Erster Spatenstich für Deichbau

Lücke im Hochwasserschutz an unterer Leine wird geschlossen

Norddrebber/Gilten. Der erste Spatenstich durch Samtgemeindedirektor Hans-Wilhelm Frische markierte am Donnerstag den Baubeginn für den neuen Hochwasserdeich zwischen Norddrebber und Gilten. „Nach der für 2013 vorgesehenen Fertigstellung ist die historische Lücke im regionalen Hochwasserschutz zwischen Stöckendrebber und Gilten geschlossen", erklärte Frische. Gemeindedirektor Frische und Bauamtsleiter Klaus Marquardt dankten insbesondere Klaus Gossen und Detlef Nordbruch vom Geschäftsbereiches VI des NLWKN (Niedersächsischer Lanbdesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) für das durchgeführte Planfeststellungsverfahren, das als Grundlage der nun gestarteten Baumaßnahme dient. Nach der Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses im Dezember 2008, wurde zunächst die Deichlinie von Stöckendrebber bis Norddrebber fertiggestellt, an die sich nun die aktuelle Maßnahme anschließt. Die Gesamtstrecke von 4,8 Kilometern ist in drei Bauabschnitte aufgeteilt, die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro.Für die konzeptionelle Koordination der technischen Planung und des Rechtsverfahrens stand Christian Gerken vom NLWKN in Verden der Gemeinde zur Seite. Zusammen mit Dirk Tegtbauer, vom Ingenieurbüro Mull und Partner übernimmt er auch die Bauleitung des Projektes. Das Bemessungshochwasser der Unteren Leine entspricht einem Abflusswert von 1.125 Kubikmeter pro Sekunde. Bei diesem Extremabfluss, der in etwa dem Februar-Hochwasser von 1946 entspricht, wären ohne den Deich in den Ortslagen Stöckendrebber, Norddrebber, Nienhagen, Suderbruch, Gilten und Rethem Moor insgesamt 350 Wohn- und landwirtschaftliche Gebäude betroffen. Das Hochwasser von Februar 1946 trat im gesamten Abschnitt zwischen Norddrebber und Gilten über die Ufer, überströmte den Sielgrabendeich und überschwemmte das westliche Hinterland. Erst nach Tagen gingen die Wasserstände wieder zurück. Die Ortschaften Norddrebber, Gilten, Nienhagen, Suderbruch, Stöckendrebber, Rodewald und RethemMoor erlitten damals erheblichen Schaden. Auch Hochwasserereignisse der letzten zehn Jahre bedrohten die Region mit größeren Überflutungen: So lag der 2003 gemessene Wasserstand am Pegel Schwarmstedt mit 5,88 Meter lediglich um 23 Zentimeter niedriger als der Wasserstand von 1946. „Folglich ist das jetzt gestartete Bauvorhaben zum Schutz der Menschen, einschließlich deren Hab und Gut, von überregionaler Bedeutung und unerlässlich. Zur Erstellung des ersten Bauabschnittes sind insgesamt 50.000 Kubikmeter Bodenmaterial zu bewegen und zu verbauen. Zudem wird der Schutzwall mit einer drei Meter breiten Betonfahrbahn als Deichverteidigungsweg ausgestattet", erläuterte Gerken.