Grindau will durchstarten

Grindau mit schnellem Internet voranbringen: (v.l.) Bürgermeisterin Claudia Schiesgeries, Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs, Schützenvereinsvorsitzender Andreas Dierking und Marco Braune-Frehse (Avacon) stellten sich den Fragen auf der Bürgerversammlung.

Angebot für schnelles Internet als Vorreiter

Grindau. Die Grindauer haben ein Angebot erhalten, um das sie von vielen in der Gemeinde Schwarmstedt beneidet werden. Als erster Ort in der Gemeinde Schwarmstedt könnte zum Jahresende in Grindau ein Ausbau des schnellen Internets erfolgen – ohne dass die Bürger einen Cent Anschlusskosten dazu bezahlen müssen. Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Grindauer mitmachen und die Interessensbekundung unterschreiben und abgeben. Auf einer im Schützenhaus Gindau stattgefunden Bürgerversammlung warb Schwarmstedts Bürgermeisterin Claudia Schiesgeries um Unterstützung. "Dies ist eine große Chance für uns, aber Grindau muss den Anfang machen, damit es klappt", betont die Bürgermeisterin. Sie hofft auf eine breite Unterstützung in Grindau, denn dies ist eine Voraussetzung dafür, dass es mit dem Internetausbau auch in den anderen Orten der Gemeinde weitergehen kann. In Schwarmstedt und Bothmer hoffen viele für das nächste Jahr ein solch gutes Angebot zu erhalten. Investieren möchte in Grindau der hannoversche Telefonanbieter htp, der im vergangenen Jahr bereits die Gemeinde Lindwedel erfolgreich ausgebaut hat. Dort gibt es sehr viele positive Rückmeldungen in der Bevölkerung über das neue Angebot. Es ermöglicht schnelles Internet bis zu 50 MBit/s zu günstigen Preisen. Telefon und Internetflatrate sind bereits ab 29,95 Euro erhältlich. Die alte Telefonnummer kann übernommen und auch das bisherige Telefon kann in der Regel ohne Anschlussarbeiten im Haus weitergenutzt werden. In einer lebhaften Diskussion erläuterte Marco Braune-Frehse (Avacon) in der Versammlung die technischen Voraussetzungen für den Anschluss. Grindau hat hier großes Glück, weil es in der Nähe zum bereits erschlossenen htp-Gebiet liegt und eine Glasfaserleitung durch den Ort läuft. Der Ausbau mittels Kabel ermöglicht zudem große Datenmengen ohne Volumenbeschränkung, die oft bei Funklösungen wie LTE anzutreffen sind. Trotz der guten Voraussetzungen sind große Investitionen von rund 75.000 € für Grindau zu stemmen, die aber von htp getragen werden. Deutlich wurde in der Diskussion auch, dass neue Familien sich heute nur dann ansiedeln, wenn es einen schnellen Internetanschluss gibt und ohne den Anschluss ein Werteverlust für Häuser droht. Ein Grindauer Architekt zeigte an seinem Beispiel auch die Auswirkungen für die Wirtschaft. Er ist auf den schnellen Datenaustausch von Bauplänen angewiesen, da oft arbeitsteilig an verschiedenen Standorten an Projekten gearbeitet wird. Ebenso geht es vielen Menschen, die einen Heimarbeitsplatz haben oder der schnelle Internetzugang wird für Schüler vorausgesetzt. Die Argumente überzeugten viele Grindauer und so konnten bereits im Anschluss an die Bürgerversammlung die ersten 40 Interessensbekundungen gesammelt werden. Damit es zu einem Ausbau kommt müssen aber insgesamt 75 unterschriebene Interessensbekundungen aus Grindau vorliegen. Hier ist jeder Grindauer ausgefordert mitzumachen, damit es klappt. Unterstützt wird die DSL-Initative beim Sammeln durch den Grindauer Schützenverein, der den Ort ebenfalls voranbringen möchte. Die Unterschriftenlisten können jeden Freitag ab 18 Uhr und jeden Sonntag ab 10 Uhr im Schützenhaus Grindau abgegeben werden. Sie liegen auch im Bürgerbüro im Schwarmstedter Rathaus aus und können auch in den Briefkasten des Rathauses eingeworfen werden. Im Internet sind sie unter www.dsl-initiative-schwarmstedt.de abrufbar.