NABU Langenhagen blickt auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurück

Der NABU konnte 2015 sein Projekt "Lebendige Wietzeaue starten". Foto: Ricky Stankewitz.
NABU Langenhagen. Nach einem kurzweiligen Vortrag durch Gunter Halle über den "Vogel des Jahres" (den Stieglitz) stellte der 1. Vorsitzende des NABU Langenhagen Ricky Stankewitz den Jahresbericht 2015 vor und freute sich über die Erfolge im Naturschutz: „In einem Satz zusammengefasst, würde ich das vergangene Jahr als das beste Jahr seit meinem Amtsantritt 2008 bezeichnen.“ Und weiter: „Hätte man mir damals gesagt, dass unsere Ortsgruppe Projekte mit einem Finanzvolumen von 100.000 Euro umsetzt, wäre mein lächelnder Kommentar ein nüchternes „träum weiter“ gewesen. Acht Jahre später ist der Traum dank der tollen Unterstützung unserer ehrenamtlich aktiven Mitglieder mit unserem Projekt "Lebendige Wietzeaue"« Wirklichkeit geworden. Mein Dank gilt allen, die mit ihrem geleisteten Anteil zur Verwirklichung dieses Projektes beigetragen haben.“
Stankewitz bedankte sich außerdem bei Redaktionen der Langenhagener Presse, durch deren Veröffentlichungen die Aktivitäten und das Programm des NABU in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Und das Programm konnte sich im letzten Jahr sehen lassen: Mit über 50 Führungen, Vorträgen, Infoständen und verschiedenen Terminen im Jugendbereich brachte der NABU wieder vielen Bürgern die Natur näher.
Im Bereich "Zusammenarbeit im Naturschutz"« konnte der NABU erneut auf tolle Veranstaltungen und gemeinsame Projekte zurückblicken. Stankewitz hob besonders das Fledermaus-Sommerfest auf dem Gelände des Vereins Acker-Pella hervor, bei dem der NABU gemeinsam mit Acker-Pella, der BUND AG Fledermäuse im BUND Region Hannover und der BUND Jugend Niedersachsen viele Naturfreunde über die Möglichkeiten zum Fledermausschutz informierte. Außerdem wurden wieder gemeinsam mit Mitgliedern der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen (NVL) die Nistkästen im Eichenpark und Stadtpark gereinigt und verschiedene Termine in Kooperation mit denn NABU-Nachbargruppen angeboten.
An den Kleingewässern rund um den Flughafen konnten inzwischen an 19 der 27 Gewässer Laubfrösche nachgewiesen werden. Für die seit 2008 im Auftrag der Region Hannover bestehende Betreuung von fünf Kleingewässern in Kananohe konnte sich der NABU über eine wissenschaftliche Bestätigung des Erfolges der Pflegemaßnahmen freuen. Die Tierärztliche Hochschule Hannover hat im Rahmen einer Masterarbeit von Konstantin Taddey alle Spenderpopulationen, die zur Wiederansiedlung des Laubfrosches am Steinhuder Meer herangezogen wurden, genetisch untersucht. Erfreuliches Ergebnis ist, dass die aus Kananohe stammenden Laubfrösche den geringsten Inzuchtgrad aller untersuchten Populationen aufwiesen, was direkt auf die Pflegemaßnahmen an den Gewässern zurückzuführen ist.
Die Jugendarbeit sieht der Vorsitzende des NABU Langenhagen als Grundlage für die Zukunft: „Denn zukunftsfähig ist ein Verein nur, wenn er sich rechtzeitig um die nachfolgende Generation kümmert.“
Neben den Projekten und Veranstaltungen hat sich der NABU Langenhagen auch um lokale Naturschutzthemen gekümmert. Beherrschendes Thema im Frühjahr und Sommer war das Trockenfallen des nördlichen Teiches im Stadtpark. Der NABU hat sich mit einem Konzept zur ökologischen Aufwertung des nördlichen Teiches eingebracht. „Auf unsere Empfehlung wurde zwischen den Teichen eine „Fischsperre“ errichtet, die während der Regenphasen das Abwandern von Fischen aus dem südlichen Teich in den nördlichen Teich unterbinden sollte. Dadurch wurde ein weiteres Fischsterben im Nordteich vermieden“, erklärte Stankewitz. Durch die regelmäßige Teilnahme von Georg Obermayr an den Sitzungen des Stadtplanungs- und Umweltausschusses konnten wichtige Naturschutzthemen politisch platziert werden. Stankewitz hob den Einsatz Obermayrs hervor: „Für dieses nicht immer einfache Engagement gebührt Georg mein ausdrücklicher Dank! Wir hätten die Einführung einer Baumschutzsatzung und die Umsetzung des von Parkbeirat erarbeiteten Wegekonzeptes im Eichenpark begrüßt. Beides fand beim Rat der Stadt keine Mehrheit.“
Am 1. Januar hatte der NABU Langenhagen 1.016 Mitglieder. Finanziell ist der Verein gut aufgestellt. Für das Jahr 2016 hat sich der NABU Langenhagen viel vorgenommen: Im Rahmen des Projektes "Lebendige Wietzeaue" soll auf der Fläche in Krähenwinkel, die durch eine Abstimmung der Aktiven jetzt "Kreyen Wisch" genannt wird, im März das Grünland eingesät werden. Die „Dauerprojekte“ Kleingewässerpflege und Nistkastenreinigung werden fortgeführt. Es wird auch weiterhin konstruktiv mit anderen Naturschutzvereinen und -behörden zusammengearbeitet. An den Kleingewässern in Kananohe soll die Beweidung mit Pferden an bislang noch nicht beweideten Flächen etabliert werden. In den verschiedenen Arbeitskreisen, Ausschüssen und Beiräten der Stadt Langenhagen wird sich der NABU auch weiterhin politisch für den Naturschutz in Langenhagen einbringen. Höhepunkt für das Jahr 2016 wird die Jubiläumsfeier zum 15-jährigen Bestehen des NABU Langenhagen am Sonnabend, 4. Juni, sein. Abschließend bedankte sich Stankewitz bei allen Mitgliedern für ihre Treue. Bei den anschließenden Wahlen wurde Georg Obermayr als Schriftführer einstimmig wiedergewählt. Als Kassenprüfer wurde Ulrich Scholz für drei Jahre gewählt. Auf Antrag des Vorsitzenden wurde Katja Woidtke in den erweiterten Vorstand berufen. Als Delegierte für die Vertreterversammlung des NABU-Landesverband Niedersachsen wurden Georg Obermayr und Ulrich Scholz gewählt.