Besuch vom DGB-Bundesvorstand im Aller-Leine-Tal

Die Gewerkschafter auf ihrer Tour durch den Heidekreis.
Heidekreis. Besuch vom DGB-Bundesvorstand bekam der Kreisvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Der Ruf der Heidekreis-GewerkschafterInnen als fleißig und konsequent war bis zu Claudia Menne in Berlin vorgedrungen. Zwischen Schwarmstedt und Walsrode erwartete sie ein volles Programm.
Bei einer Kreisbereisung erfuhr Claudia Menne allerlei über Betriebsansiedlungen an der A 7, tariflose Zustände in Freizeitparks und Altenpflege, unterfinanzierte Kliniken und Forderungen zum öffentlichen Nahverkehr im Aller-Leine-Tal. ver.di-Kollegen berichteten, wie sie in Wohnzimmern unternehmerseitig unerwünschte Betriebsräte initieren und dass selbst in Dörfern rund um Schwarmstedt gestreikt werden kann.
In Ostenholz stellte Egon Hilbich die Geschichte des Truppenübungsplatz durch Häuserabriß und Panzerübungen szenisch vor. Hermann Reinecke berichtete über den Abbau der Zivilarbeitsplätze beim Militär. Auf dem sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof wurden NS-Verbrechen und das breite Gedenkengagement erläutert. Die unendliche Lokalgeschichte des Widerstandes gegen Neonazis mit Erfolgen, wie dem Verbot von Nazi-Heldenfeiern auf dem Soldatenfriedhof Essel, wurde berichtet und die Bündnisbreite ebenso wie Taktiererei mancher Politiker betont. Die Fahrt führte zu Militäreinrichtungen, geschlossenen Bahnhstationen sowie zu Gedenkorten für Hermann Löns und John Lennon.
In einer Filmdokumentation zeigte Karl-Heinz Röder die Breite der DGB-Tätigkeit. Das reicht von Frauentags-Rosen für couragierte Frauen, Verhinderung einer privaten Berufsschule, umfangreichem kommunalen Forderungskatalog, Beteiligung an Ausbildungsmessen, Protest gegen Freihandelsabkommen, Solidarität mit Geflüchteten, eigenem Sendeplatz bei radioflora.de und schauspielerische Straßenaktionen vor Banken und Parteibüros. Wie intensiv im ländlichen Raum Gewerkschaftsarbeit gemacht wird, hinterließ bei der Besucherin aus Berlin einen bleibenden Eindruck.