ihren Schauergeschichten erzählen. Außenseiter der Gesellschaft war die Räuberbande damals mit eigener geheimer Subkultur. Aber nach peinlichen Befragungen, Wertsachen-Abgabe und Androhung des Aufknüpfens am nächsten Baum, löste sich alles in Wohlgefallen auf. Mit einem Versöhnungsschnaps und Apfelwein endete das spannende Erlebnis. Die letzte Nacht in Frankenbrunnen war feucht und fröhlich. Auf der großen Tenne wurde getanzt und geschunkelt nach Gesang und Keyboardmusik. In Polonaisen zog man durch den ganzen Saal. Am nächsten Morgen ging es zurück nach Hannover. „Es war eine supertolle Fahrt“, so die Meinung der Ausflügler.
Zur Vereinsgeschichte: Die Gründung der Gymnastikabteilung fand im Jahr 1966 statt, obwohl seit Bestehen des MTV (Männerturnverein von 1907) immer schon geturnt wurde. Der Übungsunterricht fand zuerst in der Pausenhalle der Grundschule Engelbostel statt. Im Jahr 1967 rief Ursel Noll das Kinderturnen in das Leben. Ein Jahr später begann Ulla Bader mit dem Kleinkinderturnen. Diese Art des Turnens, mit Mutter und Kind, gab es hier erstmals im Raum Hannover. Auch Brigitte Laas, die heutige Schriftführerin im MTV-Vorstand, leitete 24 Jahre lang von 1976 bis 2000 gemeinsam mit Ulla Bader die Mutter/Kind- und Kleinkindergruppen. Ab 1981 leitet Annelore Schmidt die gesamte Abteilung und fungiert als Übungsleiterin diverser Gruppen. Heute ist die Gymnastikabteilung mit etwa 262 Mitgliedern die zweitgrößte Abteilung im MTV , der insgesamt rund 1100 Mitglieder hat. Und die langjährigen Übungsleiterinnen Schmidt, Noll und Bader leiten auch heute noch die meisten Gruppen (Damen, "Er+Sie", Kinder, Kleinkinder und Tanzgymnastik).