Ein König in seinem Reich

In Langenhagen ist die größte Laubfroschpopulation in der Region Hannover zu finden.

Spannende Laubfroschexkursion in Kananohe

NABU Langenhagen. Anfang Mai hatte der Naturschutzbund NABU Langenhagen wieder zum traditionellen Laubfroschkonzert eingeladen. Zahlreiche Langenhagener folgten dieser Einladung und wollten den Klängen dieser außergewöhnlichen und stark gefährdeten Amphibienart lauschen. Nach einigen einleitenden Worten zum landesweiten und äußerst erfolgreichen Amphibienschutz-Projekt "Ein König sucht sein Reich" nutzte der 1. Vorsitzende des NABU Langenhagen, Ricky Stankewitz, die Gelegenheit, um den Projektkoordinator Uwe Manzke für seine langjährige ehrenamtliche Arbeit im Amphibien- und Naturschutz zu danken. „Uwe Manzke setzt sich seit 30 Jahren aktiv für den Schutz von zum Beispiel Reptilien, Heuschrecken, Libellen, Urzeitkrebsen, Amphibien und hier ganz besonders für den Laubfrosch ein. Dabei wirkt er fast immer im Hintergrund, ohne sich ins Rampenlicht zu stellen“, lobte Stankewitz. „Ohne seine intensive und fruchtbare Arbeit wäre es nicht nur in Langenhagen um alle diese Tiergruppen schlechter gestellt“, so Stankewitz weiter.
Bevor es dann zum eigentlichen Konzert ging, wurde im alten Feuerlöschteich am Parkplatz Hasenheide nach Molchen gesucht. Auch hier zeigte sich die langjährige Erfahrung Manzkes, der binnen kürzester Zeit einen männlichen und einen weiblichen Bergmolch fand und den interessierten Naturfreunden die Merkmale und Geschlechterunterschiede erklärte. Nachdem es vollständig dunkel wurde, ging es dann zu den Kleingewässern im NABU Projektgebiet am Rande des Kananoher Forstes. Auf dem Weg dahin gab es allerdings eine unangenehme Überraschung. Eine größere Menge Erdaushub, vermischt mit Mulchabfällen war rücksichtslos in die den Weg begrenzenden Büsche und Bäume geschoben und diese dadurch zum Teil schwer geschädigt worden. Außerdem wurden durch diese unsinnige Aktion Ruhe- und Versteckmöglichkeiten für Vögel, Reptilien und andere Kleintiere stark beeinträchtigt. „Derartige Dinge kommen leider immer wieder vor, was aber nicht heißt, dass wir dies einfach so hinnehmen, vor allem nicht im Landschaftsschutzgebiet“, erläuterte Stankewitz. „Wir haben den angerichteten Schaden mit Fotos dokumentiert und werden diese an die untere Naturschutzbehörde der Region Hannover weiterleiten. Da wir aber nicht überall gleichzeitig sein können, würden wir uns über Hinweise aus der Bevölkerung zu möglichen Beeinträchtigungen der Langenhagener Natur und Umwelt sehr freuen. In der Regel wird der betreffende Verursacher dazu verpflichtet, den Schaden wieder auszugleichen und muss, vor allem im Wiederholungsfall ein Bußgeld bezahlen. Dies hält hoffentlich andere davon ab sich genauso rücksichtslos zu verhalten“, so der Vorsitzende des NABU Langenhagen weiter.
Im Projektgebiet angekommen gab es dann das ersehnte Laubfroschkonzert. „In Langenhagen ist die größte Laubfroschpopulation der Region Hannover beheimatet. Durch gezielte Biotoppflege in den letzten Jahren konnten wir die Bestände stabil halten, vielleicht sogar leicht erhöhen. Geht es dem anspruchsvollen Laubfrosch gut, geht es vielen, vielen weiteren Tier- und Pflanzenarten auch gut!“ erläuterte Manzke. „Langfristig hoffen wir weitere Kleingewässer, aber auch Hecken und Gebüsche, an geeigneten Stellen anlegen und pflegen zu können, um so wieder einen funktionierenden Kleingewässer- und Biotopverbund als Lebensraum bedrohter Arten in Langenhagen zu errichten und auf Dauer zu gewährleisten. Wir arbeiten dabei eng mit Landwirten, der Stadt, Naturschutzbehörden und anderen zusammen“, ergänzte Stankewitz.
Mit der Sicherung von Laubfroschlebensräumen wird also auch ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität geleistet. „Mit der Unterstützung unserer Mitglieder und der Mitarbeit der vielen Aktiven im Naturschutz können wir hier, lokal und regional, das erreichen, was für die Politik noch ein weit entferntes Ziel ist, nämlich effektive Naturschutzmaßnahmen die nachhaltig zur Sicherung der biologischen Vielfalt dienen“, so Stankewitz abschließend.