Heidekreis erhält Fördermittel für fünf Naturschutzprojekte

Heidekreis. Natura – 2000 im Heidekreis, das bedeutet für den Landkreis zurzeit nicht nur die Ausweisung von Natur- oder Landschaftsschutzgebieten, sondern zukünftig auch die Entwicklung dieser wertvollen Naturräume. Damit Verbesserungen durch Renaturierungsmaßnahmen vorangebracht werden können, hat der Heidekreis für insgesamt fünf verschiedene Projekte Fördermittel beantragt. Diese wurden vom Land Niedersachsen in Höhe von rund 2,09 Millionen Euro bewilligt.
Für die aktuelle Förderperiode hat die EU-Kommission eine Vielzahl von Förderprogrammen aufgelegt und stellt gemeinsam mit dem Land Niedersachsen für ihre Umsetzung durch Projekte und gemeinschaftliche Aktionen erhebliche Mittel für die Entwicklung des europäischen Schutzgebietssystems Natura – 2000 bereit. Der Heidekreis erhält die Fördermittel für die sogenannte „Managementplanung“ in insgesamt sieben Natura-2000-Gebieten: für die Fließgewässer „Aller und Leine“, „Böhme“ und „Örtze mit ihren Nebenbächen“, für die Moore „Grundloses Moor“ und „Vehmsmoor“ im Stadtgebiet von Walsrode und das Gebiet der „Riensheide“ bei Neuenkirchen sowie für das komplexe Naturschutzgebiet „Lüneburger Heide“. Diese Pläne beschreiben und bewerten den aktuellen ökologischen Zustand der Gebiete und legen Maßnahmen zu deren Entwicklung und Verbesserung fest. Parallel beziehungsweise unmittelbar anschließend an die Managementplanung sollen unter anderem Renaturierungsmaßnahmen zur Vernässung der benannten Moore sowie zur Verbesserung und Vernetzung von Lebensräumen für das Birkwild umgesetzt werden. Dabei sind die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Grundstücks- und Eigentumsverhältnisse zu beachten. Die durch Torfabbau und Entwässerungsgräben beeinträchtigten Moore sollen durch teilweisen Einstau alter Gräben wieder mehr Wasser halten. So soll die Torfzersetzung gestoppt und aktives Wachstum der Moore wieder gefördert werden. Zu diesem Zweck müssen zunächst Einstaumöglichkeiten geprüft und geplant sowie die möglichen Auswirkungen hydraulisch berechnet und davon gegebenenfalls betroffene Grundstücke ermittelt werden. Soweit erforderlich und möglich, stehen dem Heidekreis auch finanzielle Mittel zur Verfügung, um entstehende Verluste entschädigen zu können. Das Birkhuhn ist eine wesentliche Leitart des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide und kommt auch auf den Truppenübungsplätzen in der Lüneburger Heide und der Südheide vor. Trotz intensiven Schutzes ist die Populationsgröße besorgniserregend klein. Daher wird angestrebt, deren Lebensräume und hier vor allem die Waldränder optimal zu gestalten. Die Abstimmung mit den Grundeigentümern ist abgeschlossen, sodass die Anpassung von Waldrändern zum Birkhuhnschutz bereits in diesem Winter im Rahmen eines „Birkwildprojektes“ in einigen Abschnitten umgesetzt werden kann.
Aktuell wird gemeinsam mit der Naturschutzstiftung Heidekreis der nächste Förderantrag vorbereitet. Es sollen weitere EU- und Landesmittel zum Schutz der stark schwindenden Kiebitz- und Brachvogelbestände eingeworben werden.
Wer über geeignete Grundstücke in den genannten Gebieten verfügt und diese, ganz oder in Teilen, für Naturschutzmaßnahmen im Sinne der beschriebenen Projekte zur Verfügung stellen möchte oder selbst Kenntnisse oder Maßnahmenvorschläge im Sinne der Zielentwicklungen hat, meldet diese gerne bei Svenja Stelse-Heine von der Unteren Naturschutzbehörde des Heidekreises telefonisch unter (0 51 91) 97 07 84 oder per E-Mail unter s.stelse-heine@heidekreis.de.