Mittendrin in den Tapeten

Ausflügler der Gruppe Mittendrin erkundeten das Tapeten-Museum in Celle.

Gruppe der St. Paulus-Gemeinde war unterwegs

Langenhagen. Ein Tapetenmuseum in Celle? "Das hört sich erstmal nicht so spektakulär an", meldet Ruth Busse, Sprecherin der Gruppe Mittendrin (St. Paulus-Gemeinde) zum absolvierten Ausflug. Doch der Besuch habe alle Teilnehmer begeistert. Marianne Stumpf, Besitzerin des Museums, führte die Ausflügler von Raum zu Raum, und alle seien spachlos vor Staunen gewesen, denn zu sehen waren Exponate wie ein Stück der Celler Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert. Die Geschichte des alten Fachwerkhauses im Zentrum von Celle, in dem das Tapetenmuseum zu finden ist, wurde umfangreich erklärt.
Dann aber begann die Wanderung durch die spannende Entwicklung der Tapete. Zu allen Zeiten hatten die Menschen das Bestreben, die Wände ihrer Behausung zu dekorieren. Höhlenmalereien, Fresken, Mosaiken, Teppiche und Stoffbespannungen erzählen davon. Die erste Wandverkleidung, die man als Tapete bezeichnen kann, geht auf Albrecht Dürer zurück. Um 1515 gestaltete der für den Kaiser eine Hochdruck­platte, mit deren Hilfe eine größere Fläche Papier bedruckt werden konnte. Papierherstellung galt zu der Zeit noch als handwerkliche Kunst. Man benutzte lange Zeit Druckmodeln aus Holz, die zu einem Rapportmuster gesetzt wurden, Erst nach Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Endlospapier erfunden, was die Tapetenproduktion effizienter machte. Das wertvollste Stück der Ausstellung ist eine Ledertapete mit Golddruck aus dem 18. Jahrhundert. Auch riesige Landschaftsbil­der, die in Streifen gedruckt an der Wand zu einem Ganzen zusammengefügt werden, waren zu bestaunen.
Es fehlte auch nicht der Hinweis auf die grüne Tapete, die mit Blei und Oxiden um 1800 hergestellt, gefährliche giftige Gase abgab. Als Spiegel ihrer Zeit sind außerdem die Tapetenentwürfe namhafter Künstlern wie Pablo Picasso, Niki de St. Phalle, Carl Lagerfeld, Zaha Hadid und andere zu sehen. "Und logischerweise finden sich auch Musterbücher der Langenhagener Tapetenfabrik in der Sammlung, was zwei unserer Freunde besonders freute, weil sie früher in diesem Norta-Betrieb gearbeitet haben", berichtet Ruth Busse.