Ausschuss informiert sich über Fuß- und Radwegekonzept

Dr. Ing. Rainer Mühlnickel hat im Rathaus ein Fuß- und Radwegekonzept vorgestellt. Foto: B. Stache

„Wir haben zum Teil neue Erkenntnisse gewonnen“

Schwarmstedt (st). Der Bau-, Wege-, Natur- und Umweltausschuss Schwarmstedt hat sich anlässlich seiner Sitzung am Dienstagnachmittag im Sitzungssaal des Rathauses über ein Fuß- und Radwegekonzept informiert. Dr. Ing. Rainer Mühlnickel, Geschäftsführer des Büro für Stadt- und Regionalentwicklung (Böregio) aus Braunschweig, stellte den Ausschussmitgliedern das Konzept für die Ortschaften Schwarmstedt, Bothmer und Grindau vor. „Insgesamt ist unser Eindruck, dass es bei Ihnen hier vor allem auch für den Fußverkehr grundsätzlich erst einmal sehr gut aussieht, beim Radverkehr gibt es teilweise noch etwas mehr zu optimieren“, so der Böregio Geschäftsführer. Seine Vorschläge konzentrierten sich im Wesentlichen auf Querungshilfen, wie beispielsweise Zebrastreifen. Die Zuhörer, unter ihnen Björn Gehrs in seiner Funktion als Gemeindedirektor sowie dessen Stellvertreter Klaus Marquardt, erfuhren einiges über die Fuß- und Radwegesituation vor allem innerhalb von Schwarmstedt. Für die Erarbeitung des Fuß- und Radwegekonzeptes seien Gespräche mit den Schulen und der Polizei geführt worden, auch der Schulwegeplan wurde hinzugezogen, erklärte Dr. Mühlnickel. Die Frage, wer innerhalb Schwarmstedts welche Wege geht, sei ebenfalls in die Arbeit eingeflossen. Die sich daraus ergebenden Hauptlinien wurden in einen Hauptfuß- und Hauptradverkehrsnetz-Plan übertragen. „Wir haben alle Unfälle zwischen Januar 2008 und Mai 2012 erfasst. Bundes- und Landstraße sind die konfliktträchtigen Linien“, hieß es unter Bezug auf die Auswertung der Unfalldaten. Als besonders problematisch stelle sich die Situation für Radfahrer, Fußgänger sowie Autofahrer im Zuge der B 141 dar. In seinem Konzept empfiehlt Böregio daher für eine Reihe neuralgischer Punkte Querungshilfen, Schutzstreifen in Form von Markierungen auf Straßen, um von Radfahrern mitgenutzt zu werden, aber auch die Einrichtung von innerörtlichen Tempo-30 Zonen. Mit anschaulichen Fotos wurden die jeweiligen Gefahrenpunkte vorgestellt – die empfohlenen Maßnahmen, unter anderem farblich gekennzeichnete Querungen, machten als Fotomontage die Empfehlungen besonders deutlich. Bei seiner Begutachtung waren dem Böregio Geschäftsführer die fehlenden Informationstafeln für Radtouristen aufgefallen, aber auch fehlende Fahrradabstellmöglichkeiten. Der Präsentation folgte eine lebhafte Diskussion, die auch neue Erkenntnisse für das Konzept brachte. Dabei wurde auf die Belange der Ortschaften Bothmer und Grindau besonders eingegangen. Ausschussvorsitzender Werner Bartsch wies unter anderem darauf hin, dass auch in Grindau Handlungsbedarf für eine Querungshilfe bestehe. An der Diskussion hatten sich neben den interessierten Bürgern auch Bürgermeisterin Claudia Schiesgeries, Ratsmitglied Wilhelm Mestwerdt sowie ein Vertreter des ADFC, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. beteiligt. „Auch wenn wir hier im Ort, in Bothmer oder in Grindau wohnen, ist uns das eine oder andere nicht so bekannt. Wir haben zum Teil neue Erkenntnisse gewonnen und werden uns damit befassen“, erklärte Werner Bartsch und dankte zum Abschluss Dr. Ing. Rainer Mühlnickel für die Präsentation des Fuß- und Radwegekonzeptes. Anschließend standen für die Ausschussmitglieder noch weitere Themen auf der Tagesordnung: Tempo 30 im Wohngebiet Mönkeberg/Am Bornberg, Standortwahl für die Errichtung von Fahrradboxen auf dem neuen Park & Ride Platz sowie die Spielplatzsituation in der Gemeinde Schwarmstedt.