Frauen gehen baden

GRÜNE kritisieren die Zusammensetzung des Kiesseebeirates

Bothmer. Nachdem sich die Änderungswünsche der Gemeinde Schwarmstedt bezüglich des Kiessees in Bothmer (Aufhebung Landschaftsschutzgebietes, stärkere Bebauung) nicht durchsetzen ließen, rückte die Gemeinde von ihrem Vorhaben ab und bot den Bürgern eine stärkere Mitsprache zur Zukunft des Sees an. Ein moderiertes Forum Kiessee fand statt, außerdem beschloss der Rat die Einrichtung eines Kiessee-Beirates. Soweit – so gut.
Massive Kritik üben laut Hans-Peter Ludewig, Mitglied des Samtgemeinderates Schwarmstedt, die GRÜNEN aber an der Zusammensetzung des Beirates. Er besteht aus drei interessierten Bürgern, drei Vertretern, die von Vereinen benannt wurden (zwei Angelvereine, ein Tauchclub) sowie zwei Ratsmitgliedern und einem Mitglied der Verwaltung. Nach welchen Kriterien die interessierten Bürger ausgewählt werden sollten, wollte oder konnte man von der Gemeinde vorab nicht beantworten. Das Ergebnis: in dem neunköpfigen Gremium ist nicht eine Frau vertreten (obwohl es mehrere Bewerberinnen gab).
Wer regelmäßig den Kiessee besucht, weiß, dass Frauen einen Großteil der Schwimmer ausmachen – aber nach Auffassung des Gemeinderates spielen Frauen mit ihren Belangen bei den Beratungen zur weiteren Nutzung des Kiessees keine Rolle. Darüber hinaus kritisieren die GRÜNEN, dass nur eine der benannten Personen regelmäßiger Nutzer des Sees ist. Diejenigen, die nicht in einem Verein organisiert sind und einfach nur baden/schwimmen wollen, spielen in dem Beirat fast keine Rolle.
Ebenso fragwürdig ist die Nichtbeteiligung eines Umweltschutzverbandes – gerade wenn es um ein Landschaftsschutzgebiet geht, würde deren fachliche Kompetenz bei der weiteren Planung überaus hilfreich sein. Die GRÜNEN fordern deshalb die Zusammensetzung des Kiesseebeirates zu korrigieren, so dass die Belange des Naturschutzes sowie der regelmäßig Badenden, insbesondere der Frauen, stärker berücksichtigt werden.