Information kommt gut an

Im Binderhaus in Rodewald nutzen die Bürger das Informationsangebot der Firma Wintershall zur Wiederaufnahme der traditionellen Erdölförderung im ehemaligen Erdölfeld Suderbruch. Foto: Wintershall

Wintershall stellt aktuelle Pläne zur Wiederaufnahme der Erdölförderung vor

Rodewald (st). „Die Möglichkeit, viele Einzelgespräche führen zu können, empfand ich als positiv“, erklärte der Schwarmstedter Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs anlässlich einer Informationsveranstaltung über die mögliche Wiedererschließung des ehemaligen Erdölfelds Suderbruch im Landkreis Nienburg. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass das Informationsangebot von den Besuchern gut genutzt wurde“, so Gehrs. Wintershall Deutschland mit Stammsitz in Barnstorf, Landkreis Diepholz, hatte zu der öffentlichen Veranstaltung in das Binderhaus nach Rodewald eingeladen. Zirka 40 Bürger waren der Einladung gefolgt und haben sich über die aktuellen Pläne des Unternehmens zur Wiederaufnahme der traditionellen Erdölförderung informiert. Bevor in Suderbruch wieder gefördert wird, plant Wintershall im Sommer zunächst zwei Erkundungsbohrungen auf einem Platz westlich der Gemeinde Rodewald durchzuführen. Daran anschließen soll sich ein sechsmonatiger Fördertest. Erst danach fällt eine Entscheidung über die Wiedererschließung. Den Einsatz von Hydraulic Fracturing (Fracking) schließt Wintershall aus. Die Pläne müssen noch vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) genehmigt werden. „Bevor wir im Sommer mit den Bohrungen beginnen, werden wir die Bürgerinnen und Bürger auch zu einer Besichtigung der Bohranlage einladen“, gab Wintershall Projektleiter Kurt Sackmaier bekannt. Die Erdölförderung in Suderbruch hat eine lange Tradition. Zwischen 1949 und 1994 förderte der damalige Betriebsführer BEB hier insgesamt 3,4 Millionen Tonnen Erdöl. Die Produktion wurde 1994 aufgrund der damals sehr niedrigen Ölpreise eingestellt. Alle Bohrungen wurden verfüllt, die Plätze rekultiviert und danach überwiegend wieder als Ackerland genutzt. Einige Jahre später übernahm ExxonMobil Production Deutschland (EMPG) die Konzession von BEB und ist bis heute Inhaber des Erdölfelds. Im Falle einer Wiedererschlie¬ßung wäre Wintershall mit einem Anteil von 50 Prozent Betriebsführer. Die übrigen 50 Prozent hält weiterhin ExxonMobil. Anlässlich der Informationsveranstaltung im Binderhaus präsentierte Wintershall Deutschland das Projekt Suderbruch mit verschiedenen Themeninseln, die unter anderem von Bohringenieuren, Geologen und Geophysikern betreut wurden. Hier konnten sich die Teilnehmer direkt informieren und Fragen stellen. Projektleiter Kurt Sackmaier zeigte sich mit dem Ablauf der Bürger-Informationsveranstaltung in Rodewald zufrieden. „Wir konnten im direkten Dialog viele Fragen beantworten und unsere Pläne vorstellen. Das kommt gut an.“