Gemeinderat Schwarmstedt tagt in Gilten

Werner Bartsch (stehend) setzt sich während der Gemeinderatssitzung im Schützenhaus Grindau für den Bau eines Zebrastreifens in der Moorstraße ein. Foto: B. Stache
 
Hier könnte ein Zebrastreifen Fußgängern den Fahrbahnwechsel über die Moorstraße erleichtern. Foto: B. Stache

Zebrastreifen für die Moorstraße löst heftige Diskussionen aus

Grindau (st). „Das Abstimmungsergebnis ist eine große Enttäuschung, weil die Seniorinnen und Senioren heute Abend demonstriert bekommen haben, dass Gelder für den Erwerb von Grundstücken vorhanden sind, nicht aber für einen sicheren Übergang.“ Dies erklärte Wolfgang Kathe, Vorsitzender des Senioren- und Behindertenrates der Samtgemeinde Schwarmstedt nach der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend im Schützenhaus in Grindau. Vorausgegangen war eine teils heftige Diskussion um den Tagesordnungspunkt fünf, der sich mit einem Fußgängerüberweg in der Schwarmstedter Moorstraße auf Höhe des Seniorenpflegeheims Dorotheenhof beschäftigt. Der Kauf von Grundstücken am Kiessee in Bothmer stand ebenfalls auf der Tagesordnung. Bürgermeisterin Claudia Schiesgeries musste in Anwesenheit von Gemeindedirektor Björn Gehrs Diskussionsbeiträge aufgebrachter Bürgerinnen und Bürger unterbinden, die sich nach der offiziellen Fragestunde noch zu dem Thema Zebrastreifen in der Moorstraße äußern wollten. In der Fragestunde hatte sich Wolfgang Kathe zu Wort gemeldet und ein Plädoyer für einen entsprechenden Fußgängerüberweg gehalten. Darin äußerte er den Wunsch der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Leitung des Dorotheenhofes, aber auch des Senioren- und Behindertenbeirates der Samtgemeinde, zukünftig gefahrlos und geschützt die Moorstraße überqueren zu können. „Die Senioren möchten, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, wie alle anderen uneingeschränkt mobilen Bürger am gesellschaftlichen Leben Schwarmstedts teilnehmen können. Augenblicklich ist ihnen das nur mit außerordentlichen Schwierigkeiten möglich – sie müssen stets lange warten, bis eine Verkehrslücke groß genug ist oder ein Autofahrer anhält, so dass sie langsam die Moorstraße überqueren können. Hierbei fühlen sich viele von ihnen durch zu schnell und rücksichtslos fahrende Personen bedrängt und gefährdet. Als Folge bleiben die allermeisten Senioren aus Angst im Dorotheenhof und verzichten so auf die Möglichkeit, auch im Alter mobil und selbstbestimmt zu handeln. Auch die Senioren möchten mit ihren Rollatoren und Rollstühlen selbstständig einkaufen, zum Friseur gehen, sich im Eis-Café einen Cappucino oder ein Eis gönnen oder an Veranstaltungen in unserer Bürger-Begegnungsstätte teilnehmen“, formulierte Kathe. Nach ursprünglich angenommenen fünf- bis sechstausend Euro für einen Zebrastreifen in der Moorstraße sei jetzt von Kosten über 13.000 Euro auszugehen, erklärte der Gemeindedirektor. Dies sei auf eine veränderte Planung der Übergangsstelle zurückzuführen. „Das übersteigt die Mittel, die beschlossen worden sind. Von daher ist ein neuer Beschluss nötig“, so Gehrs. Gemeinderatsmitglieder von SPD und CDU machten deutlich, dass sich die Rahmenbedingungen für den Bau eines Zebrastreifens auch durch den bekannt gewordenen Umzug des Penny-Marktes im kommenden Jahr geändert haben. Lediglich Werner Bartsch (SPD) sprach sich für einen sofortigen Gemeinderatsbeschluss zum Bau des Zebrastreifens in der Moorstraße aus. Zur Abstimmung las Bürgermeisterin Schiesgeries folgenden Beschluss vor: „Unter Änderung der Rahmenbedingungen wird der Beschluss in dieser Angelegenheit so lange zurückgestellt, bis über eine Nachfolgenutzung auf dem Grundstück des bisherigen Einkaufsmarktes entschieden ist.“ Der Ratsbeschluss wurde – bei einer Gegenstimme – angenommen. „Ich bin bitter enttäuscht über das Abstimmungsergebnis, das am Penny-Markt festgemacht wird“, äußerte sich Ilse Plöger, Mitglied im Gemeinderat Hademstorf. „Ich weiß, dass viele Hademstorfer im Dorotheenhof wohnen.“