„Funklösungen überzeugen bislang nicht“

DSL-Initiative fordert Nachbesserungen

Schwarmstedt. Seit eineinhalb Jahren kämpft die „DSL-Initiative“ in der Samtgemeinde Schwarmstedt für einen Ausbau der Internet-Infrastruktur. "Große Hoffnungen wurde hierbei in die kürzlich durchgeführte Ausschreibung des "Heide-Clusters" gelegt", berichtet Björn Gehrs, der die DSL-Initiative gegründet hat. Mit Hilfe von Konjunkturfördermitteln soll der Ausbau schneller Internetverbindungen vorangetrieben werden, so die Erwartung. Umso größer ist nun die Enttäuschung, dass die Ausschreibung des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums für den "Heide-Cluster" ausschließlich eine Funklösung erbracht hat, denn diese überzeugte bislang in der Praxis vielfach nicht. So liegen der DSL-Initiative zahlreiche Berichte enttäuschter Verbraucher vor, die die beispielsweise bereits in Lindwedel angebotene UMTS-Funklösung nutzen wollten und mit dem Ergebnis nicht zufrieden waren. Ein großes Problem stellen die gebräuchlichen Vertragskonditionen dar. Sie ermöglichen eben nicht unbegrenztes schnelles Surfen im Internet. Ab einem Datenvolumen von 5 Gigabyte, das bei Familien mit mehreren Internetnutzern schnell erreicht wird, wird die Verbindung stark gebremst. Das bedeutet, das es schnelles Internet nur am Anfang des Monats gibt, solange das Volumen noch nicht ausgereizt ist. Statt UMTS, das eine Geschwindigkeit von bis zu 7,2 MBit/s verspricht, steht dann nur noch oft GPRS-Geschwindigkeit mit 64 KBit/s zur Verfügung. "Das versprochene "schnelle Internet für Alle" wird bei diesen Konditionen zur Utopie", bemängelt Björn Gehrs. Hinzu kommt, dass nach Medienberichten einzelne Anbieter diese Datengrenze sogar noch auf 3 GByte herabsetzen wollen. In einer Anfrage an das Nds. Wirtschaftsministerum will die DSL-Initiative nun klären, wie diesem Mißstand begegnet wird und wie dies mit dem eigenen Anspruch zusammenpasst, gleichwertige Lebensverhältnisse und damit schnelle Internetverbindungen auch auf dem flachen Land zu schaffen. Vertrauen in die Funklösung geschwächt haben auch Berichte über Störungen beim UMTS-Empfang in Lindwedel und die verzögerte Bereitsstellung des Angebots in Buchholz.