Klare Worte zum Thema Mastställe

Viel Verständnis für die Bedenken der Bürger gegen die Mastställe zeigten Karin Stief-Kreihe als agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Bürgermeister Björn Gehrs. Fotos: Aydogan Zihli

SPD-Ortsgespräch im Hotel Bertram gut besucht

Schwarmstedt (az). Hoch her ging es am vergangen Dienstag im Hotel Bertram in Schwarmstedt, wo die SPD zum Ortsgespräch zum Thema „Mastställe und Hähnchenhighway“ eingeladen hatte. Viele besorgte Mitbürger kamen und das Podium war hochkarätig besetzt. Karin Stief-Kreihe (agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion) stellte sich zusammen mit Rolf Meyer (MdL aus dem Landkreis Celle), Kreislandwirt Heiner Beermann und Bürgermeister Björn Gehrs den Fragen der Bürger. Zu Beginn der Diskussion gab Björn Gehrs einen kurzen Überblick über den momentanen Stand: zum einen über den in Wietze bevorstehenden Bau eines Schlachthofes und zum anderen über den eventuellen Bau einer Schweinemastanlage am Badesee an der Essler Kreuzung. „Die jährlichen Schlachtzahlen, die es im Wietzer Schlachthof geben soll, übersteigen jede Vorstellungskraft“, betonte Björn Gehrs und eröffnete damit die rege Diskussion. Karin Stief- Kreihe berichtete von dem bereits bestehenden Problem der Mastställe im Emsland und die deutlich spürbaren Folgen für die Region. Sie hatten bereits nach kurzer Zeit für ein unangenehmes Erscheinungsbild des Emslandes gesorgt und der Tourismus sei deutlich zurück gegangen; in manchen Gebieten sogar gar nicht mehr vorhanden. Außerdem haben die Folgen der Emissionen dafür gesorgt, dass beispielsweise ein Supermarkt nicht gebaut werden konnte. Karin Stief- Kreihes Ziel ist es, dass genau das hier nicht passieren soll. „Die Kommunen brauchen mehr Steuerungsinstrumente, um wenigstens in den Bau dieser Maststallanlagen eingreifen zu können“, betonte die Politikerin.
Die Kommunen müssten hier das Heft des Handels in den Händen behalten.
Zwiespältig äußerte sich dagegen Rolf Meyer. Er betonte, dass Celle nicht viele Mastställe besitze und die Landwirtschaft natürlich wichtig sei. Fakt sei auch, dass eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit wenig Tieren nicht möglich sei. Andererseits möchte er nicht in die gleiche Situation wie das Emsland geraten. Er sagte klar und deutlich: ,,Die Möglichkeiten sind begrenzt, aber die die man hat, sollte man auch nutzen''. Kreislandwirt Heiner Beermann vertrat eher eine positive Meinung zum Thema Mastställe und erntete bei den Zuhörern wenig Verständnis. Er betonte, dass es nur zehn nennenswerte Hühnerhaltungen im Landkreis gäbe und nur weil ein Schlachthof in Witze entsteht, dies nicht heißt, dass in jeden umliegenden Dorf ein Stall entstehen wird. ,, Hühner können nun mal nicht auf der grünen Wiese gehalten werden, sondern nur in Ställen und nicht alles was modern ist, ist gleich schlechter als das was wir früher hatten``, fügte Heiner Beermann hinzu. Daraufhin kam es zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen den teilnehmenden Bürgern und dem Podium und die Zuhörer drückten ihren großen Unmut über die Mastställe aus. Viele Fragen wurden an die Vertreter der Politik laut und vor allem harte Kritik an dem bisherigen Handeln und der bisherigen Vorgehensweise. Auch die Schlussworte der Podiumsmitglieder konnten die Zuhörer nicht wirklich versöhnen und eine echte Einigkeit wird es wohl auch in Zukunft zu diesem Thema nicht geben.