Berufliche Bildung im Fokus

Arbeitnemergespräch der Heidekreis SPD

Kreis SFA. Zu ihrem traditionellen Arbeitnehmergespräch lud die SPD im Heidekreis kürzlich in die Waldgaststätte Eckernworth ein. Mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-LandtagsfraktionGerd Will, der Leiterin der BBS Soltau Gaby Tinnemeier und dem IG BCE-Sekretär Alexander Oyen hatte die SPD Referenten mit ganz unterschiedlichen Perspektiven eingeladen, die ihre Erfahrungen im Bereich der beruflichen Bildung in die Diskussion einbrachten. Nach der Begrüßung durch den Kreisvorsitzenden Lars Klingbeil führte der stellvertretender Vorsitzende Steffen Ahrens ins Thema des Abends ein. Dabei ging Ahrens auf die Bedeutung der Ausbildung in Zeiten von Fachkräftemangel und einsetzendem demografischem Wandel ein. Dass die berufliche Bildung in den politischen Debatten um Bildungspolitik häufig hinten runter falle, beklagte Gerd Will in seinem Eingangsstatement, ehe er auf die zukünftigen arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen wie den Erhalt des dualen Ausbildungssystems und die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse einging. Schulleiterin Gaby Tinnemeier nahm die Aussage Wills, dass die Berufsbildenden Schulen die wahren integrativen Gesamtschulen seien, auf und erläuterte die Vielzahl von Möglichkeiten, die sich ihren Schülern neben der traditionellen Begleitung der Berufsausbildung anböten. Diese Vielfalt sei auch innerhalb der Schülerschaft erkennbar und stelle die berufsbildenden Schulen vor besondere Herausforderungen. So seien mittlerweile Sozialarbeiter, Schulpastoren und Beratungslehrer unverzichtbar. Eine weitere Herausforderung für die berufliche Bildung sei die Kooperation zwischen Schulen und Betrieben, die immer wichtiger werde, so Tinnemeier. Gewerkschaftssekretär Alexander Oyen ging auf die mangelnde Wahlfreiheit für Jugendliche die eine Ausbildung anstrebten ein und machte deutlich, dass die Wirtschaft in der Pflicht stehe für ein ausreichendes Angebot an Lehrstellen zu sorgen. Anschließend stellte Oyen die Rolle der Gewerkschaften im Bereich der Ausbildung dar: Da viele Rahmenbedingungen für die Ausbildung gesetzlich vorgeschrieben seien, konzentriere sich die Arbeit der Gewerkschaften darauf, durch Tarifverträge Ausbildungsplätze zu sichern und die Übernahme in den Betrieb zu regeln. In der anschließenden Diskussion gingen die Teilnehmer auf verschiedene Alltagsprobleme der beruflichen Bildung ein. „Wir wollten das Thema berufliche Bildung gemeinsam mit den Gewerkschaften in den Mittelpunkt unseres Arbeitnehmergespräches setzten, weil der drohende Fachkräftemangel immer noch nicht genügend in den Köpfen vieler Betriebe angekommen ist“, so Ahrens im Anschluss an das Gespräch. „Die Veranstaltung sollte ein Auftakt zu diesem Thema bei uns in der Region darstellen. Wir werden hier weiter im Gespräch mit den Akteuren bleiben.“ ergänzte Klingbeil.