Exkursion zur Gelben Riethe

Die Teilnehmer beim Grabenzulauf in Marklendorf.

CDU-Vorsitzende konnte 40 Gäste begrüßen

Buchholz. Kürzlich konnte der CDU-Vorsitzende des Ortsverbandes Buchholz/Marklendorf Joachim Plesse bei strahlendem Sonnenschein fast 40 Gäste zum 4. Bürgerstammtisch in diesem Jahr begrüßen.Treffpunkt war die Marklendorfer Schleuse. Von dort ging es mit Fahrrädern durch die Allermarsch bis zum Buchholzer Altgewässer Gelbe Riethe.
Rainer Rokitta vom Angelverein Aller-Leine Schwarmstedt, der vor über zehn Jahren verantwortlich für die Renaturierung des Grabensystems und der Gelben Riethe war, gab auf mehren Stationen hoch interessante Einblicke und Informationen über dieses einmalige Feuchtbiotop in der Buchholzer/Marklendorfer Allermarsch.
Erste Station war der Zulaufgraben, der bereits 1908 beim Bau der Marklendorfer Schleuse entstanden ist, und zur Bewässerung der unterhalb der Schleuse liegenden landwirtschaftlichen Flächen dient. Der Zulaufgraben wird aus der Aller gespeist und quert mittels eines Dükers den Meiergraben in Marklendorf. Der Düker wurde im Rahmen der Renaturierung grundsaniert und ist voll funktionsfähig. Jeweils im Herbst, so Rainer Rokitta, nach den Brut- und Setzzeiten werden die regelmäßigen Pflegearbeiten umgesetzt. Dazu zählen unter anderem Teilentkrautungen des Zulaufgrabens auf einer Länge von circa zwei Kilometern, es wird die Durchgängigkeit und der Wasserabfluss im Herbst und Winter bei eventuellem Hochwasser gewährleistet und Überschwemmungen im Grabenbereich vermieden. Durch die Gewässerstrukturen und das eingebrachte Totholz wurde das Angebot an Nischen für Tiere und Pflanzen signifikant erhöht, sodass die Artenvielfalt/Biodiversität enorm verbessert wurde, führte Rainer Rokitta weiter aus. Die Gäste konnten sich von den erneuerten Überfahrten auf die landwirtschaftlichen Flächen überzeugen, diese wurden mit entsprechend großen Durchlässen versehen. Eine weitere Station war der Bereich der Umverlegung des Zulaufgrabens unmittelbar vor der Gelben Riethe. Mit der Umverlegung, so Rokitta wird sichergestellt, das der Zulaufgraben das Altwasser Gelbe Riethe auf ganzer Länge von circa 600 Meter durchströmen kann. Im Bereich der Grabenverlegung wurde ein Auwald angelegt, der im Laufe der Jahre schon eine beträchtliche Höhe erreicht hat. Im gesamten Grabenverlauf wurden fünf Kolke angelegt, sie dienen als Sandfang, aber auch als Ruhezonen und Winterquartiere für die Fischfauna. Die Sandfänge werden in regelmäßigen Zeitabständen von circa zwei bis drei Jahren mittels schweren Gerätes geräumt, da die Sandfracht aus der Aller durchaus recht hoch ist. Dies ist ein Tribut an die Begradigung der Aller im vorigen Jahrhundert und kostet dem Angelverein viel Geld.
Auf der letzten Station ging es dann zu Fuß zum Auslaufbereich der Gelben Riethe in die Aller. Aus dem gesamten Altwasser wurden circa 3000 cbm Schlamm entnommen.
Im Auslaufbereich unmittelbar an der Aller konnten die Gäste ein durch den Angelverein angelegtes Feuchtbiotop bewundern. Hier entstanden Lebensräume für Wasservögel, Amphibien und bedrohte Kleinfischarten.
Zusammenfassend erklärte Rokitta, dass durch die garantierte Wasserzufuhr aus der Aller in das Grabensystem Gelbe Riethe und die geschaffenen Feuchtbiotope, eine ökologische Nachhaltigkeit gewährleistet wird. CDU-Vorsitzender Joachim Plesse bedankte sich bei Rainer Rokitta für die kurzweilige und hochinteressante Führung. Er und auch alle anderen Teilnehmer waren sich einig, dass es dem Angelverein Schwarmstedt sehr gut gelungen ist, in der Buchholzer und Marklendorfer Allermarsch eine dem Biotop und dem Gewässer entsprechende, heimische Artenvielfalt herzustellen und auch zu pflegen und damit dem Artenrückgang entgegenzuwirken. Bei diesem Projekt wurde auch die Vereinsjugend des Anglervereins Schwarmstedt einbezogen und damit dem Naturschutz näher gebracht. Rainer Rokitta beendete die Veranstaltung mit den Worten: „Nicht alle Naturschützer sind Angler aber alle Angler sind Naturschützer“.