Marlene-Revue im Dorfgemeinschaftshaus

Ein Teil des Erlöses aus der Marlene-Revue wurde gleich in Form eines Schecks an die Jugendfeuerwehr übergeben.
 
Die Mehrzweckhalle war bis auf den letzten Platz besetzt.

Mehrzweckhalle war bis auf den letzten Platz besetzt

Buchholz. Bis auf den letzten Platz ausverkauft war am vergangenen Sonntagabend die von der Projektgruppe „Unser Dorf hat Zukunft“ stimmungsvoll hergerichtete Mehrzweckhalle in Buchholz. Begleitet von Musiker Johnny Groffmann, vor Ort bekannt als Lehrer an der KGS Schwarmstedt, stellte Heinrich Thies, Autor aus Hademstorf, sein neues Buch vor: „Fesche Lola, brave Liesel. Marlene Dietrich und ihre verleugnete Schwester“. Darin beschreibt er die ungleiche Verbindung zweier Frauen, eine Beziehung im Schatten der Weltgeschichte und ein Familiendrama zwischen Hollywood und Bergen-Belsen. Während Marlene Dietrich, die Hollywood-Diva, den Nazis den Kampf ansagt, die amerikanische Staatsbürgerschaft annimmt und im Zweiten Weltkrieg amerikanische Truppen unterhält, betreibt Elisabeth, die graue Maus, mit ihrem Mann, einem Mitglied der NSDAP, ein Kino auf dem Kasernengelände in Bergen-Belsen, in dem sie Wehrmachtssoldaten Propagandafilme zeigen. Als die Dietrich davon erfährt, streicht sie die Schwester aus ihrer Biografie und schweigt darüber bis an ihr Lebensende. Trotzdem halten sie heimlich innigen Kontakt und Marlene unterstützt ihre Schwester großzügig mit Geld und Geschenken. Diese Informationen hat Heinrich Thies bei seinen Recherchen in diversen Archiven, im bisher unveröffentlichten Briefwechsel zwischen den Schwestern und vor Ort in Bergen-Belsen gefunden.
Am Sonntagabend in Buchholz erzählte er meist frei von den beiden Schwestern – von Marlene Dietrich, die nicht nur durch ihre Filme und Lieder noch immer auf allen Kontinenten ein Begriff ist, sondern auch berüchtigt für ihre zahlreichen Affären mit diversen Schauspielkollegen wie Jean Gabin und John Wayne, Schriftstellern wie Erich Maria Remarque und Ernest Hemingway aber auch mit Frauen wie zum Beispiel Edith Piaf. Von Elisabeth, die – schüchtern und zurückhaltend wie sie war – sich immer unterordnete, zuerst dem Willen ihrer Mutter, später ihrem Mann, der ihr zum Beispiel nicht erlaubte, nach der Hochzeit weiter als Lehrerin zu arbeiten. Aufgelockert und ergänzt wurden die Erzählungen durch die Musik von Johnny Groffmann, der mit Keyboard, Gitarre und Akkordeon Lieder vortrug wie „Lili Marleen“, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Davon geht die Welt nicht unter“ und dabei das Publikum zum Mitsingen aufforderte. Besonders beeindruckt waren die Besucher von dem zur Gitarre gesungenen Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“.
Zum Abschluss der Vorstellung dankte Joachim Plesse als Sprecher der Projektgruppe den Akteuren für einen spannenden und unterhaltsamen Abend, aber auch den Sponsoren (KSK Walsrode, Volksbank Lüneburger Heide, Firma Roland Möller sowie Plesses Gasthof), ohne die eine solche Veranstaltung nicht durchzuführen wäre. Er betonte, dass der gesamte Erlös der Veranstaltung für gemeinnützige Zwecke im Dorf vorgesehen ist. Sein besonderer Dank –- verbunden mit einem Scheck aus einem Teil des Erlöses des Abends – ging an die Jugendfeuerwehr Marklendorf/Buchholz, die an diesem Abend die Garderobe betreute.