Fachkräftemangel bereitet Sorgen

Gudrun Pieper besucht Bäckerei Vatter

Buchholz. Die Spezialitäten der Bäckerei Vatter aus Buchholz sind mittlerweile weit über die Grenzen des Heidekreises hinweg bekannt. Grund genug für die CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper und den Arbeitskreis Wirtschaft der CDU-Landtagsfraktion, der Großbäckerei einen Besuch abzustatten.
Seit 1955 gibt es den Familienbetrieb der Bäckerei Vatter bereits. Mittlerweile führt der gelernte Konditormeister Eckehard Vatter den Betrieb zusammen mit seinem Sohn in der dritten Generation fort. Die Abgeordneten konnten einen Blick hinter die Kulissen der Bäckerei werfen und zeigten sich beeindruckt davon, dass in dem Traditionsbetrieb mit rund 400 Mitarbeitern und 35 Filialen ganz bewusst auf hochwertige und regionale Produkte gesetzt wird. „Unsere Milch und Sahne beziehen wir von Hemme Milch, die Eier kommen aus Stöckendrebber. Regionale Produkte verwenden wir aus Überzeugung, auch wenn sie in der Regel teurer sind. Doch dies macht unsere Produkte so qualitativ gut und unterstreicht die handwerkliche Wertarbeit“, hebt Vatter hervor. „Ich freue mich sehr, dass die Bäckerei Vatter die Backwaren aus natürlichen Rohstoffen herstellt und dabei auch noch die regionale Herkunft berücksichtigt! Dieses Engagement wissen auch die Kunden zu schätzen!", fügt Gudrun Pieper hinzu.
Die größte Herausforderung der Bäckereien jedoch seien die immer größer und professioneller werdenden Backstationen im Supermarkt. Denn preislich können die Kleinen gegen die Konkurrenz der Großen nicht mithalten. Diesem Problem könne man nur über Qualität und Service begegnen. „Letztlich entscheiden die Kunden über die Marktchancen und sie wählen häufig den bequemeren Weg“, betont Vatter.
In seinem Betrieb legt er großen Wert auf Gleichstellung. „Bei uns gibt es keine Unterschiede. Frauen und Männer bekommen den gleichen Lohn.“ Trotz einer fairen Bezahlung und einem sicheren Arbeitsplatz sucht die Bäckerei händeringend nach Nachwuchs. „Geeignete Auszubildende zu finden ist schwierig. Anscheinend sind wir bei den Jugendlichen die letzte Wahl. Viele sehen nicht die Möglichkeiten, die eine erfolgreiche Ausbildung in einem Handwerksberuf heute bietet. Deshalb haben wir momentan nur einen Auszubildenden“, berichtet der Konditormeister. „Unser Beruf wird leider nicht besonders positiv dargestellt. Auch die frühmorgendlichen Arbeitszeiten schrecken die Jugendlichen oft ab.“ Leider helfe auch das aktive Zugehen auf Schulen nicht weiter. „Die Resonanz ist nicht gut“, bedauert Vatter die Situation. „Wir freuen uns über jede Bewerbung.“
Bei der anschließenden Führung durch die Produktion ließen sich die Abgeordneten die Arbeitsabläufe erklären und konnten sich von der der Produktvielfalt überzeugen. Abschließend bedankten sie sich für die Möglichkeit ein solch innovatives Unternehmen kennengelernt zu haben und wünschten dem Betrieb eine weiterhin erfolgreiche Zukunft.