Leben mit der Energiewende 2

Thomas Link (links) vom Filmteam "newslab" und Willi Runne vom Verband Wohneigentum Schwarmstedt.

Verband Wohneigentum zeigte Film im Uhlehof

Schwarmstedt. Fußballweltmeisterschaft oder Energiewende? Diese Frage stellten sich am Donnerstag viele Bürger Schwarmstedts und Umgebung – knapp 60 Zuschauer entschieden sich für den Kinofilm des TV-Regisseurs Frank Farenski „Leben mit der Energiewende 2“. Thomas Link vom Filmteam nahm die Zuschauer am Eingang des Uhlehofs in Empfang und forderte 0,9 Cent Eintritt. Dieser Betrag sollte die Erhöhung der EEG-Umlage deutlich machen. Gewechselt wurde in halbierten Cent Münzen, was die Stimmung gleich etwas auflockerte. Nach der Begrüßung der Zuschauer durch Willi Runne vom Verband Wohneigentum Schwarmstedt stellte Torsten Mantz, Pressesprecher vom Landesverband Niedersachsen, diesen kurz vor und berichtete von der Arbeit für die bundesweit rund 360.000 Mitglieder. Entstanden aus den Siedlern vergangener Tage, die sich zusammenschlossen und in Nachbarschaftshilfe ganze Siedlungen entstehen ließen, hat sich der Verband mit 47.000 Mitgliedern allein in Niedersachsen zum heutigen Verband weiter entwickelt. Da, wo der Einzelne alleine machtlos ist, setzt sich der Verband ein, denn auch Haus- und Wohnungseigentümer brauchen heute eine Lobby. Dass jeder Einzelne die Energiewende mit gestalten kann, war nach dem Film allen klar. Besonders die Wende im großen Stil, in der ganze Baugebiete (Siedlungen) vernetzt werden können und autark eigene Energie erzeugt und verbraucht werden kann, ist ein großes Thema und für einen einzelnen Bauwilligen kaum zu bewältigen. Hier setzt die Kompetenz des Verbandes ein und führt so Entscheidungsträger, Geldgeber, Kommunen und Bauherren zusammen.
Das Beispiel der „Energieautarken Siedlung" in Norderstedt fand dann auch großes Interesse! Da nur wenige örtliche Kommunalpolitiker anwesend waren, sprang Thomas Link, der auch Bürgermeister der Gemeinde Rehborn ist, ein und erläuterte die Vorgehensweise der Projektverantwortlichen. Speziell wurde die straßenweise Versorgung mit Energie untereinander und die Nachrüstung hinterfragt. Zu dieser Thematik will der Verband erfahrene Kommunalpolitiker aus Gemeinden mit entsprechenden Konzepten einladen, um mit ihnen zu diskutieren. Eine Initiative der Samtgemeinde Schwarmstedt wäre dabei wünschenswert.
Am Beispiel von realisierten Anlagen zeigte der Film, dass sich durch die Kombination von Stromerzeugung, Heizung und Warmwasser die Energiekosten ganzjährig um mehr als 60% senken lassen. Neu waren für die Zuschauer die sogenannten Balkonkraftwerke. Dieser solare Anteil des Stroms muss nicht vom Stromversorger gekauft werden und senkt somit die Energiekosten. Die Funktionsweise und eine Rentabilitätsrechnung sollen in einer an diesem Abend ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe vorgestellt werden. 20 Zuschauer entschlossen sich spontan, in dieser Gruppe mitzuarbeiten. Am Schluss wurde die bereits ausgereifte Wasserstoff-Technologie „Power to Gas" (P2G) besprochen. Das bestehende Erdgasnetz kann eine unvorstellbare Menge an Energie speichern und verhält sich auch bei der Energieübertragung vorbildlich. Während man durch die geplante 380 kV Doppeltrasse gerade mal 3,5 Giga Watt transportieren kann, bringt es eine schon bestehende Erdgasleitung auf 70 Giga Watt. Vor diesem Hintergrund betonte Willi Runne noch einmal, dass vor drei Jahren die Einlagerung von Kohlendioxid in die bestehenden Erdspeicher laut diskutiert wurde und ein Entweichen in die Umgebung zu 100 Prozent ausgeschlossen wurde. Das CO²-Verpressen ist Gott sei Dank momentan vom Tisch der Politik. Unverständlich ist jetzt aber, dass gerade diese gasdichten Erdschichten durch Fracking zerstört werden. So werden nicht nur Gasreserven ohne Grund ausgebeutet, sondern Energiespeichermöglichkeiten für alle Zeiten zerstört. Der Film bot aber noch eine ganze Menge mehr an Informationen, die vom sehr interessierten Publikum hinterfragt und durch Thomas Link kommentiert wurden. Im Schlusswort wurde der schon in Arbeit befindliche Teil 3 dieses Films angekündigt. Die einhellige Meinung war, dass dieser Teil 3 unbedingt wieder in Schwarmstedt gezeigt werden sollte. Mehr über den Verband in Schwarmstedt: www.schwarmstedt.imVWE.de