imago eröffnet das Programm 2010

Eines der Exponate der imago-Ausstellung in Bissendorf. (Foto: Repro: imago Kunstverein Wedemark)

Ateliergemeinschaft Bildarium ist ab 24. Januar zu sehen

Bissendorf. „Am Ende Figuren“ ist der Titel der ersten Ausstellung des imago Kunstvereins Wedemark im Jahr 2010, die am Sonntag, 24. Januar, um 12 Uhr im Bürgerhaus eröffnet wird.
Die Ateliergemeinschaft Bildarium – das sind die vier Künstler Christophe Carbenay, Jan Berg, Wilfried Ohrenberg und Welf Schiefer aus Hannover. Sie präsentieren Grafik und Skulpturen ganz eigener Prägung, deren Ausstrahlung und Aussagekraft in anderen Medien als den gewählten nicht wiederzugeben wäre. Das „Bildarium“ wurde bereits 1998 von Christophe Carbenay als Kunstkiosk und Ausstellungsraum gegründet.
Nach wechselvoller Geschichte besteht es heute in Hannover als Ateliergemeinschaft, ist zugleich Druckwerkstatt und Ausstellungsraum. Auch wenn die Künstler nur sehr selten ein gemeinsames Thema bearbeiten – jeder von ihnen ist in seiner Technik und Thematik eigenständig und besitzt große Könnerschaft – verbindet sich ihr Schaffen in der gemeinsamen Präsentation zu
einem harmonischen Ganzen. Alle Arbeiten eint ein hintergründiger Humor und etwas Karikaturhaftes, außerdem die Verfrem-
dung der dargestellten Wesen.
Darüber hinaus können Betrachter der Ausstellung die Wirkungsweise verschiedener grafischer Darstellungsmöglichkeiten kennen lernen. Von Zeichnungen über Radierungen und Lithographien bis hin zu dreidimensionalen Drahtskulpturen und Skulptur-Assemblagen reicht die Bandbreite der technischen Verfahren.
Christophe Carbenay, der einzige freischaffende Künstler der Gruppe, zeichnet, radiert, überzeichnet und coloriert. Die Druck-
graphik gibt ihm die Möglichkeit, das Weiterspinnen einer Idee auszuleben. Besonders erwähnenswert ist sein Zeichenprojekt „Mein Orinoco“, in dem er sich seit 1998 der Erforschung der „Amourologie“, dem Eigenleben von Liebeszellen widmet.
Jan Berg, Professor für Medienwissenschaften in Hildesheim, zeigt Lithographien und Skulpturen, die aus verschiedenen Materialien zusammengefügt sind und Titel tragen, wie „Die böse Königin aber weinte sich beide Augen aus“.
Wilfried Ohrenberg, im Haupt-
beruf Lehrer, arbeitet überwiegend mit Draht. Seine Metall-
skulpturen und Drahtreliefs sind von großer Leichtigkeit und Zartheit und entstehen ausschließlich durch Biegen und Verknoten von geglühten Drähten. Es sind verfremdete Kreaturen, Menschen in verzerrten Körperhaltungen, deren Ausdruck auf zugrunde liegende Problematiken hinweisen soll.
Welf Schiefer, Grafikdesigner, beschäftigt sich in vielen seiner Arbeiten mit fliegenden Kreaturen. Sie sind vielfach verfremdet, befinden sich in bedroh-
lichen Situationen, kämpfen, mit Gewichten behängt, gegen die Schwerkraft. Wichtiges Stilmittel ist bei ihm die Kombination von Strichätzung, Aquatinta und Schabtechnik, was seinen Drucken eine große Tiefe und Plastizität verleiht.
Die Ausstellung kann während der üblichen Öffnungszeiten des imago Kunstvereins besichtigt werden. Gelegenheit zu einem Künstlergespräch gibt es am Sonntag, 14. Februar, von 16 bis 17 Uhr. Hierbei werden einige Radierungen vor Ort gedruckt, die dann käuflich zu erwerben sind.