Intakte Natur für nachfolgende Generationen

Die Energiewende soll wieder von mehr Bürgern getragen werden – wie etwa die PV-Anlage „Sonja“ auf der Schule in Rethem/Aller. Diese gehört auch zur Gesellschaft des Bürgerwindrades AlWinE.

Das Aller-Leine-Tal zur Bürger-Energieregion machen

Aller-Leine-Tal. 30 Jahre nach Tschernobyl und fünf Jahre nach Fukushima hat Deutschland mit der Energiewende erste Schritte zu einer nachhaltigen Energieversorgung unternommen. Mit erneuerbaren Energien werden bereits über 30 Prozent des deutschen Bruttostrombedarfs gedeckt. Für das Forum Zukunft aus Dörverden und weiteren Mitstreitern aus dem Aller-Leine-Tal ist dies jedoch kein Grund sich zurückzulehnen. Vielmehr wurde die „Projektgruppe Energiegenossenschaft Aller-Leine-Tal“ ins Leben gerufen, um aus der Stromwende eine echte Energiewende zu machen – regional und getragen durch die Bürger vor Ort.
Die ersten Jahre der Energiewende waren geprägt von kleinen, dezentralen Anlagen. Auch in der Region wurden Projekte, wie zum Beispiel das Bürgerwindrad ALWINE und Bürgersolaranlagen, verwirklicht. Daran möchte die neue Projektgruppe mit Ideen einer regionalen und von Bürgern getragenen Energieversorgung anknüpfen. Als Organisationsform wird dabei an ein Genossenschaftsmodell gedacht. „Der Boom der Windkraft an der Küste, aber auch die vielen Biogasanlagen im Landesinneren und die vielen Fotovoltaikanlagen haben den ländlichen Raum massiv gestärkt“, meint Corbinian Schoefinius von der Projektgruppe, „da müssen wir weitermachen“.
In der klassischen Stromproduktion gibt es derzeit vor allem Potenziale bei der Eigenstromproduktion. Solarstrom kann für circa zehn bis zwölf ct/kWh produziert werden. Privathaushalte, aber auch Gewerbebetriebe und Kommunen zahlen wesentlich mehr für ihren (eingekauften) Strom. Auf geeigneten Gebäuden und Flächen könnte eine Energiegenossenschaft zum Beispiel Fotovoltaikanlagen aufstellen, deren Strom dann direkt von den Gewerbebetrieben vor Ort genutzt werden kann.
Der Bau von Anlagen zur Stromgewinnung ist aber nur ein erster kleiner Schritt. „Wir wollen die Energiewende in ihrer Gesamtheit voranbringen. Dazu gehört auch die Wärmeversorgung und das Thema Mobilität. Und wir wollen eine Basis schaffen, um bestehende regenerative Anlagen auch nach dem Auslaufen der Vergütung zu sichern und die Wertschöpfung in der Region zu halten“, so Schoefinius weiter.
Erste Handlungsfelder können ein regionaler Stromtarif, Nahwärmenetze oder auch Contracting-Modelle sein. Eine Energiegenossenschaft wird als ein sehr langfristiges Projekt gesehen. „Die Rendite der Genossenschaft darf dabei auch eine intakte Natur für die nachfolgende Generation sein, statt einer möglichst hohen Verzinsung der Genossenschaftseinlagen“, so Jörg Zöllner von der Initiativgruppe.
Das Aller-Leine-Tal ist mit dem Motto „Aller-Leine-Tal: Hier fließt ENERGIE“ wieder eine Leader-Region geworden. Von der EU werden Fördermittel bereitgestellt um bis 2020 Ideen aus der Region umzusetzen. Mit dem Regionalmanagement KoRiS, Hannover, und dem Technologienetzwerk der dezentralen Energie- und Effizienztechnologie (deENet), Kassel, wird der gesamte Prozess professionell begleitet und unterstützt.
Das Projekt wurde jetzt in der A.L.T.-EnergieWerkstatt „Wir im Aller-Leine-Tal gestalten die Energiewende“ in Hodenhagen vorgestellt. Für das Vorhaben „Gründungeiner Energiegenossenschaft“ ist es den Aktiven allerdings wichtig, noch viele weitere Akteure aus dem Aller-Leine-Tal mit Tatendrang und Ideen dazuzugewinnen.
Meldungen dazu und für Rückfragen zur Energiegenossenschaft ist das Forum Zukunft unter der Telefonnummer (0 42 39) 9 44 01 54 und per E-Mail perspektive@forumzukunft.org zu erreichen. Ansprechbar für die Projektgruppe ist auch Jörg Zöllner, Schwarmstedt, Telefon (0 50 71) 5 15 oder per E-Mail: zoellner@haeuslingen.de.