Beschlüsse zum Neubaugebiet „Grabenkamp“

Detlev von Bestenbostel (links mit Sprechzettel) schlägt in der Gemeinderatssitzung die Gründung einer Energiegenossenschaft und Nutzung von Abwärme aus der Biogasanlage in Lindwedel vor. Foto: B. Stache

Gemeinderat Lindwedel stimmt für Windhundprinzip bei Grundstücksvergabe

Lindwedel (st). „Die Vergabe erfolgt nach dem Windhundprinzip“ heißt es in einem der vier Beschlussvorschläge zum Neubaugebiet „Grabenkamp“, über die der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend abgestimmt hat. Der Rat sprach sich dafür aus, dass alle 42 Bauplätze des Plangebiets „Grabenkamp“ zum frühestmöglichen Zeitpunkt, vermutlich im Sommer 2018, vermarktet werden. Des Weiteren soll Lindwedeler Interessenten der Vorrang bei der Vergabe der Bauplätze in Form einer vierwöchigen Frist eingeräumt werden. Wer sich als Erster bewirbt, kommt als Erster zum Zuge (Windhundprinzip). Bei gleichem Bewerberdatum entscheidet das Los. Ein Kinderbonus in Höhe von 1.500 Euro für das erste Kind, 2.000 für das zweite und 2.500 für das dritte Kind wird auf den Kaufpreis angerechnet. Die neue Parzellierung soll nach vorliegendem Bebauungsplan erfolgen. Bürgermeister Artur Minke leitete die Ratssitzung im Hotel & Restaurant Balland's, an der auch Gemeindedirektor Björn Gehrs und Martin Geisel, Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters und Gemeindedirektors, als Protokollführer teilnahmen. In seinen Mitteilungen gab Björn Gehrs bekannt, dass die Verwaltung vorschlägt, von Streuobst-Anpflanzungen auf einem Grundstück in der Nähe zum Spielplatz nördlich der Bahn und östlich des Dickewegs Abstand zu nehmen – aus Gründen der Verkehrssicherheit, hieß es. Es sei aber die Anlage einer Streuobstwiese zwischen Neubaugebiet „Grabenkamp“ und der Bahnlinie geplant, so der Gemeindedirektor. Nach der Einwohnerfragestunde – zirka 20 Einwohner hatten sich zur Ratssitzung eingefunden – standen die Abstimmungen zum Neubaugebiet auf der Tagesordnung. Bei der Namensgebung für die Planstraße im Neubaugebiet sprach sich der Gemeinderat einstimmig für „Grabenkamp“ aus. Mehrere Namensvorschläge gab es für die Planstraße im Gewerbegebiet „Südlich der Bahn“. Bürgermeister Artur Minke hatte noch mit Hinweis auf die Lindwedeler Geschichte den Namen „Am Schiebenbarg“ eingebracht. Zur Abstimmung gelangte schließlich „Am Bahndamm“. Acht Ratsmitglieder sprachen sich dafür, vier dagegen aus. Bürgermeister Artur Minke fasste das Abstimmungsergebnis zusammen: „Damit heißt diese Straße zukünftig Am Bahndamm“. Einstimmig wurde noch der Entwurf der Satzung der Gemeinde Lindwedel über die Erhebung einer Zweitwohnungssteuer beschlossen. Zum Abschluss der Sitzung unterbreitete Ratsmitglied Detlev von Bestenbostel einen Vorschlag zur Nutzung von Abwärme aus der Biogasanlage in Lindwedel. Dabei sei an die Gründung einer Energiegenossenschaft gedacht, in der sich Hauseigentümer des geplanten Neubaugebiets „Grabenkamp“ sowie des Bestandsgebiets nördlich der Bahnlinie bis zur Poststraße zusammenschließen. „In diesem Bestandsgebiet können 70 bis 80 Häuser an die Nahwärmeleitung angeschlossen werden – für Heizung und Warmwasser“, erklärte das Ratsmitglied. Im Neubaugebiet kann eine hundertprozentige Versorgung mit der Biogasanlagen-Abwärme sichergestellt werden. Alle so versorgten Häuser könnten bei Bedarf auch einen Glasfaseranschluss für das schnelle Internet erhalten. Mit einer Fragebogenaktion werde zunächst das Interesse der Hausbesitzer abgefragt. Die entsprechenden Fragebögen sollen in den nächsten Tagen zugehen. „Wenn sich genügend Interessenten finden, wird es am Donnerstag, 11. Januar 2018, eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema in Lindwedel geben“, kündigte Detlev von Bestenbostel an. Bürgermeister Artur Minke und Gemeindedirektor Björn Gehrs unterstützen die Aktion.