Gehrs: "Y-Trasse ist nicht effektiv"

Seit 17 Jahren plant das Land die Y-Trasse durcfh die Samtgemeinde Schwarmstedt. Sie würde bei einer Realisierung dicht an Wohngebiete, aber auch durch die als besonders schützenswert eingestufte Allerniederung (Foto) führen. Der Nutzen der Schnellbahntra
Buchholz. "Nun haben wir es schwarz auf weiss: Die Y-Bahntrasse ist nicht nur überholt, sondern auch nicht effektiv", meint der Kommunalpolitiker Björn Gehrs (SPD). Hintergrund ist eine neue vom Bundesumweltamt in Auftrag gegebene Studie. Die rät dringend vom Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover nach Hamburg/Bremen (wegen dem Y-artigen Streckenverlauf auch Y-Trasse gennant) ab.  Autor Michael Holzhey von der Berliner Beratungsfirma KCW schreibt: „Das Y
ist der sichere Weg, den Vor- und Nachlauf der deutschen Seehäfen zu verstopfen.“ Der Zugewinn an Kapazitäten für den Güterverkehr sei „überaus dürftig“. Und nahezu nutzlos sei die Trasse für Bremerhaven, Wilhelmshaven und Bremen. Billiger, schneller fertigzustellen und leistungsfähiger sei der Ausbau vorhandener Strecken. Die Kostenansätze für die Y-Trasse stuft der Volkswirt als veraltet ein.
Statt der 1992 geschätzten 1,3 Milliarden Euro hält er mindestens 2,5 bis drei Milliarden für realistisch. Die Alternativen – ein dreigleisiger Ausbau Lüneburg-Uelzen sowie ein zweigleisiger Ausbau der Strecken Langwedel-Uelzen und Rotenburg-Verden – würden zusammen 1,5 bis zwei Milliarden Euro kosten, „erzielen aber im Paket einen zwei- bis dreimal höheren Kapazitäts- und Flexibilitätsgewinn.“ Björn Gehrs hat sich seit Beginn der 1990er-Jahren mit den Planungen auseinandersetzt und zahlreiche öffentliche Veranstaltungen hierzu
organisiert. Hierbei ist er immer bei seiner Meinung zur Y-Trasse und dem Engagement für die Region geblieben. Auch zu Zeiten in denen seine eigene Partei SPD die Regierung in Niedersachsen stellte und massiv für die Trasse warb, folgte er nicht der "Parteiräson", sondern blieb in dieser Frage unbeugsam und unterstützte die Bürger vor Ort in ihrem Anliegen. Allein aus der Samtgemeinde Schwarmstedt nutzten so 1999 im Rahmen des Raumordnungsverfahrens über 1.000 Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, schriftliche Einwendungen gegen das Vorhaben zu erheben. Nun sieht sich Gehrs erneut durch das Gutachten in seinen Positionen bestätigt. „Das ist jetzt die dritte unabhängige Studie,
die vom Bau der Y-Trasse abrät. Jetzt müssen endlich Konsequenzen gezogen werden“, sagt er. „Die Planungen dennoch voranzutreiben, würde bedeuten, nicht nur weiteres Geld, sondern auch Zeit zu verschwenden. Und beides können wir uns nicht leisten, wenn wir einen Verkehrskollaps vermeiden wollen.“