Japanische Professorin bringt Publikation über LEADER und die Region Aller-Leine-Tal raus

Professor Tomoko Ichida mit der in Japan erschienen Publikation, in der über LEADER sowie über die LEADER-Aktivitäten im Aller-Leine-Tal berichtet wird. Foto: Professor Tomoko Ichida/KoRiS
Aller-Leine-Tal. Die LEADER-Region Aller-Leine-Tal – oder auf Japanisch アラライネ谷 – wurde Teil eines japanischen Forschungsprojektes zum Thema Kooperationen in ländlichen Räumen anhand des europäischen LEADER-Programms und der Umsetzung in Deutschland. Dafür hat eine japanische Professorin ein gutes halbes Jahr in Niedersachsen geforscht. Nun ist eine Publikation mit den Ergebnissen der Analyse erschienen. Professor Tomoko Ichida, japanische Universitätsprofessorin für die Analyse von Agrarpolitik und Entwicklung von ländlichen Strukturen in der EU an der Elite-Universität MEIJI-UNIVERSITY, hospitierte von April 2017 bis Januar 2018 am Thünen-Institut (Bundesforschungsinstitut für ländliche Räume) in Braunschweig. Ziel des Forschungsaufenthaltes war die Analyse der Strukturen des europäischen LEADER-Programms und der Umsetzung insbesondere in Niedersachsen sowie der Vergleich beziehungsweise die Übertragbarkeit auf japanische Strukturverhältnisse. Während ihres Forschungsaufenthaltes informierte sich die Professorin insbesondere über die LEADER-Aktivitäten im Aller-Leine-Tal, da die LEADER-Region als Fallbeispiel für die Untersuchung dient. Unter anderem besuchte die japanische Uni-Professorin den Dorfladen Otersen und führte ein intensives Gespräch mit Günter Lühning, dem Vorsitzenden der „Dorfladen-Bundesvereinigung über bürgerschaftlich organisierte Dorfläden“ über die die Auswirkungen der Dorfläden auf die Dorfentwicklung und die zukünftigen Herausforderungen.
Kürzlich ist eine Publikation in Japan erschienen, in der Professor Ischida in einem Kapitel auf die Funktionsweisen des LEADER-Programms mit seinem Bottom-up-Prinzip und der Entscheidungsfindung über die lokalen Aktionsgruppen (LAG) sowie beispielhaft auf die LEADER-Region Aller-Leine-Tal eingeht. Auf elf Seiten beschreibt die Professorin die Region Aller-Leine-Tal und ausgewählte Projekte zu den Themen Direktvermarktung, Einkommensalternativen von Landwirten und Landfrauen, Umnutzung alter Bausubstanz, neue Wohnformen im ländlichen Raum und vieles mehr.
Das Aller-Leine-Tal freut sich, dass seine Aktivitäten zur Entwicklung der Region auch in weiter Ferne gewürdigt werden. Mit neuen Projekten wie dem E-Carsharing und zur E-Ladesäuleninfrastruktur, die sich aktuell in der Umsetzung befinden, hofft die Region, auch in Zukunft für Besuchsgruppen von Nah und Fern interessant zu sein. Gleichzeitig ist es dem Aller-Leine-Tal sehr daran gelegen, selbst von anderen lernen zu können. So waren einige Akteure vor kurzem in Oerel bei Bremervörde, um Projekte rund um das Thema Innenentwicklung zu besichtigen.