70 Personen aus Schwarmstedt, Wedemark und Hodenhagen demonstrieren in Hamburg

Die Demonstrierenden aus der Wedemark und Schwarmstedt auf dem Weg nach Hamburg.
Schwarmstedt/Wedemark. Lokale Bündnisse aus der Wedemark und dem Aller-Leine-Tal beteiligten sich gemeinsam mit 70 Menschen an der Demonstration in Hamburg. Per Bahn und Bus reisten Umweltschützer aus der Wedemark, Gegner des Maststalls bei Suderbruch, Gewerkschafter, Biobauern von der Aller, Flüchtlingshelfer, Linke und Grüne in die Hansestadt. 65.000 in Hamburg und bundesweit in sieben Städten 320.000 Demonstrierende freut die örtlichen Organisatoren Ellen Gause, Jürgen Hector und Charly Braun (DGB).
Die große Teilnehmerzahl, viel Musik, Kreativität und gute Reden machten den Protest zu einem Erlebnis. Für den 15-jährigen Schwarmstedter KGS-Schüler Arne Willeke ist es wichtig sich für die gemeinsamen Interessen zu engagieren. „Das macht Spaß und bringt was“, sagt er und erklärt, „das geht gar nicht, dass undemokratische Schiedsgerichte durch CETA und TTIP über unsere Lebensbedingungen entscheiden sollen.“ In der KGS hat er dazu Vorträge gehalten und weiß, „dass die drohenden Privatisierungen alles teurer machen. Mit CETA und TTIP werden selbst Kitas und Schulen dem Profitstreben von Investoren unterworfen und das bedeutet weniger Chancen für viele Kinder.“
Umweltaktivistin Petra Elliott aus Elze kritisiert, dass das geplante CETA-Abkommen zwischen Kanada und EU genau wie TTIP Ernährungs- und Sozialstandards senken wird. „Obendrein wird mit CETA auch TTIP durch die Hintertür kommen, denn zahlreiche US-Konzerne haben Tochterfirmen in Kanada“, befürchtet sie. Das sieht auch Straßenwärter Klaus Schmidtke so, der mit weiteren Kollegen demonstriert. „Mit CETA und TTIP werden Tarifverträge und Arbeitnehmenrechte ausgehebelt. Es droht gar die Privatisierung öffentlicher Daseinsvorsorge. Das wollen wir verhindern“", macht er klar.
Vorm Hamburger Rathaus forderten Vertreter von Umweltgruppen, Sozialverband, DGB, Bauern, Jugendverbänden und MigrantInnen die CETA- und TTIP-Verhandlungen abzubrechen. Stattdessen sollen sich die Regierenden für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung engagieren. „Wir bleiben dran“, erklärt Gewerkschafter Charly Braun.