Aktionstag gegen Verschwendung

Die CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper (rechts) half kräftig bei der Sortierung der Lebensmittel mit.

CDU-Landtagsabgeordnete Pieper bei der Walsroder Tafel

Walsrode. Anlässlich eines landesweiten Aktionstages der CDU-Landtagsfraktion gegen Lebensmittelverschwendung besuchte Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper zum wiederholten Male die Walsroder Tafel. Die Aktion war ein Beitrag zum Welternährungstag und soll auf die unnötige Lebensmittelverschwendung in Niedersachsen aufmerksam machen. Für Gudrun Pieper war es jedoch wichtig, dass sie nicht nur auf einen Blitzbesuch in der Walsroder Tafel erscheint, sondern dort auch tatkräftig unterstützt.
Pro Person werden jährlich 80 Kilogramm Lebensmittel in Deutschland in den Müll geworfen, die noch vollkommen genießbar wären. In vielen Fällen passiert das allein schon, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum geringfügig überschritten ist. Auch Reste wandern oft direkt in die Mülltonne. Die Gründe hierfür liegen unter anderem in überzogenen Ansprüchen von Politik, Wirtschaft und Verbrauchern in Bezug auf Form, Größe oder Farbe verschiedener Nahrungsmittel. Dem Überfluss steht ein echter Mangel gegenüber. Jeden Tag sterben weltweit schätzungsweise 24.000 Menschen an den Folgen von Unterernährung. Auch vor unserer Haustür gibt es Menschen, die nur eine kleine Rente bekommen, Arbeitslose, allein erziehende Eltern mit ihren Kindern, Obdachlose oder überschuldete Familien, die auf Einrichtungen wie die Tafel angewiesen sind. Beim Sortieren von Obst und Gemüse konnte sich Gudrun Pieper davon überzeugen, dass die Qualität der gespendeten, nicht verkäuflichen Nahrungsmittel teilweise exzellent ist. „Die Tafeln in Deutschland leisten mit ihren vielen Ehrenamtlichen einen wertvollen Beitrag bei der Eindämmung der Lebensmittelverschwendung. Sie sorgen dafür, dass Lebensmittel nicht einfach weggeschmissen, sondern weitergegeben und verzehrt werden“, betont die Landtagsabgeordnete. Über 10.000 Kunden kommen pro Jahr allein zur Tafel nach Walsrode. Viele freiwillige Helferinnen
und Helfer sorgen dafür, dass ausreichend Lebensmittel im Angebot sind. Sie holen die Waren bei den Händlern ab, sortieren sie und verteilen sie auf die Ausgabestellen in Bad Fallingbostel, Bomlitz, Rethem und Schwarmstedt. Die Nahrungsmittel werden dann jeden Freitag gegen eine Spende von einem
Euro (höchstens aber zwei Euro pro Familie) an nachweislich bedürftige Menschen verteilt. So finden Brote vom Vortag immer noch dankbare Abnehmer. In der Bäckerei waren sie unverkäuflich. Genauso wie die Möhren aus dem Supermarkt, die nur optische Makel haben, aber im Eintopf geputzt vorzüglich schmecken. „Sehr viele Lebensmittel sind auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch genießbar. So kann jeder etwas gegen die Verschwendung von
Lebensmitteln tun. Ein bewusster Umgang mit ihnen und eine höhere Wertschätzung sind notwendig, um die aktuelle Lebensmittelverschwendung in den Griff zu bekommen“, so Pieper abschließend. Eines bleibt jedoch gewiss: Pieper wird auch in Zukunft immer wieder einen Tag, trotz ihres engen
Terminkalenders, finden, um bei der Tafel mithelfen zu können.