Grindel: TenneT muss jetzt Ostkorridor prüfen

Reinhard Grindel mit den Karten zum Suedlink-Trassenverlauf.

CDU-Bundestagsabgeordneter reagiert auf Stellungnahme der Bundesnetzagentur

Heidekreis. „Nach der sehr kritischen Bewertung der bisherigen Planungsarbeit von TenneT durch die Bundesnetzagentur muss der Netzbetreiber für den Suedlink jetzt intensiv einen Trassenverlauf entlang des Ostkorridors prüfen.“ Das verlangte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel nach der offiziellen Stellungnahme der Bundesnetzagentur zum Antrag auf Bundesfachplanung für Suedlink. Wie Grindel berichtete, hatte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, schon in einer Gesprächsrunde von Bundestagsabgeordneten, die von der Suedlink-Trasse betroffen sind, eine unzureichende Alternativplanung durch Tennet moniert. Grindel arbeitet seit Monaten im Bundestag mit verschiedenen Kollegen zusammen, um den Auswahlprozess für die Vorzugstrasse politisch vernünftig zu begleiten. „Jetzt zeigt sich, dass nicht laute Pressemitteilungen, sondern beharrliche Arbeit auf parlamentarischer Ebene zu Erfolgen führen.“ Mit der jetzt veröffentlichten Stellungnahme muss nach Grindels Einschätzung Tennet seinen Antragsentwurf noch einmal komplett überarbeiten. „Es ist bisher von Tennet nicht nachvollziehbar erklärt worden, weshalb ein Trassenverlauf über Mecklenburg, Nord-Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der erkennbaren Umweltauswirkungen und raumordnerischer Konflikte, nicht viel besser wäre,“ sagte Grindel. Nach Ansicht des CDU-Bundestagsabgeordneten ist auch die Vorgehensweise von Tennet, sämtliche öffentlich gemachten Alternativvorschläge zum Gegenstand des Antragsverfahrens zu machen, gescheitert. Zu Recht habe die Bundesnetzagentur kritisiert, dass diese Alternativen durch Tennet nicht genauso intensiv untersucht wurden, wie die bisherige Vorzugstrasse. Grindel: „Hier sind auch in meinem Wahlkreis viele Menschen verunsichert worden wegen Trassenalternativen, die sich im Ergebnis als nicht planerisch durchführbar erweisen werden.“ Der CDU-Abgeordnete stimmte der Bundesnetzagentur zu, das Tennet in einer ganzen Reihe von Fällen sich die Situation vor Ort auch nicht hinreichend angesehen habe. Es fehle an einer detaillierten Darstellung der Raum- und Umweltsituation der betroffenen Gebiete durch Aufschlüsselung der Raumwiderstandklassen. Es sei bisher viel zu wenig erkennbar geworden, auf Grund welcher Belange Korridore als Trassen in Betracht gezogen oder von vorherein ausgeschlossen worden seien. „Ich stimme den Bürgerinitiativen in meinem Wahlkreis zu, dass die bisher von Tennet vorgelegten Unterlagen viel zu wenig erkennen lassen, nach welchen Kriterien die vermeintlich beste Trasse gesucht werden kann. Insofern kann zum jetzigen Stand die Öffentlichkeit die Entscheidungen des Netzbetreibers gar nicht nachvollziehen und es ist insofern eine Antragskonferenz nicht möglich,“ erläuterte Grindel. Der CDU-Abgeordnete rechnet damit, dass sich das Verfahren erheblich verzögern wird und eine erste Antragkonferenz damit in weite Ferne gerückt ist.