Kriminalkomödie „Zug um Zug“

Viel Applaus gibt es für die Laienschauspieler Peter Schmitz (von links), Elke Kitzelmann, Michael Strobach, Henning Binaschek, Elena Hulm, Gisela Grimmelt und Daniela Minke nach der Aufführung von „Zug um Zug“. Foto: Bernd Stache
 
Im Beisein von Souffleuse Maria-Elisabeth Deutsch (von links) stellt Moderatorin Angela Schleufe die Laienschauspieler Elke Kitzelmann, Gisela Grimmelt, Peter Schmitz, Daniela Minke, Henning Binaschek, Michael Strobach und Elena Hulm vor. Foto: Bernd Stache

Suche nach einem gestohlenen Diadem gestaltet sich überaus schwierig

Lindwedel (st). Wer glaubte, die Aufführung „Zug um Zug“ der Laienspielgruppe Lampenfieber Lindwedel in der Sporthalle der Grundschule spiele etwa im Eisenbahnmilieu, sah sich getäuscht. „Das hat nichts mit der Eisenbahn zu tun“, verriet Moderatorin Angela Schleufe gleich bei ihrer Begrüßung. Es folgten 90 Minuten spannendes und unterhaltsames Theater. Was die Laienspielgruppe Lampenfieber Lindwedel mit sieben Darstellern dann auf die Bühne brachte, konnte sich hören und sehen lassen. Schon während der ersten Szene der Kriminalkomödie in zwei Akten von Rolf Sperling war die Begeisterung der Zuschauer deutlich zu spüren. Die humorvollen Dialoge zwischen Großmutter Alwine König, großartig gespielt von Gisela Grimmelt, und ihrer Tochter Carola (Elke Kitzelmann) – mit und ohne Oma Alwines eingeschaltetem Hörgerät – brachten den beiden Laienschauspielern viel Applaus ein. Auch die anderen fünf Schauspieler wirkten in ihren Rollen in Gestik, Körperhaltung und Mimik authentisch. Der Zuschauer fühlte sich von der ersten Minute an mitgenommen bei der Suche nach einem teuren Diadem. Peter Schmitz verkörperte eindrucksvoll und schlagfertig den frisch aus der Haft entlassenen Vater und Auftragsdieb Arthur König, dessen selbstbewusste Tochter Svenja von Daniela Minke stark in Szene gesetzt wurde. Michael Strobach überzeugte als Polizist und stets hilfsbereiter Freund und Helfer von Svenja. Überaus authentisch trat auch Henning Binaschek in der Rolle des Berthold von Tosenstein auf, dessen liebestolle Ex-Frau Britta eindrucksvoll von Elena Hulm verkörpert wurde. Das Stück überzeugte durch verständliche, nicht gekünstelte Dialoge und gute schauspielerische Leistungen, für die es immer wieder Szenenapplaus gab. Auch Souffleuse Maria-Elisabeth Deutsch durfte ihrer Rolle an der einen oder anderen Stelle im Stück der Laienschauspieler gerecht werden. Für gutes Licht und den Ton während der Aufführung sorgten Björn Böhnke und David Messow aus der Wedemark. Zuständig für Masken und Frisuren waren Susanne Deike, Marina Pradel, Petra Kolodzey und Astrid Hölscher. Zur Pause gab es allerlei Leckereien wie Käsespieße und Schmalzbrote. „Wir suchen immer neue Mitglieder, auch jüngere“, erklärte Angela Schleufe nach der erfolgreich aufgeführten Kriminalkomödie. Die Laienspielgruppe Lampenfieber Lindwedel war 2001 von Gisela Grimmelt ins Leben gerufen worden. Im Januar 2002 fand die konstituierende Sitzung mit 20 Gründungsmitgliedern statt. Ihren ersten Zweiakter studierten die Lindwedeler Laienschauspieler im Sommer 2002 ein und führten ihn im Januar 2003 auf. Seitdem gibt es jedes Jahr im Januar/Februar vier Aufführungen.


Zum Inhalt von „Zug um Zug" - Kriminalkomödie in zwei Akten von Rolf Sperling:

Das Ehepaar Arthur und Carola König lebt in einer Wohnung mit Arthurs Mutter Alwine König zusammen, die wegen ihrer kleinen Rente keine eigene Wohnung finanzieren kann. Um ein besseres Leben führen zu können, betätigen sich die beiden als Auftragsdiebe. Vor 2 Jahren ist Arthur deshalb verurteilt worden und kommt heute wieder nach Hause. Natürlich wollen die Eltern auch gleich am ersten Abend ein großes Ding drehen, die Ersparnisse sind fast aufgebraucht und Tochter Svenja will auch ausziehen. Deshalb soll für Berthold von Tosenstein ein teures Diadem von seiner Ex-Frau gestohlen werden. Er ist ein reicher Mann und will nach der Scheidung nun das teure Diadem von seiner Frau zurück. Im Scheidungsverfahren ist ihm das auch zugesprochen worden, die Ex-Frau aber behauptet, es wäre gestohlen worden. Ist es auch tatsächlich, und zwar von Arthur und Carola vor einigen Jahren. Diese haben es allerdings nur als billiges Spielzeug angesehen und ihrer Tochter zum Spielen gegeben. Arthur und Carola wittern ein sicheres Ding. Denn, was schon als gestohlen gilt, kann ja nicht nochmal als gestohlen angezeigt werden. Aber wo ist das Diadem? Vielleicht in den Umzugskartons von Tochter Svenja, die offiziell in eine eigene Wohnung ziehen will, tatsächlich aber zu ihrem Freund Moritz. Und der ist ausgerechnet auch noch bei der Polizei…