Große Bürgerbeteiligung ist erwünscht

Matthias Rudloff (v.l.), Artur Minke und Frank Dollmann im Pausengespräch. Foto: B. Stache
 
Zur Informationsveranstaltung über den geplanten Windpark bei Esperke waren zirka 60 Teilnehmer nach Luttmersen gekommen. Foto: B. Stache

Zwischen Esperke und Bahnhof Hope soll ein Windpark entstehen

Luttmersen (st). Zwischen Esperke und Bahnhof Hope soll ein Windpark mit fünf Windkraftanlagen und einer Höhe von jeweils 200 Metern entstehen. Das gemeinsame Projekt der Wirtschaftsbetriebe Neustadt und Enercity (Stadtwerke Hannover AG) wird der erste kommunale Windpark in der Region Hannover und soll Ende 2017 in Betrieb genommen werden. Dies teilten die zukünftigen Betreiber anlässlich einer Informationsveranstaltung in der „Oase - Haus an der Jürse“ in Luttmersen mit. Zirka 60 Teilnehmer waren der öffentlichen Einladung gefolgt, um sich über die aktuellen Planungen zum Bau der fünf Windräder zu informieren. Die Anlagen sollen zirka 41,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen, Strom für 18500 Haushalte. Thomas Reimann, Projektleiter der Wirtschaftsbetriebe Neustadt, sprach über das Thema „Bürgerbeteiligung“. Seinen Angaben zufolge bezieht sich diese Beteiligungsform am geplanten Windpark derzeit ausschließlich auf Anwohner der Gebiete Neustädter Land, Lindwedel und Hope. Eine Erweiterung auf Grindau werde geprüft. Die Beteiligung an dem Projekt wurde mit zwei Modellen vorgestellt. Das erste beinhaltet Sparbriefe ab 1000 Euro für alle Anwohner der zuvor genannten Gebiete. Das zweite Modell zielt auf Bürger, die größere Summen anlegen wollen und bereit sind, mehr Risiko zu übernehmen und unmittelbar um den Windpark wohnen. Durch diese Maßnahmen bleibe die Wertschöpfung in der Region, machte der Leiter des Bereichs Erneuerbare Energien bei Enercity, Matthias Rudloff, am Abend deutlich. Der Lindwedeler Bürgermeister Artur Minke hatte an der Informationsveranstaltung teilgenommen. „Ich bin grundsätzlich für Erneuerbare Energien. Diesen Standort halte ich allerdings für sehr ungünstig“, äußerte er in einem Pausengespräch mit Matthias Rudloff und Enercity-Projektleiter Frank Dollmann. „Rechtlich mag die geplante Windkraftanlage in Ordnung sein. Man muss aber nicht alles machen, was man darf. Im Sinne guter nachbarschaftlicher Beziehung könnte man auch einmal von einem Projekt absehen“, so der Bürgermeister. Er habe zudem wenig Verständnis für eine Regelung, die am Abend kommuniziert wurde: zum Schutz von Fledermäusen sei geplant, die Windkrafträder nachts vorübergehend abzuschalten. Der Schutz der Anwohner ist Artur Minke wichtiger. „Wir haben einen Auftrag zur Energieversorgung. Dazu gehört auch die Windenergie“, sagte Projektleiter Dollmann und fügte hinzu: „Mit der Windkraft sind wir auf Stellen angewiesen, die uns zugewiesen werden. Wir sehen das Spannungsfeld zwischen Naturschutz und dem Schutz der Anwohner.“ Beim Bau dieser Windkraftanlagen halten enercity und die Wirtschaftsbetriebe Neustadt die vorgeschriebenen Abstandswerte der Region Hannover und des Heidekreises ein. Für den Heidekreis bedeutet dies 1000 Meter zur Wohnbebauung geschlossener Ortschaften, 500 Meter zu Einzelhäusern. „Wir haben uns intensiv mit dem Thema Schall befasst und damit auf Bürgeranfragen reagiert. Es wurden Anlagen ausgesucht, die leise laufen“, erklärte Enercity-Bereichsleiter Matthias Rudloff. Damit werden nach seinen Angaben Schallwerte beispielsweise im Bereich Bahnhof Hope erreicht, die deutlich unter den vorgeschriebenen Grenzwerten liegen. Zur Veranschaulichung spielte am Informationsabend in Luttmersen der Akustikspezialist und Gutachter Uwe Hoppmann von der AMT Ingenieurgesellschaft aus Isernhagen einige Hörbeispiele vor, darunter Geräusche einer Windkraftanlage, die den geplanten Anlagen bei Esperke entspricht.