"Was kaum jemand weiß"

AWO-Ausflug zeigte Besonderes auf

AWO-Kaltenweide. Weitgereiste Leute kennen Kapstadt, Tokio oder Sydney, aber wie ist es mit der vor der Haustür liegenden Landeshauptstadt bestellt? Vielleicht klingt Hannover nicht so weltläufig wie die vorgenannten Städte, aber ist das nicht ein Stück weit Ansichtssache? Um vielleicht noch unentdeckte Ecken dieser liebenswerten Stadt
kennenzulernen, machten sich 36 Teilnehmer des AWO-Ausflugs per Bus auf den
Weg. Unter der kompetenten Patronage einer engagierten und immens beschlagenen
Stadtführerin, die ihre Ausführungen mit interessanten Histörchen und Anekdoten
sehr anschaulich machte, ging es zunächst in das Neue Rathaus, wo die verschiedenen Stadtmodelle aus längst vergangener und aus heutiger Zeit gezeigt und erklärt wurden. Dabei erfuhren die Zuhörer, dass Hannover im letzten Krieg zu 80 Prozent zerstört wurde und nach dem Krieg nur noch 220.000 Einwohner hatte, was durch Zuzug aus dem Umland und natürlich viele Flüchtlinge rasch kompensiert wurde. Vorbei ging die Fahrt weiter an Landtag, Archiv, Bibliothek und vielen anderen Gebäuden, an denen jeder sicher schon häufig vorbeigekommen war, ohne um ihre Bedeutung zu wissen. Die schöne Marktkirche wurde besichtigt mit der kleinsten Orgel mit einem wunderbaren Klang, auf Besonderheiten des Altars wurde hingewiesen und auf die schönen Fenster, die leider ebenfalls im Krieg zerstört wurden. Kaum jemand wusste auch, dass es in der Stadt ein Olympiazentrum gibt, wo Sporttalente ab dem fünften Lebensjahr trainiert werden.
Vorbei an den Nanas ging es in die Altstadt, wo die tragische Liebesgeschichte
zwischen Prinzessin Sophia und ihrem Ulan von Königsmarck erzählt wurde.
In einer bekannten Bäckerei ist als Beweis ein Liebesbrief auf eine Wand projiziert,
der ein heimliches Treffen der beiden belegt.
Erwähnenswert ist aber unbedingt noch, dass Hannover zu 50 Prozent grün ist (nicht
politisch zu verstehen) und die Eilenriede doppelt so groß ist wie der berühmte
Central Park in New York, woran zu sehen ist, dass in puncto PR noch viel
Luft nach oben ist.
So könnte noch vieles angeführt werden. Das Fazit von Karin Reich vom AWO-Ortsverein lautet daher: "Es ist daher dringend anzuraten, sich bei einer Stadtrundfahrt selbst zu informieren."