Integrationsprojekt für jugendliche Flüchtlinge

Bei den Arbeiten auf dem Außengelände des Seniorenheims am Sunderpark packten alle fleißig mit an.
Heidekreis. Ende vergangenen Jahres suchte die sozialpädagogische Jugendhilfeeinrichtung Vier Linden Projekt-Paten die unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in alltägliche Situationen einbeziehen. Gemeinsam im Garten arbeiten, Teilnahme an Veranstaltungen, Ausflügen und anderen Unternehmungen soll den Jugendlichen die Kultur und Lebensweise in Deutschland vermitteln. Neben dem Deutschunterricht in Kursen und der Schule ist es wichtig zum Erlernen der Sprache diese auch anzuwenden. Neben zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützern aus dem Heidekreis wurde auf den Aufruf auch das Deutsche Rote Kreuz aufmerksam.
Der DRK Kreisverband Fallingbostel und die Jugendhilfeeinrichtung arbeiteten schon ein Jahr lang hervorragend durch das im September 2016 geschlossene Camp Fallingbostel Ost zusammen. Bundesweit ist die Vorgabe für Notunterkünfte und Aufnahmeeinrichtungen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sofort den Jugendämtern zu melden. Die Jugendhilfeeinrichtung Vier Linden übernimmt im Auftrag des Landkreises die sofortige Unterbringung dieser Jugendlichen. Somit gab es hier eine Schnittstelle der Zusammenarbeit. „Die Kommunikation und Zusammenarbeit mit Landkreis und Vier Linden war immer hoch professionell. Ein Anruf genügte und in kürzester Zeit wurde der Jugendliche von einem Mitarbeiter der Jugendhilfe abgeholt“, kann sich Dennis Protz, Integration- und Ehrenamtskoordinator des DRK, an die Zusammenarbeit in dieser Zeit erinnern.
Der Paten-Aufruf war der Auslöser für das nun gestartete Integrationsprojekt, welches das DRK und Vier Linden in Kooperation erarbeitet haben. Oberste Ziele des Projektes sind Sprachförderung und Berufsorientierung. Die Jugendlichen werden nun in alle Gemeinschaftsaktivitäten des Jugendrotkreuzes und der ehrenamtlichen DRK-Kreisbereitschaft einbezogen. Die ehrenamtliche Mitwirkung soll Kontakte aufbauen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der 16- bis 18-Jährigen aufzeigen. Es ist die erste von drei Phasen die in dem Projekt geplant sind. Hier können sich die Jugendlichen in den vielseitigen Aufgabengebieten und Aktivitäten des DRK ausprobieren. Mit Hinblick auf die Berufsorientierung können sie handwerkliche, technische und medizinische Arbeiten kennenlernen und haben zur Sprachförderung intensiven Kontakt zu den ehrenamtlichen Helfern des DRK. Die erste gemeinsame Aktion fand im Rahmen der Frühjahrsarbeiten am Außengelände des DRK-Seniorenheims am Sunderpark statt. Rund 20 Helfer und Jugendliche entfernten wild gewachsene Bäume und Sträucher, deinstallierten eine alte, defekte Minigolfanlage als Vorbereitung auf neue Weideflächen für die hauseigenen Ponys. Traktoren, Bagger, Radlader und weitere Gartenbaugeräte standen einen kompletten Samstag nur in der gemeinsamen Mittagspause still. Unter Anleitung erfahrener Maschinenführer erlangten die Jugendlichen des Jugendrotkreuzes und der Jugendhilfeeinrichtung Vier Linden erste Einblicke im Umgang mit diesen Arbeitsgeräten. „Ich bin beeindruckt von dem Elan und der Geschwindigkeit, mit denen alle gemeinsam gearbeitet haben. Wir haben mehr geschafft als es für den Tag geplant war“, zeigt sich Protz vom Erfolg der Aktion begeistert. Er betont aber auch deutlich, dass es grade in dieser Phase des Projektes nicht nur um Arbeits- und Bildungsmaßnahmen geht. Der Kontakt untereinander ist neben der Sprache das wichtigste Mittel der Integration. So ist als nächstes eine gemeinsame Freizeitaktivität geplant. Mit drei Kleinbussen geht es zu einem der größten norddeutschen Volksfeste, dem Hamburger DOM. In rasanten Fahrgeschäften will die Gruppe gemeinsam Spaß und Nervenkitzel erleben. Nach weiteren Aktionen wie einem Erste-Hilfe Kurs soll dann möglichst schnell die zweite Projektphase eingeläutet werden. In dieser Phase werden das DRK und Vier Linden für die Jugendlichen berufliche Praktika in den eigenen Einrichtungen und weiteren Betrieben organisieren. Hier ist die Zielsetzung das Kennenlernen des Arbeitsalltages in einem bestimmten Berufszweig. Aber auch ein erster Kontakt und Eindruck für potenzielle Ausbildungsbetriebe soll ermöglicht werden.
In der dritten Phase des Projektes geht es um die gezielte Ausbildungsplatzsuche und die unterstützende Begleitung bis zur Erreichung des Ausbildungsziels. Um den dann vorhandenen Wortschatz auch auf Fachbegriffe erweitern zu können und sich im dualen Ausbildungssystem in Deutschland zurecht zu finden, werden den Jugendlichen Lernhilfen angeboten.
Für weitere Informationen zum Integrationsprojekt und den ehrenamtlichen Einsatzmöglichkeiten im DRK steht Dennis Protz unter Telefon (0 51 61) 9 81 70 und per E-Mail an protz@drk-walsrode.de zur Verfügung.