Die Kehrseite der Altglassammlung

Altglascontainer werden oft als Müllkippe benutzt.

Containerplätze werden als Müllkippe benutzt

Heidekreis. Auf rund 130 Plätzen im Heidekreis wird Braunglas, Grünglas und Weißglas gesammelt. Im Jahr kommen fast 1.900 Tonnen Konserven- und Spirituosengläser zusammen, die in den umliegenden Glashütten weiterverarbeitet werden. Wenn man von einem durchschnittlichen Leergewicht von rund 500 Gramm pro Flasche ausgeht, wären das theoretisch 3,8 Millionen Flaschen. Eine respektable Menge. Das ist die eine Seite. Die Kehrseite: Manche Plätze werden immer wieder als Müllkippe benutzt. Mal stehen Kartons neben den Altglascontainern, mal sind es Hausratsgegenstände, die aus großen blauen Mülltüten quellen. Für Rainer Jäger,Vorstand der Abfallwirtschaft Heidekreis (AHK), birgt dieses „Wegwerfverhalten“ auch Gefahren, besonders für Kinder. „Man möge sich nur mal die Verletzungsgefahren vorstellen, wenn spielende Kinder mit einem achtlos abgestellten Fensterglas hantieren“.
Die AHK reinigt alle Standorte mindestens einmal in jeder Woche. „Je abgelegener beziehungsweise je anonymer die Standorte sind, desto mehr Abfälle werden dort hingestellt,“ so Jäger weiter. An abgelegenen Plätzen sei es relativ einfach, unerkannt Abfall zu entsorgen. Nur haben diese Plätze auch den Vorteil, dass dort niemand in unmittelbarer Nähe wohnt, der sich von den Nutzern der Altglasbehälter gestört fühlen könnte.
Da unterschiedliche Glasarten bei unterschiedlichen Temperaturen schmelzen, gehören Trinkgläser genausowenig in die Altglascontainer wie Fenster-, Spiegel- oder bleihaltiges Kristallglas. Auch die klassischen Glühbirnen, Porzellangeschirr oder Tonflaschen führen zur Verunreinigung der Altglasbehälter und gehören deshalb in die Restabfalltonne.
Um der andauernden Verschmutzung, besonders auch an entlegenen Containerplätzen entgegenzuwirken, nimmt die Abfallwirtschaft Heidekreis unter der Telefonnummer (08 00) 1 12 38 11 Hinweise von Zeugen entgegen, die die illegale Entsorgung von Haus- und Sperrmüll auf Kosten aller Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler beobachtet haben.