Wo das Stroh verarbeitet wird

Nach dem Mittagessen ging es ins Goldenstedter Moor.

AWO Kaltenweide machte sich auf den Weg nach Twistringen

AWO Kaltenweide. Die Tagesfahrt der AWO Kaltenweide hinterließ bei allen Mitreisenden bleibende Eindrücke. Es ging nach Twistringen, wo Edeltraud Mittelstedt als Organisatorin des Ausflugs einen Termin im dortigen Strohmuseum gebucht hatte. Kaum einer der
Teilnehmer war über die Existenz eines solchen Museums informiert. Seit 300 Jahren
wird in Twistringen Stroh zu allerlei Gebrauchsartikeln verarbeitet. Begonnen
wurde seinerzeit mit nur drei Artikeln, nämlich Hüten, Flaschenumhüllungen für
die diversen Essig-. Öl-. Likör-, Wein- und sonstigen Flaschen, dazu noch Strohhalme.
Das Stroh musste unreif und ungedroschen verarbeitet werden, weil es getrocknet
natürlich steif und nicht mehr biegsam genug war. Besonders die Herstellung
der Malotten genannten Flaschenhüllen bedeutete den einträglichsten Erwerbszweig
der Twistringer Strohflechterfamilien, bei denen alle Mitglieder zum Einkommen
beitrugen. Sehr anschaulich wurden die ersten Maschinen erklärt und zum Teil
vorgeführt. Viele Arbeitsgänge waren nötig, um aus dem Naturprodukt Stroh
die benötigten Utensilien entstehen zu lassen. Faszinierend war es, zuzusehen, wie
aus den geflochtenen Strohschnüren ein Hut genäht wurde.
Nach so viel Wissensvermittlung ließ man sich ein leckeres Mittagessen schmecken
und weiter ging es ins Goldenstedter Moor. Pünktlich und wie bestellt kam mit dem
Einstieg in die Moorbahn die Sonne hervor und ließ die sonst ein wenig schwermütig
wirkende Moorlandschaft herbstlich warm erscheinen. Die kompetente
Begleiterin erklärte den Unterschied zwischen Nieder- und Hochmooren und erzählte, dass trockengelegte Moore zunehmend wieder vernässt würden. Ein Hochmoor beispielsweise
wächst pro Jahr lediglich um einen Millimeter. Auch über speziell im Moor vorkommende
Tier- und Pflanzenwelt erfuhr man einiges. Auf der Fahrt zurück zum Moorcafé sprang
der letzte Wagen in einer engen Kurve aus den nicht immer ganz exakt laufenden
Schienen. Der Fahrer und die begleitende Dame blieben jedoch ganz gelassen, offenbar
war das kein so ganz außergewöhnliches Ereignis. Mi der Hilfe einer Art Wagenheber
und männlicher Muskelkraft war der Schaden schnell behoben und die Fahrt ins
Moorcafe ging weiter, wo die Teilnehmer schon mit Kaffee und Kuchen erwartet wurden.
Bald darauf wurde die Heimreise angetreten; alle aber waren sich einig: dies war ein
erlebnisreicher und sehr informativer Tag, der sicher noch lange im Gedächtnis
bleiben wird.