Knabenchor singt in Düshorner Kirche

Der Knabenchor aus St. Petersburg singt gegen eine Spende für seine Chorarbeit.

Jungen aus St. Petersburg proben drei Mal wöchentlich

Düshorn. Am Dienstag, 1. Dezember, um 19.30 Uhr lädt die evangelisch-lutherische St.-Johannes-der-Täufer-Kirchengemeinde Düshorn-Ostenholz ein zum Konzert des Knabenchores aus St. Petersburg in der Düshorner Kirche. Die Adventskonzerte mit dem Knabenchor St. Petersburg haben in der Region schon eine längere Tradition. Bei einer Studienreise nach Leningrad im Rahmen der evangelischen Erwachsenenbildung vor über 25 Jahren unter der Leitung von Diakon Helmuth Haase entstand der erste Kontakt zur späteren Managerin des Knabenchores, Frau Professor Dr. Henrietta Drosdowa. Der junge Chorleiter Wadim Ptscholkin, hervorragender Pianist und mehrfacher Kulturpreisträger der Stadt St. Petersburg, rief 1991 in den nach dem wirtschaftlichen Umbruch entstandenen Armenvierteln im ehemaligen Leningrad und heutigen St. Petersburg mit handgemalten Plakaten zur Gründung eines Knabenchors auf. Mittlerweile ist aus der Privatinitiative eine von der Stadt unterstützte Chorschule für 400 Jungen im Alter von drei bis 18 Jahren geworden. Während andere Jungen Fußball spielen oder anderen Freizeitbeschäftigungen nachgehen, besuchen die Jungen mit Anfahrtswegen bis zu einer Stunde dreimal in der Woche die jeweils zweistündigen Chorproben. Insgesamt 120 Jungen zwischen neun und 18 Jahren gehören dem großen Konzertchor an.
Die jungen Sänger dieses hervorragend geschulten Chores beherrschen die hohen Diskantstimmen mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit, singen äußerst konzentriert, diszipliniert, abwechslungsreich und in einer nur selten anzutreffenden dynamischen Breite vom gewaltigen Fortissimo bis hin zum geflüsterten Piano.
Von allen Knabenchören Russlands errang der Knabenchor St. Petersburg den Grand-Prix der Russischen Föderation. Dem brillanten musikalischen Können des Chors stehen die schwierigen Lebensumstände russischer Kinder gegenüber. Einige Chormitglieder sind ohne Vater oder leben in armen Verhältnissen.
Jeweils 40 Jungen sind jedes Jahr abwechselnd auf Konzertreisen in Deutschland, Spanien, Frankreich, Holland, Österreich, England und in der Schweiz unterwegs. Begleitet und betreut werden die Jungen von Chorleiter Wadim Ptscholkin, der für die Konzertorganisation verantwortlich zeichnet, und Frau Julia Poliakova, einer von zehn Lehrerinnen und Chorleitern an der Chorschule
Die Jungen wurden in den letzten Jahren bei ihren Konzerten u. a. in der Hamburger Michaelskirche, im Bardowiker-Dom, im Dom zu Mainz, in Heidelberg, Mannheim, Trier, im Frankfurter Kaiserdom und auch in unserer Region mit stehenden Ovationen gefeiert. Der Erlös der Konzerte kommt der Chorschule in St. Petersburg zugute. Zur Sicherung der materiellen Existenz und um seinen kulturellen und sozialen Auftrag weiter ausführen zu können, ist der Chor auf die Konzerte im Ausland und auf die finanzielle Unterstützung der Zuhörer angewiesen.
Der Eintritt ist frei. Am Ausgang der Kirche wird um eine Spende gebeten.