30 Jahre im Dienst der Johanniter

Johanniter Bernhard Lange wird für seine 30 Jahre Dienstzeit geehrt. Es gratulieren Klaus Kramer, Dienststellenleiter des Ortsverbandes Aller-Leine, und Regionalvorstand Uwe Beyes. (Foto: U. Fischer)

Bernhard Lange feiert rundes Jubiläum

Schwarmstedt. Kein Aprilscherz: Auch wenn auf Bernhard Langes Mitgliedsausweis der Johanniter-Unfall-Hilfe der 1. April 1980 als Eintrittsdatum steht, ist sein langjähriger Einsatz als Rettungssanitäter der Johanniter alles andere als ein Scherz. Damit zählt Lange zu den wenigen Johannitern im Regionalverband Niedersachsen Mitte, die derzeit auf eine so lange Mitgliedschaft zurückblicken können. Für seinen treuen Dienst wurde der 53jährige Rettungssanitäter des Ortsverbandes Aller-Leine jetzt von Regionalvorstand Uwe Beyes mit einer Urkunde ausgezeichnet. An der Feierstunde im Hotel Bertram nahmen neben Beyes auch Klaus Kramer, Dienststellenleiter des Ortsverbandes Aller-Leine, sowie zahlreiche Kollegen und Weggefährten teil. Kramer dankte seinem langjährigen Mitarbeiter für dessen Verdienste um die Johanniter-Unfall-Hilfe und gratulierte ihm zu diesem besonderen Jubiläum. Mit Barni, wie Lange von allen genannt wird, verbindet Kramer schon seit dessen Zeit im Ortsverband Deister eine gute Zusammenarbeit und Freundschaft. Seinen beruflichen Werdegang bei den Johannitern begann Lange 1977 als Zivildienstleistender in Wunstorf, nachdem er zuvor eine Ausbildung zum Speditionskaufmann abgeschlossen hatte. „Die Arbeit mit Menschen liegt mir weitaus mehr als im Büro zu sitzen“, erklärt er heute seinen Entschluss, 1980 als hauptamtlicher Rettungssanitäter in Langenhagen beim Ortsverband Deister seinen Dienst bei den Johannitern fortzusetzen. Vom Krankenwagen wechselte Lange bald zu luftigeren Arbeitsplätzen in Hubschraubern und Flugzeugen. Bis 1983 arbeitete er in der Sekundärrettung, zu der auch der Patientenrückholdienst in ganz Europa gehört. Anschließend leitete Lange acht Jahre lang die Wache in Wunstorf, bevor er 1993 Wachleiter der neu gegründeten Wache in Rethem wurde. Seit 1997, als er aus familiären Gründen die Leitungsstelle in Rethem wieder abgab, arbeitet er im Rettungsdienst im Ortsverband Aller-Leine. Aus seiner Zivildienstzeit stammt eine schöne Anekdote, die Lange immer wieder gerne erzählt. So hatte er gemeinsam mit einem Kollegen Sanitätsdienst am Blauen See in Garbsen und genoss kurz vor Dienstschluss ein kurzes Bad im kühlen Wasser, als der Notruf beide Sanitäter zu einem Unfall auf die nahe gelegene Autobahn rief. Noch klitschnass nahmen sie im Rettungswagen Kurs auf die Unfallstelle, als Barni bemerkte, dass seine Schuhe noch am Ufer des Sees standen. Nach den ersten Momenten der Ratlosigkeit hatte sein Kollege allerdings den rettenden Einfall. An der Unfallstelle angekommen, rannte er zu den hinter dem Unfall im Stau stehenden Autos und schwatzte im zweiten Wagen dem verdutzten Fahrer ein Paar Herrenschuhe in der richtigen Größe ab, in denen Barni seinen Dienst versehen konnte und die anschließend wieder an ihren Besitzer zurück gegeben wurden. „Ich werde oft gefragt, warum ich diesen manchmal wirklich harten Job mache. Dann sage ich: Ich weiß morgens um 8 Uhr nicht, wo ich um 8.05 Uhr bin. Das ist das Tolle, das Spannende daran!“ so Lange. Ob allerdings in zehn Jahren das 40jährige Jubiläum gefeiert wird, darüber ist sich Lange heute noch nicht sicher.