Kinder, Feuerwehrmänner und mehr

Gudrun Pieper einen Tag in Wietzendorf

Wietzendorf. Auch auf ihrer diesjährigen Sommertour ließ es sich die Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper (CDU) nicht nehmen wieder einen ganzen Tag in Wietzendorf zu verbringen. Auf ihrer Reise führte sie Wietzendorfs Bürgermeister Uwe Wrieden zur Freiwilligen Feuerwehr, dem Ferienclub Lollipop sowie zur Vorsitzenden des Gewerbestammtisches Beate Hestermann. Den Auftakt bildete ein Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr. Begrüßt wurde Gudrun Pieper vom Gemeindebrandmeister Hans-Heinrich Cohrs, der die Landtagsabgeordnete sogleich durch die Räumlichkeiten führte. Cohrs klärte Pieper über die notwendigen Anbaumaßnahmen auf: „Zurzeit müssen sich die Kameraden noch direkt hinter den Fahrzeugen umziehen. Da dies nicht mehr der Sicherheit und den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, soll ein Anbau mit Umkleidekabine entstehen“. Zusätzlich werden weitere Funktionsräume errichtet. Die Baumaßnahme, zu der die offizielle Ausschreibung noch aussteht, wird im Idealfall noch in diesem Jahr begonnen. Den Innenausbau wollen die Feuerwehrmänner dann überwiegend in Eigenleistung vornehmen. Entgegen dem Trend in Vereinen anderer Gemeinden kann sich die Wietzendorfer Feuerwehr über Zuwachs nicht beklagen. Mit 70 aktiven Mitgliedern aller Altersgruppen und einer 30-köpfigen Jugendfeuerwehr mit zwölf Betreuern sind die Kameraden gut aufgestellt. „Unsere Mitgliederzahlen sind stabil. Nachwuchssorgen kennen wir nicht“, führt der Gemeindebrandmeister nicht ohne Stolz an.
Direkt im Anschluss stattete Pieper erneut dem Ferienclub Lollipop einen Besuch ab. Die verlässliche Ferienbetreuung für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren unter dem Vorsitz von Renate Budnowski ist auch in diesem Sommer komplett ausgebucht. Mit einem breit gefächerten Programm kommt Langeweile gar nicht erst auf. Die 13 Kinder zeigten der Landtagsabgeordneten ihre Künste im Bauchtanz und dass ein einfaches „Salem Aleikum“ zu einem lustigen Spiel werden kann. Gudrun Pieper selbst bewies beim Turbanwickeln ihr kreatives Talent.
Trotz der positiven Resonanz äußerte sich die Vorsitzende besorgt darüber, dass die Finanzierung des Ferienclubs durch die Förderung vom Land Niedersachsen Ende 2011 ausläuft. Gudrun Pieper sicherte zu, das Gespräch mit dem Kultusministerium zu suchen, um Lösungsmöglichkeiten zu erörtern.
Den Abschluss des Tages bildete ein Gespräch mit der Vorsitzenden des Gewerbestammtisches Wietzendorf, Beate Hestermann. In regelmäßigen Zeitabständen treffen sich die Inhaber und Betriebsführer der örtlichen Gewerbe-, Industrie-, Einzelhandels-, und Dienstleistungsbetriebe, um sich gegenseitig kennen zu lernen, Informationen, Meinungen und aktuelle Entwicklungen auszutauschen, aber auch um das gegenseitige Verständnis zwischen der lokalen Politik und der Wirtschaft zu verbessern. Dabei stellte Hestermann, die selbst einen Fleischereibetrieb führt, heraus, wie schwierig es sei geeignete Auszubildende zu finden. Auf ihre Stellenausschreibung habe sie genau eine Bewerbung erhalten. „Die jungen Leute wollen lieber eine Ausbildung im IT-Bereich machen“, erläuterte sie die schwierige Lage. Sie machte zudem deutlich, dass die Verbraucher Qualität oft nicht bereit seien mehr Geld für Qualität auszugeben. In dem Zusammenhang stellte die Landtagsabgeordnete heraus, dass unter anderem eine Ablehnung von Mastställen alleinig zur Folge habe, dass Fleisch aus anderen Ländern, zum Beispiel Holland, Ukraine oder China importiert werden müsse, um den Bedarf zu befriedigen. Beate Hestermann stimmte dem zu und ergänzte, dass „Billig-Biofleisch“ aus dem Diskounter ebenfalls oftmals aus dem Ausland käme. Ginge dieser Trend so weiter, dann könnten in Zukunft die mittelständigen Fleischereibetriebe nicht mehr existieren. Nur „Luxusfleischer“ und Fleisch aus dem Diskounter würden sich durchsetzen. Umso wichtiger sei fundiertes Fachpersonal und die produktive Zusammenarbeit der Betriebe untereinander, an der es zurzeit noch mangele. Pieper, der diese Thematik überaus wichtig ist, sicherte ihre Teilnahme am nächsten Gewerbestammtisch zu.