Im Stil der Weserrenaissance

Die MTV-Gruppe vor der Dechanei, eines der ältesten und schönsten Gebäude in der Stadtmitte ( 1561 ). Links im Bild Wilfried Henze Stadtheimatpfleger und Stadtführer.

MTV-Vorstandsmitglieder besichtigen Höxter und Kloster/Schloss Corvey

MTV Engelbostel-Schulenburg. Die Kreisstadt Höxter zeichnet sich durch ihre historischen Häuser im Stil der Weserrenaissance aus. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das Kloster und Schloss Corvey, dass die Unesco zum Weltkulturerbe ernannt hat. Der Dichter und Liederkomponist Hoffmann von Fallersleben verbrachte 14 Lebensjahre in der Stadt. Das gepflegte Grab ist Zeuge seines Wirkens im Schlossgarten. Eine weitere Besonderheit ist jedes Jahr ein „Wochenende des Märchens“ in der Stadt. Am Sonnabend, 15. Oktober, startete die MTV-Gruppe mit 22 Teilnehmern durch die reizvolle Landschaft des Weserberglandes in Richtung Höxter. Das traditionelle Frühstück vor der Abfahrt durfte nicht fehlen. Brigitte und Wolfgang Laas hatten es wieder liebevoll in der „Tennisbutze“ des Vereins bereitgestellt. Am Ziel angekommen, stand als Erstes ein Stadtgang auf dem Programm. Gästeführer Wilfried Henze empfing die Gruppe am Rathaus und führte sie durch die historische Altstadt. Man entdeckte prächtige Adelshöfe und stolze Bürgerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert im Baustil der Weserrenaissance. Als Stadtheimatpfleger gab Henze einen Überblick über die mehr als 1000 Jahre alte Stadtgeschichte, gespickt mit zahlreichen Anekdoten. Häuser von ehemaligen wohlhabenden Kaufmannsfamilien wurden aufwändig restauriert. Es besteht die Auflage, dass diese bewohnt sein müssen. Die Häuser Horstkotte, Adam & Eva Haus, die „Alte Apotheke“ und die Dechanei sind einige sehenswerte Beispiele. Kunstvoll gemalte und gravierte Schriften an den Häuserfronten enthalten Wahrheiten, die auch heute noch Bestand haben. Sätze wie „Du liebst nicht sehr die Apotheken, doch schlimmer Freund sind Hypotheken“, „Geschenke machen die Weisen blind“ sind zwei Beispiele. In den beiden Hauptkirchen St. Kiliani und St. Nikolei gab der Stadtführer Aufschluss über die Geschichte der Baustile und Konfessionen.
Was ist an Märchen so faszinierend? Diese Antwort bekamen die MTVer beim Märchen-Abendmenü am Abend im Hotel. Der Märchenerzähler Karheinz Schudt ist Profi auf seinem Gebiet und zog die Zuhörer mit bekannten Märchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm in seinen Bann. „Immer erobert der Dummling die Königstochter und führt später das Königsreich“, so enden sie meistens. Wahrheit und Märchen liegen oft nahe beieinander. In Höxter fand an diesem Wochenende der jährliche Märchentag statt. Könnte man meinen. Die Besichtigung des Klosters und Schlosses Corvey war der Höhepunkt am Sonntag des Ausfluges. Ein Glück, dass es den Kaiser Ludwig den Frommem ( Sohn Karl des Großen ) gab. Er ließ für die Benediktiner Mönche in 882 ein Kloster erbauen und von hier aus sollten sie ihre Religion in die nördlichen Länder tragen. Corvey wurde eines der bedeutendsten karolingischen Klöster.
Mit ihrer Führung vermittelte die Gästeführerin einen umfassenden Überblick von der Anlage und Geschichte der ehemaligen Reichsabtei Corvey. Neben der Kirche mit ihrem karolingischen Westwerk besichtigte die Gruppe den barocken Residenzbau mit Kreuzgang, den Kaisersaal und die fürstliche Bibliothek mit seinen 75.000 Bänden. Die Texte werden in jahrelanger Recherche von Universitäten katalogisiert und digitalisiert. Corvey ist am 21. Juni 2014 von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet worden mit dem offiziellen Titel „Das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“. Nach einem Mittagessen im Schlosscafé endete die Wochenendfahrt.
Um die Kommunikation untereinander zu fördern und auch ein Dankeschön für die ehrenamtliche Tätigkeit zu sagen, unternimmt der MTV Vorstand mit Abteilungsleitern einmal jährlich eine Wochenendfahrt. Die Ziele sind vorwiegend historische Städte im norddeutschen Raum.