Flyer warnt vor Afrikanischer Schweinepest

Hans Knoop (von links) im ASP-Informationsgespräch mit den Reisenden Roland Warmuth, Anka Streit und Sven Leibner. Foto/s: B. Stache
 
Hans Knoop (Mitte) erläutert Krister Sylvander und Birgitta Haagensen aus Karlshamn/Schweden den ASP-Flyer. Foto/s: B. Stache

Landvolk beteiligt sich an niedersachsenweiter Aktion gegen die Seuchenausbreitung

Buchholz/Aller (st). „Die Afrikanische Schweinepest (ASP) bedroht unsere Wild- und Hausschweinebestände“, warnt der Landvolk-Kreisverband Lüneburger Heide. Um auf die Gefahren durch die ASP aufmerksam zu machen und einer Einschleppung der Krankheit zu begegnen, beteiligte sich das Landvolk an einer niedersachsenweiten, groß angelegten Aktion des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Landwirte aus dem Heidekreis und dem Kreis Celle verteilten auf dem Parkplatz der Bundesautobahn A7-Raststätten Allertal Ost und West informative Flyer. Mit dem farbigen Merkblatt wurden die Reisenden über die Ausbreitungsgebiete der ASP, ihre Übertragungsmöglichkeiten sowie die schwerwiegenden Folgen auf Hausschweinebestände und Wildschweine informiert. „Bitte bringen Sie daher aus den von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen Gebieten keine fleischhaltigen Lebensmittel mit. Bitte werfen Sie immer alle mitgebrachten Lebensmittel ausschließlich in dafür vorgesehene, geschlossene Mülltonnen“, lautet der abschließende Appell, der noch durch zwei Piktogramme (Mülltonne und Wildschwein-Verbotsschild) im Flyer verstärkt wird. Um der Internationalität der Reisenden gerecht zu werden und sie in ihrer Sprache ansprechen zu können, waren die Merkblätter neben Deutsch jeweils auch in Englisch, Lettisch, Litauisch, Polnisch und Russisch verfasst. Jürgen Mente, Vorsitzender Landvolk-Kreisverband Celle, und Mitarbeiter Alexander Burgdorf hatten die Aktion an der Raststätte Allertal organisiert, an der sich auch Landwirt und Ortsvorsteher Klaus Gärtner aus Westenholz/Heidekreis beteiligte. „Ich bin selbst Schweinehalter und finde die Aktion sehr wichtig. Wenn die ASP in die Bundesrepublik eingeschleppt wird, entsteht ein großer wirtschaftlicher Schaden für die Landwirtschaft“, erklärte Klaus Gärtner. Vor der Flyer-Verteilaktion hatte Jürgen Mente die Sorgen vieler Schweinehalter geschildert. „Wir wollen uns mit ihnen solidarisch zeigen“, betonte er. „Die ASP ist wie ein Damoklesschwert, das über uns hängt“, mahnte er mit Hinweis auf die drohende Seuchengefahr – auch wenn die ASP für Menschen unschädlich sei. „Die Infektion mit ASP führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung die fast immer tödlich ist“ heißt es auf der Webseite des Landwirtschaftsministeriums. Verursacht werde die Erkrankung durch ein Virus. „Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Afrikanische Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko“, so das Ministerium. „Auf natürlichem Wege der Ansteckung von Tier zu Tier dürfte es nach Einschätzung von Veterinären zehn bis 15 Jahre dauern, bis die ASP aus osteuropäischen Nachbarländern in unsere Region vorgedrungen ist“, erklärt der Landvolk-Kreisverband Lüneburger Heide. Ein unachtsam weggeworfenes Stück Fleisch aus den betroffenen Ländern könne das Virus jeden Tag in die Nahrungskette von hiesigen Schweinen bringen. „Die Folgen wären auf Jahre unüberschaubar.“ An der Flyeraktion waren auch Silke Glander von der Viehvermarktung Walsrode, Kreisjägermeister und Landwirt Hans Knoop aus Eldingen sowie Reinhard Evers, Sauenhalter aus Kirchboitzen/Walsrode, beteiligt. Hans Knoop übergab seinen ersten Flyer in englischer Sprache an Krister Sylvander und Birgitta Haagensen aus Karlshamn/Schweden. Beide Fernreisenden waren auf dem Rückweg von einer Busreise nach London. Ein weiteres ASP-Aufklärungsgespräch konnte er mit Anka Streit, Sven Leibner und Roland Warmuth aus Dessau und Aken/Sachsen Anhalt führen, die mit ihrem PKW in die Niederland fuhren. In einem gemeinsamen Positionspapier rufen das Landvolk Niedersachsen und drei Jägerschaften (Harburg, Soltau, Fallingbostel) zur Intensivierung der Schwarzwildbejagung auf. Dies könne – neben anderen Maßnahmen – das Risiko einer Weiterverbreitung der ASP verringern. „Die scharfe Bejagung des Schwarzwildes muss ganzjährig und jahreszeitlich jeweils in geeigneter Form stattfinden“, heißt es in der Erklärung. Auf Jagdreisen in ASP-Restriktionsgebiete sei zu verzichten. „Jagende Hausschweinehalter sind dringend aufgefordert, ihre Maßnahmen zur vorbeugenden Hygiene zu überprüfen und jegliche Aktivitäten konsequent von der Schweinehaltung und allen damit zusammenhängenden betrieblichen Notwendigkeiten zu trennen.“ Die ASP stellt auch eine wirtschaftliche Gefahr dar. „Nicht die ASP macht uns kaputt, sondern der darauf folgende Preisverfall für Schweinefleisch“, wird Tierarzt Dr. Jens Bülthuis vom Landvolk-Kreisverband Lüneburger Heide zitiert. Auf Initiative des Kuratoriums für Wirtschaftsberatung im Heidekreis hatte der Tierarzt im Juni in Neuenkirchen einen Vortrag über Entstehung, Verbreitung und Vorbeugung der Afrikanischen Schweinepest gehalten. Die Aktion gegen die Ausbreitung der ASP fand am Sonnabend auch an der BAB-Raststätte Lüneburger Heide (ehemals Brunautal) statt.