Großes Fest 850 Jahre Schwarmstedt gefeiert

Die Projektgruppe 850 Jahre Schwarmstedt hat ganze Arbeit geleistet. Foto: Maren Grenzdörfer
 
Bürgermeisterin Claudia Schiesgeries eröffnete die Feier im gut gefüllten Festzelt. Foto: Maren Grenzdörfer

Festakt mit Bestätigung der Städtepartnerschaft – Buntes Familienprogramm – Höhepunkt: Festumzug mit über 1000 Teilnehmenden

Schwarmstedt. Dass die Schwarmstedter feiern können, haben sie am vergangenen Wochenende vielfältig bewiesen. Das Festwochenende zum 850. Geburtstag von Schwarmstedt wurde Freitagabend von Bürgermeisterin Claudia Schiesgeries im gut gefüllten Festzelt eröffnet. Sie konnte dazu auch zahlreiche Ehrengäste, darunter der Landrat des Heidekreises, die Bürgermeister vieler umliegenden Gemeinden, Bundestags- und Landtagsabgeordnete und Delegationen aus den Partnerstädten Kröpelin und Miekinia. Für den erkrankten Moderator Mario Buletta sprang Rainer Grenzdörfer ein und führte ebenso gekonnt durch den Abend. Dass das Motto des Jubiläums „Schwarmstedt – lebendig und liebenswert“ treffend gewählt wurde, machten die Grußworte deutlich. Landrat Manfred Ostermann erwähnte besonders die wachsende, tolle Infrastruktur in allen Bereichen und das vorbildliche ehrenamtliche Engagement. Auch KGS-Schulleiter Tjark Ommen bestätigte: Schwarmstedt kämpft und arbeitet für seine Ziele. Er hatte sein Schulorchester mitgebracht, das den Abend unter der Leitung von Johnny Groffmann musikalisch begleitete.
Die Festrede hielt Jürgen Otterstätter, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der St.-Laurentius-Kirchengemeinde Schwarmstedt. Viele Daten wollte er nicht liefern, die ständen zumeist in der hervorragenden Jubiläumsbroschüre „Geschichten und Anekdoten“. Auch gäbe es ja in diesem Jahr doppelten Grund zum Feiern: Das 500. Reformationsjubiläum. Launig lieferte Otterstätter, als über die Leine „Zugereister“ einen schnellen Durchlauf durch die Schwarmstedter Geschichte, persönliche Erinnerungen wechseln dabei ab mit dörflichen Ereignissen der fernen oder nahen Vergangenheit. Die hier verwurzelten Menschen, die hier ihre Heimat haben, sind das größte Kapital. Ihr heutiges und zukünftiges Engagement ist das Geschenk an den Jubiliar.
Als ein Zeichen von Weltoffenheit ist das Bestehen der Partnerschaft mit Miekinia (Polen) zu sehen, die vor 25 Jahren begründet wurde und nun im Rahmen des Kommerses noch einmal bekräftigt wurde. Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs und Bürgermeister Jan Marian Grzegorczyn unterzeichneten eine neue Urkunde, um die Verbundenheit zu bestätigen. Die polnische Musikgruppe Radosnys spielte dazu. Der Abschluss des Abends wurde mit einer Best-Of-Zaubershow von Jochen Stelter, früher Ahlden/Aller, eingeleitet, der mit verblüffenden Tricks die Anwesenden überraschte.
Am Samstag präsentierten sich zahlreiche Vereine und Verbände mit Vorführungen und Aktionen und einem Programm für Kinder. Besonders die Johanniter-Unfallhilfe war, neben der Feuerwehr, stark vertreten und stellte ihre Arbeit und ihre Angebote vor. Interessant waren auch die Stände mit alter Handwerkskunst, so konnten Korbflechter, Seiler, Spinnerinnen, Schmied, Zimmerer und Salzsieder bei ihrer Arbeit beobachtet werden.
Für Sammler und als Erinnerung an das Jubiläum wurden Medaillen geprägt und konnten als Silber oder sogar Goldmünze erworben werden. Ein Sonderstempel der Deutschen Post, den die Schwarmstedter Poststelle von Wilfried von Bostel bestellt hatte, konnte zur Vervollständigung der Erinnerungssammlung abgeholt werden. Eine wirkliche dauerhafte Erinnerung wird der große Felsstein sein, der von Steinmetzmeister Harald Boeck bearbeitet wurde und der später, nach Abschluss der Gravur, in der Marktstraße aufgestellt wird.
Im und vor dem Festzelt gab es zur Kaffeetafel der Landfrauen, Musik und Tanz mit dem Pinx-Chor, dem Duo Lautensang, Sing for fun Lindwedel und dem St.-Marien-Gospelchor Rethem sowie der Volkstanzgruppe De Rowoler Danzlüt und dem Step-Aerobic-Damen des MTV Schwarmstedt.
Abends wurde von Bürgermeisterin Claudia Schiesgeries recht spritzreich das Festbierfass angestochen und damit der Tanzabend mit dem Musikverein LYRA Eckweisbach eröffnet. Leider wurde die Fröhlichkeit durch den Todesfall von Günther Volbers, Mitglied der Projektgruppe, überschattet und das Fest wurde früher als geplant beendet. Auch das Höhenfeuerwerk wurde abgesagt.
Der Sonntag begann mit einem gut besuchten ökumenischen Gottesdienst im Zelt und das Familienprogramm wurde fortgesetzt. Um 13.30 Uhr startete, begleitet von einem Regenguss, am Mönkeberg der große Festumzug mit rund 50 geschmückten Festwagen, Anhängern und kreativen Fußgruppen und über 1.000 Teilnehmenden. Zahlreiche Zuschauer säumten die Straßen und die Kinder konnten zahlreiche Bonbons aufsammeln. Die am Umzug beteiligten Musikgruppen und Spielmannszüge spielten auf dem Festplatz noch einige Konzerte. Leider war das Wetter an allen Tagen nicht so, wie man sich das gewünscht hätte.