Gefahren durch wechselndes Wild

Erich Wesemann wird durch den Hegering Langenhagen geehrt: (von links: Martin Seeßelberg, Sabine Giesa, Heinrich Biester, Erich Wesemann, Detlef Kraatz) Foto: G. Kohls

Hegeringversammlung ehrt Erich Wesemann

Hegering Langenhagen. Ein umfangreiches Programm hatten sich die Jäger
Langenhagens auf ihrer Hauptversammlung vorgenommen. Nach der
Begrüßung durch die Bläsergruppe hielt der Vorstand den
Jahresrückblick. Ein besonderer Schwerpunkt war auf das sogenannte
Fallwild gerichtet. Vor allem ging es hier um die im Straßenverkehr
zu Tode gekommenen Wildtiere. So wies der Hegeringleiter Heinrich
Biester auf die Gefahren hin: "Die Zahl der Wildunfälle ist nach wie
vor hoch, der dabei entstehende volkswirtschaftliche Schaden
beträchtlich." Zu beobachten sei leider, dass Autofahrer das
Verkehrszeichen "Vorsicht Wildwechsel" und die oft damit verbundenen
Höchstgeschwindigkeitsbeschränkungen nicht beachteten. "Gott sei
Dank", so Biester weiter, "ist es im abgelaufenen Jagdjahr bei diesen
Unfällen nur bei Sachschäden geblieben." In der Öffentlichkeit
weitgehend unbekannt sei der Umstand, dass auch das durch einen Unfall
getötete Wild nicht mehr verwertet werden dürfe. Das verhinderten die
neuen EU-Vorschriften. Selbst das noch lebende Wild, das dann durch
Jägerhand von den Qualen der Unfallverletzungen erlöst werden müsse,
dürfe der Jäger nur nach eingehender veterinärmedizinischer
Untersuchung selbst verwerten. Der Verlust des wertvollen Wildbrettes
steigere die Schadensbilanz also zusätzlich. Biesters Bitte an alle
Verkehrsteilnehmer: "Unterschätzen Sie nicht die Gefahren, die durch
über die Fahrbahn wechselndes Wild entsteht."
Erich Wesemann wies als Schießobmann auf die guten
Trainingsbedingungen für das jagdliche und sportliche Schießen
innerhalb des Hegeringes hin. Er ermunterte seine Waidkameraden das
Angebot noch intensiver wahrzunehmen. "Zur waidgerechten Jagd gehört
der sichere Schuss", so Wesemann.
Nach mehr als 25 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit und seit 1995 als
Schießobmann im Hegering Langenhagen tritt Erich Wesemann diese
Aufgabe an Dirk Bölker ab. In seiner Laudatio hob der Hegeringleiter
Heinrich Biester die Verdienste Wesemanns nochmals hervor. Erich
Wesemann habe ganz wesentlich die Verhältnisse um das Schießwesen im
Hegering neu geordnet. Viele Jäger haben ihre schießtechnischen
Fähigkeiten deutlich verbessern können. Mit Gerd Kilian sei die
Vorderladergruppe in dieser Zeit sogar Deutscher Meister geworden.
Zudem sei Erich Wesemann in der Lage, alle waffenrechtlichen Fragen
zu beantworten. Zum Dank für die erbrachten Leistungen wurde dem
Geehrten ein großer Präsentkorb überreicht. Dann erfolgte ein Tusch
auf das deutsche Waidwerk und das Halali der Bläsergruppe.
Detlef Kraatz, Vorsitzender der Jägerschaft Hannover-Land, referierte
anschließend zu externen Kosten im jagdlichen Betrieb und neuen
Modellen zur Entsorgung von Fallwild. Die Trichinenproblematik war
ein weiteres Thema.
Bei den nachfolgenden Wahlen wurde Heinrich Biester einstimmig als
Hegeringleiter wiedergewählt. Dirk Bölker wurde ebenfalls einstimmig
Schießobmann. Henrik Eggers wurde als Kassenprüfer gewählt.
Friedrich Seeßelberg wies auf die Besonderheiten an der Trophäenwand
hin und vergab die Hegemedaillen. Gold erhielt Karl-Heinz Münkel aus
Hainhaus. Silber wurde zwei Mal vergeben und zwar an Günter Opitz,
Kaltenweide und Mike Scheer, Schulenburg. Die Bronzemedaille erhielt
Heinrich Biester, Engelbostel.
Die Versammlung endete wie sie begonnen wurde – mit Jagdsignalen der
Bläsergruppe.