Eine Welt ohne Hunger ist möglich

Uwe Becker beim Vortrag für Brot für die Welt.

Brot für die Welt-Beauftragter referierte im Uhle-Hof

Schwarmstedt. Mit dieser Aussage überraschte Uwe Becker, Beauftragter der Landeskirche Hannover für “Brot für die Welt” die Zuhörerschaft. Im Namen des St. Laurentius Aktiv Kirchengemeinde Schwarmstedt, begrüßte Hasso Seidel zahlreiche Interessierte und dankte Uwe Becker, dass er sich dieses komplexen Themas “Die Schöpfung bewahren, alle Menschen ernähren, verantwortlich konsumieren! Ohnmacht oder Herausforderung!” angenommen habe.
Zurzeit leben etwa sieben Miiliarden Menschen auf der Welt. Der Höhepunkt wird mit 9 Mrd. Menschen vorausberechnet. Zurzeit leiden mehr als 800 Millionen Menschen an akutem Hunger, ein Drittel unter Mangelernährung. Betrachtet man im Gegenzug , dass bereits im Jahr 1980 500 Millionen Menschen übergewichtig waren, billige Lebensmittel die Märkte überschwemmen , dank einer hocheffizienten agrar-industriellen Landwirtschaft, die zum Beispiel in Europa, Nord- und Südamerika Tierfutter (Mais und Soja) für Tiermastanlagen produziert mit katastrophalen Folgen für Klima, Ökologie und Sozialstrukturen in diesen Ländern, so muss uns das aufrütteln und sehr nachdenklich stimmen. Um den Hunger zu bekämpfen, so argumentiert häufig ein Teil der bundesrepublikanischen Landwirtschaft, importiert beispielsweise Deutschland Soja als Tierfutter und exportiert veredelte Lebensmittel. Ist das sinnvoll? Besser wäre es, die kleinbäuerliche Landwirtschaft vor Ort zu fördern und es den Ländern ermöglichen; ihre eigen Nahrungsmittel zu produzieren. Ein Umdenken ist erforderlich . Weltweit ist ein “run” großer Konzerne auf Landflächen zu beobachten. Es dürfen keine Urwälder gerodet werden, um Biokraftstoff aus Nahrungspflanzen wie Soja und Kokospalmen herzustellen, Auch bei uns sind Grenzen des Anbaus von Mais (Vermeisung) und Raps erreicht.
Gezielte Ertragssteigerung durch Genveränderung im Hinblick auf Schädlingsbekämpfung beim Mais und züchterische Veränderung des Eiweißgehalts bei der Sojapflanze sind zu hinterfragen. Besonders dann, wenn weltweit 1,3 Mrd. Tonnen Lebensmittel (allein in Deutschland 500 000 t Brot) jährlich weggeworfen werden. Gottes Schöpfung – so Becker- ist für alle da! Nur wenn wir dies in den obigen Handlungsfeldern berücksichtigen, ist ein Bewahren unserer Lebensgrundlagen und eine Welt ohne Hunger möglich! Dieses Fazit wurde auch in der sehr angeregten sich anschließenden Diskussion deutlich. Als Konsumenten müssen wir unsere Essgewohnheiten ändern (weniger, anders, besser) aber auch gesellschaftlich und politische versuchen, ein anderes Bewußtsein zu erreichen, angefangen in Familie; Kindergarten und Schule.